Public Affairs

Hat das Hinterzimmer ausgedient?

Der Versuch, politische Debatten zu beeinflussen, ist so alt wie die Politik selbst. Schon im Römischen Reich gab es eine Lobia, eine Vorhalle des Senats, in der es sich nicht nur wandeln, sondern auch diskutieren ließ. Und genauso wie Politik sich verändert, verändern sich auch die Lobbys um sie herum. Statt in Hallen und Fluren sprechen Politiker und Lobbyisten heute in Abgeordnetenbüros und Repräsentanzen, auf Veranstaltungen und in sozialen Medien. Der Interessenvertreter nennt sein Geschäft Public Affairs oder Government Relations.

Mit Marketing-Automation Unterstützer individuell ansprechen

Um Menschen zu erreichen, zu mobilisieren und für die eigene Organisation zu gewinnen, steht Parteien und Interessenvertretungen heute eine Vielzahl an Kanälen zur Verfügung. Dadurch wird es aufwändiger, alle Interaktionen zu koordinieren und inhaltlich aufeinander abzustimmen. Es besteht die Gefahr, dass (potenzielle) Unterstützer mit uneinheitlichen Botschaften überhäuft werden. 

Aktives Zuhören als Mittel der politischen Kommunikation

Das Konzept des aktiven Zuhörens wurde durch den US-amerikanischen Psychologen Carl Rogers geprägt. Es beschreibt das Zuhören als eine Form der Empathie, die einen proaktiven Charakter hat. Der Zuhörer wird dabei vom reinen Informationsempfänger zum Akteur. So kann er der Gegenseite Verständnis entgegen bringen und eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen.

Lobbyisten brauchen eine Vuca-Strategie

Gäbe es in der Politik einen Volatilitäts­index wie an der Börse, so wären seine Ausschläge in den vergangenen Jahren markant ausgefallen. Kaum etwas scheint noch berechenbar. Auf der welt­politischen Bühne begann es mit dem Brexit. Es folgten die überraschende Wahl Donald Trumps, die Volten in Nord­korea und das Erstarken populis­tischer Parteien, die in einigen EU-Ländern bereits in der Regierung sitzen.

Drei Viertel der Lobbyisten sind unzufrieden mit der Großen Koalition

Die Stimmung hat sich gedreht. Während vor einem Jahr noch mehr als die Hälfte der Public-Affairs-Manager in Deutschland die Leistung der Großen Koalition für "gut" oder "sehr gut" befand, halten sie in der aktuellen Legislaturperiode drei Viertel von ihnen für "schlecht" oder "sehr schlecht". Vor allem mit der Digitalpolitik sowie der Asyl- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sind die Befragten unzufrieden.

"Interessenvertreter sollen selbstbewusst sein und nicht duckmäuserisch“

Herr Kropp, bis Ende Februar waren Sie fast ein Vierteljahrhundert lang als Lobbyist in Berlin, Brüssel und weltweit tätig – wie würden Sie einem Branchenfremden diese Aufgabe beschreiben?

Als Diplomat, Feuerwehrmann und Minenhund in einer Person.

Welche Erkenntnisse können Sie an die nächste Generation von Interessenvertretern weitergeben?

Wehrt euch doch endlich!

Sonntags nach dem Tatort diskutiert Fernsehdeutschland über die Themen, die das Land bewegen, nur eine wichtige Gruppe will dabei so gut wie nie zu Wort kommen: die Vorstände großer deutscher Unternehmen. Sie legen anscheinend keinen Wert auf diese Auseinandersetzung. Sie mischen sich auch sonst nur selten ein – vielleicht weil sie ahnen, welche Rolle ihnen zugedacht ist. In der öffentlichen Debatte sind sie meistens in der Defensive. Sie werden gezeigt als die, denen es nur ums Geld geht. Da scheint Schweigen noch das Beste zu sein.

PA-Managern geht’s prima!

Public Affairs haben sich in Deutschland stark professionalisiert. Im Rahmen einer Berufsfeldstudie der Quadriga Hochschule Berlin wurden auch Daten über Public-Affairs-­Schaffende erhoben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Public Affairs in den Leitungsebenen von Unternehmen und Organisationen angekommen sind. Public-Affairs-Manager verfügen oft über langjährige Erfahrung in ihren Positionen, erzielen Spitzen­gehälter und sind zudem auch noch zufrieden mit ihrer Tätigkeit.
 

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