Das sind die Rising Stars 2022

30 Hoffnungsträger

Armand Zorn (33, SPD), MdB

Foto: (1) Peter Jüllich (2) BMF/Thomas Koehler/photothek.net
Foto: (1) Peter Jüllich (2) BMF/Thomas Koehler/photothek.net

Wolfgang Schmidt (SPD), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes:

„Armand Zorn gewann nach einem starken Wahlkampf bei der letzten Bundestagswahl das Direktmandat in Frankfurt am Main. Seitdem bereichert er mit seinen vielfältigen Erfahrungen die Debatten im Bundestag.

Aus seiner Zeit als Unternehmensberater kennt er sich in wirtschaftlichen Zusammenhängen aus. Gerade zu Fragen der digitalen Transformation und der Strategie hat er große Unternehmen, genauso wie kleine und mittelständische Unternehmen, unterstützt.

Als Armand Zorn 2000 im Alter von zwölf Jahren aus Kamerun nach Halle an der Saale kam, war dieser Weg nicht unbedingt vorgezeichnet: Da er keine deutschen Sprachkenntnisse hatte, wollte ihn die Schulbehörde zunächst nicht auf das Gymnasium lassen. Sein Abitur machte er später mit Auszeichnung, studierte in Paris, Chongqing, Konstanz sowie Bologna und erwarb Universitätsabschlüsse in Politikwissenschaft, International Economics und Wirtschaftsrecht.

Seine vielfältige berufliche Erfahrung, der wirtschaftliche und finanzpolitische Sachverstand sowie das Engagement für soziale Chancengleichheit machen ihn für mich zum politischen „Rising Star“. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Ich bin davon überzeugt, dass von ihm auch künftig viel zu erwarten ist.“

Alena Trauschel (23, FDP), MdL Baden-­Württemberg

Foto: privat
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Michael Theurer (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr:

„Alena Trauschels Engagement ist schon auf dem Papier absolut beeindruckend. Sie brennt für ihre Themen, insbesondere den europäischen Gedanken, Menschenrechte und das Handwerk. Wie sie Fragen aufgreift, die den Menschen unter den Nägeln brennen, verschafft ihr Gehör und Aufmerksamkeit. Bei den Jungen Liberalen ging sie innerhalb von weniger als einem Jahr die Schritte vom Basismitglied über den Kreisvorsitz und den Landesvorstand in den Bundesvorstand. Dann die Landtagskandidatur, im Einstimmenwahlrecht ohne Liste. Einzug in einem Wahlkreis, in dem dies noch nie einem FDP-Kandidaten gelang. Erster Einzug eines Erstwählers in der Landesgeschichte, mit 22 Jahren und einem Monat am Wahltag zweitjüngster Abgeordneter der FDP-Geschichte nach Christian Lindner – und jetzt eine beeindruckende Arbeit im Landtag.

Doch das ist nur die Papierform. Für mich viel wichtiger: Menschlich ist Alena Trauschel in erster Linie offen, empathisch und lösungsorientiert – und damit nimmt sie ihre Gesprächspartner für sich ein. Dieses sympathische Auftreten in Kombination mit einem klugen Kopf und einem festen Wertegerüst macht sie zu einer großen Hoffnungsträgerin, nicht nur für die Freien Demokraten, sondern für unser Land.“

Wiebke Winter (26), Landesvorsitzende der JU Bremen und Mitglied im ­CDU-Bundesvorstand

Foto: (1) Gottfried Schwarz (2) EU/Lukasz Kobus
Foto: (1) Gottfried Schwarz (2) EU/Lukasz Kobus

Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission:

„Wiebke Winter weiß, was sie will, besetzt und treibt mit dem Klimaschutz ein Thema, das jeden Tag drängender wird. Es bleibt auf der politischen Agenda, global, in Europa, in Deutschland und unter jedem Kirchturm des Landes. Wiebke Winter hat mich nicht nur beeindruckt, weil sie mit anderen die Klima-Union aus der Taufe gehoben hat. Oder weil ihre frische klare Art meiner CDU, die sich gerade neu ausrichtet, enorm guttut. Sondern auch, weil sie viel politische Klugheit hat. Im vergangenen Jahr besuchte ich den CDU-Vorstand und beantwortete Fragen zum Europäischen Green Deal. Wiebke Winter, die beim Klimaschutz zweifellos gut im Stoff steckt, kam mir mit wichtigen, einfach gestrickten Fragen. Geht das überhaupt, so viel CO2 einzusparen? Kommt unsere Industrie damit zurecht, können wir weiter wachsen? Sie tat es, weil ihr beides am Herzen liegt, das Klima und das moderne Profil ihrer Union. Es war eine geschickte Einladung, in diesem wichtigen Gremium mit Ministerpräsidenten und Fraktionschefs die entscheidenden Argumente und Zahlen zu platzieren. So geht Politik.“

Heike Wermer (33), MdL, stellvertretende ­Bundesvorsitzende der Jungen Union

Foto: (1) Tim Marquardt (2) BMG
Foto: (1) Tim Marquardt (2) BMG

Jens Spahn (CDU), MdB und Bundesminister für Gesundheit a. D.:

„Weitsichtig, gelassen, mutig voran: Das ist Heike Wermer, CDU-Landtagsabgeordnete in NRW und stv. JU-Bundesvorsitzende.

‚Eine Politikerin mit Zukunft‘, hörte ich über Heike Wermer zuletzt des Öfteren. Das schmeichelt, keine Frage. Doch um im politischen Geschäft der 20er einen Unterschied zu machen, braucht es mehr. Heike Wermer sticht hervor. Mit klugem, charismatischem Auftreten. Mit der Fähigkeit, mitzureißen. Und nicht zuletzt mit digitaler Kompetenz. Die 33-Jährige ist nah an der Basis, auch als Vorsitzende des Jugendwerks in Heek, hat aber nicht nur die ‚Generation Z‘ im Blick. Sie ist integrationspolitische Sprecherin und gehört dem geschäftsführenden Fraktionsvorstand an. Heike Wermer denkt über vermeintliche Grenzen hinweg und ist damit Vorbild.

Im demokratischen Miteinander auch mal den unbequemen Weg gehen, Neues wagen, ohne auf Bewährtes zu verzichten – kaum ein Nachwuchspolitiker verkörpert das so sehr wie Heike Wermer.“

Nicolas Zippelius (34, CDU), MdB

Foto: privat
Foto: privat

Daniel Caspary (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im ­Europäischen Parlament:

„Nicolas Zippelius sprüht vor Neugier, Begeisterung und dem Willen, sich Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern. Sei es im Ehrenamt, im bisherigen Beruf oder in der Politik: Nicolas schafft es schnell, mit seinen Gesprächspartnern einen guten Draht zu finden, Vertrauen aufzubauen und somit eine solide Basis für gemeinsame Erfolge zu schaffen.

Er hat große Freude daran, zu gestalten: sei es im Gemeinderat oder im Kreistag, wo er auch nach seiner Wahl in den Bundestag aktives Mitglied ist. Oder sei es in der Partei, wo er es oft schafft, durch seine Begeisterung Mitglieder und Ortsverbände zu mehr Engagement zu ermutigen und neue Wege bei Veranstaltungen zu gehen. Auch bei vielen Multiplikatoren im Wahlkreis hat er einen frischen und weltoffenen Eindruck hinterlassen und steht somit für eine moderne und sich erneuernde Union. Daneben hat er beispielsweise dank Studium in Asien oder seiner Tätigkeit in Brüssel auch die internationalen Themen auf dem Schirm. Sein politischer Horizont geht somit schon jetzt über die Landesgrenzen hinaus. Auf dieser soliden Basis wird er weiter aufbauen.“

Jens Teutrine (28, FDP), MdB

Foto: David Renz/Büro Teutrine
Foto: David Renz/Büro Teutrine

Frank Schäffler (FDP), MdB:

„Ostwestfalen-Lippe ist der Superlativ von Westfalen. Die Menschen sind geradlinig, erfolgreich, jedoch nicht protzig oder verschwenderisch. Jens Teutrine ist Ostwestfale von Geburt und vom Wesen her. Er hat einen klaren politischen Kompass, den notwendigen Ehrgeiz im politischen Geschäft und eine freche Coolness im Umgang.

Wenn er über Hinzuverdienstgrenzen für Schüler aus Hartz-IV-Familien bei Ferienjobs spricht, dann nimmt man es ihm ab. Er kommt selbst aus nicht einfachen Verhältnissen. Was macht so einer in der FDP?, fragen Wettbewerber und Journalisten. Doch gerade er passt zu den Freien Demokraten. Die Erneuerung des gesellschaftlichen Aufstiegsversprechens verkörpert er wie die Faust aufs Auge.

Wenn man ihn politisch einordnen will, dann ist er in seiner politischen Ausrichtung klassisch liberal. Er schätzt die Marktwirtschaft und den Wettbewerb, hält den Rechtsstaat für ein tragendes Fundament und vertritt eine Liberalität, die auf Toleranz und das Individuum setzt.
Mit ihm ist zu rechnen, das ist gewiss.“

Sarah-Lee Heinrich (21), Bundessprecherin der Grünen Jugend

Foto: (1) Elias Keilhauer (2) Sven Serkis
Foto: (1) Elias Keilhauer (2) Sven Serkis

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands:

„politik&kommunikation hat einen Volltreffer gelandet. Glückwunsch! Die Kür Sarah-Lee Heinrichs zum Rising Star der Politik ist absolut überzeugend. Gerade mal 20 Jahre alt, hat sie als Vorsitzende der Grünen Jugend bereits eine enorme Popularität erreicht. Aus gutem Grund: Sarah-Lee Heinrich ist restlos authentisch, einfach echt. Sie zeigt dabei trotz ihres jungen Alters bereits eine beeindruckende Lebenserfahrung. Sie brennt für ihre Themen, soziale Gerechtigkeit und Beseitigung der Armut, und das merkt man. Sie hat Lust daran, etwas in ihrem Sinne zu bewegen, und mit dieser Lust steckt sie tatsächlich an. Es macht Spaß und gibt Zuversicht, mit ihr zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Das dürfte der Schlüssel zu ihrem Erfolg sein auf einem Spielfeld wie der Politik, auf dem es ganz wesentlich um das Schmieden von Bündnissen und Erringen von Mehrheiten geht. Sarah-Lee Heinrich fällt auf diesem Spielfeld auf. Sie ist gerade und stabil. Sie wird ihren Weg gehen, keine Frage: ein Rising Star halt.“

Manuel Hagel (33), Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg

Foto: (1) KD Busch (2) Alexander Knoedel
Foto: (1) KD Busch (2) Alexander Knoedel

Christoph E. Palmer (CDU), Staatsminister a. D. in Baden-Württemberg:

„Die Wahl freut mich für Manuel Hagel. Sie überrascht mich aber nicht wirklich. Seit ich Manuel Hagel kenne, weiß ich um seine Politikbegeisterung. Leidenschaft für die Sache, Liebe zu den Menschen und Freude am Gestalten – so kenne ich ihn. Er ist ein politischer Mensch durch und durch. Ihn kennzeichnen Weitsicht und Umsicht. Er hat neben einem festen Wertefundament die Analyse zur Grundlage seines politischen Handelns gemacht und er kann zuhören. Er wägt vor Entscheidungen ab. Großartige Voraussetzungen für politische Ämter. Methodische Herangehensweise und das Denken in Prozessen sind zweifelsohne seine Stärken. Dennoch hat er aber auch ein Gefühl für Stimmungen und Entwicklungen. Diese Mischung macht seine bisherige Karriere aus. Und er ist ein Netzwerker. Menschen von einer Sache begeistern, wie auch er sich begeistern lassen kann, das ist vielleicht seine besondere Gabe. Man merkt ihm an, dass er sich seine Sporen in der Kommunalpolitik verdient hat. Und dass er dieser auch jetzt noch treu ist, sagt viel über ihn aus. Beeindruckt hat mich auch sein Berufsweg. Er zeugt von Fleiß und Geradlinigkeit. Zugleich zeigt er auf, was unser Bildungssystem den Begabten ermöglicht: Nach dem Realschulabschluss die Banklehre, der Fachwirt, der Betriebswirt und dann das erfolgreiche Studium an der angesehenen Frankfurt School of Finance & Management, mit 28 Jahren Filialdirektor der Sparkasse in Ehingen. Das zeigt einem, dass er auch etwas anderes kann als Politik. Chapeau!

Jetzt als Fraktionsvorsitzender prägt er das Bild der CDU im baden-württembergischen Landtag und in der Landespolitik. Themen mit Köpfen verbinden – mit diesem Leitgedanken entwickelt er die Fraktion zu einer Ideenschmiede der Landespolitik. Er setzt dabei auf eine starke Teamleistung der Abgeordneten. Das kommt an. In der Fraktion und bei den Menschen im Land.“

Marlene Schönberger (31, Grüne), MdB

Foto: privat
Foto: privat

Anton Hofreiter, Ex-Fraktionschef der Grünen im ­Bundestag:

„Dort, wo Marlene herkommt, wird man auch heute noch komisch angeschaut, wenn man sich für grüne und progressive Politik einsetzt. Sich im ländlichen Niederbayern für Feminismus, Queerpolitik und eine offene Gesellschaft einzusetzen, heißt oft, dicke Bretter zu bohren. Daraus muss diese Konsequenz entstanden sein, mit der Marlene sich jeden Tag aufs Neue für Demokratie und Gerechtigkeit sowie gegen jede Form der Diskriminierung starkmacht. Neben ihrer politischen Karriere kann sie auf eine erfolgreiche Zeit als Wissenschaftlerin an der LMU in München zurückblicken. In einem Forschungsprojekt hat sie an Maßnahmen gearbeitet, um dem grassierenden Populismus und der Verbreitung von Verschwörungstheorien entgegenzuwirken. Marlene gehört zu jenen Menschen, die schon vor der Coronapandemie eindringlich vor dem destruktiven Einfluss von Verschwörungstheorien auf den politischen Diskurs gewarnt haben und ist heute eine gefragte Expertin im Kampf gegen Verschwörungstheorien und Antisemitismus.“

Sophias Schiebe (32, SPD), stellvertretende Landesvorsitzende Schleswig Holstein

Foto: Felix Deutschmann
Foto: Felix Deutschmann

Serpil Midyatli, SPD, stellvertretende ­Bundesvorsitzende

„Wer Sophias politische Motivation verstehen will, muss die Grundschule Falkenfeld in Lübeck kennen. Das ist eine der Schulen, die man „Problemschulen“ nennt. Die meisten Kinder bekommen kaum Unterstützung von zu Hause. Statistisch werden sie nie auf einer Uni landen. Sophia leitet dort den Offenen Ganztag und kämpft für diese Kinder und ihre Chancen. Sie macht das praktisch in ihrer Arbeit und politisch in der SPD als meine Stellvertreterin im Landesvorstand. Einsatz für gleiche Bildungschancen ist der rote Faden ihrer politischen Biografie. Theoretisch und praktisch. Als AStA-Vorsitzende an der Kieler Uni hat sie ganz konkret bezahlbare Wohnungen für Studierende organisiert und gleichzeitig im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen mit der Bundesregierung um ein besseres BAföG gerungen. Sophia verkörpert eine neue Generation in der Politik. Statt spitzer Ellenbogen setzt sie auf ausgestreckte Hände. Im Team gemeinsam mehr erreichen. Das ist der Weg von Sophia. Ihr politischer Erfolg gibt ihr Recht. Den sichersten SPD-Landtagswahlkreis in Schleswig-Holstein bekommt man nicht geschenkt. Schon gar nicht in Lübeck.“

Johannes Steiniger (34, CDU), MdB

Foto: privat
Foto: privat

Christian Baldauf, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz

„Mit Johannes Steiniger verbinden mich viele Jahre einer guten und intensiven Zusammenarbeit. Ich habe Johannes als engagierten Landesvorsitzenden der Jungen Union, als fleißigen Bundestagsabgeordneten und als verlässlichen Ansprechpartner vor Ort kennengelernt. Vor allem aber hat mich die Art und Weise, wie er in einem wirklich schwierigen Umfeld zum zweiten Mal erfolgreich sein Bundestagsmandat verteidigt hat, beeindruckt. Johannes kombiniert sozusagen als Politikertyp der neuen Generation das alltägliche Tun und Machen im Brot-und-Butter-Geschäft filigran mit seinen Aktivitäten im Netz. Hier macht er keinen Halt vor neuen Trends, probiert angesagte Formate aus und setzt Akzente auf bisweilen unbekanntem Terrain. Dabei ist Johannes immer nah dran an den Themen, immer meinungsstark in der Debatte und nie verschlossen gegenüber Lösungsansätzen außerhalb des eigenen Wahrnehmungstrichters. Ich bin sicher, auf diese Kombination wird es im politischen Betrieb immer mehr ankommen.“

Heidi Reichinnek (33, Linke), MdB

Foto: Jannis Hutt
Foto: Jannis Hutt

Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag

„Heidi gehört für mich definitiv zu den HoffnungsträgerInnen in der deutschen Politik. Im Gegensatz zu vielen NachwuchspolitikerInnen, die direkt von der Universität ins Parlament kommen, hat Heidi durch ihre jahrelange Tätigkeit in der Sozialarbeit und Jugendhilfe eine Menge Lebenserfahrung vorzuweisen. Sie kennt die Anliegen der BürgerInnen und weiß, dass es viele Menschen in Deutschland gibt, denen es nicht so gut geht, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Heidi bringt positive Energie mit. Das konnte ich zum Beispiel beim gemeinsamen Straßenwahlkampf in meiner Heimatstadt Oldenburg erleben. In den persönlichen Gesprächen gelang es ihr, zahlreiche BürgerInnen für die Wahl der LINKEN zu begeistern. Und man merkt es auch bei ihren energiegeladenen Reden im Bundestag. Heidi hat darüber hinaus ein großes Talent für die Kommunikation in den sozialen Netzwerken. So erreicht sie auch Leute, die sonst nicht so viel mit Politik am Hut haben. Da können sich viele altgediente PolitikerInnen eine Scheibe abschneiden.“

Lasse Petersdotter (31), stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein

Foto: privat
Foto: privat

Aminata Touré, Grüne, Vizepräsidentin des Schleswig-­Holsteinischen Landtages

„Lasse Petersdotter ist ein politischer Rising Star, weil er ein Überzeugungstäter ist, der seinen Kompass in den letzten fünf Jahren, in denen er im Landtag Schleswig-Holstein Finanz-, Anti-Rechts- und Hochschulpolitik macht, nie verloren hat. Sein Kompass ist, Politik vor allem auch für Menschen zu machen, die oft in unserer Gesellschaft übersehen werden. Politik ist ein Geschäft von Kompromissen, darüber ist sich Lasse im Klaren, verhandelt aber immer so, dass er die realen Herausforderungen im Blick hat und zeitgleich seinen Idealismus nicht verloren hat. In den kommenden fünf Jahren wird er eine noch stärkere politische Rolle einnehmen als jetzt schon – das ist völlig klar. Politik braucht Menschen, die nicht vergessen, wo sie herkommen, sich zeitgleich im Klaren darüber sind, welchen Einfluss sie haben, und diesen im besten Sinne für die Menschen, für die sie Verantwortung tragen, nutzen. Das tut Lasse jeden Tag und ich bin absolut froh, gemeinsam mit ihm Politik und damit Realität gestalten zu können.“

Rasha Nasr (29, SPD), MdB

Foto: privat
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Rebecca Overmeyer, Stadtbezirksbeirätin (SPD) und Psychologin an der TU Dresden

„Rasha kam über ihre Erfahrungen als Integrationsbeauftragte in Freiberg zur Politik: Dort traf sie auf das Versagen behördlicher Regelungen – und auf viele Ängste der Menschen im Osten. Über die SPD lernten wir uns kennen. Sie beeindruckte nicht nur mich mit ihrer Leidenschaft und Sachkenntnis. Als Rasha sich entschied, für den Bundestag zu kandidieren, war die politische Vision klar – aber wie wir sie erzählen würden, noch nicht. Wir wussten, im Osten fühlen sich viele von der Politik abgehängt. Mit gutem Grund: Nach der Wende wurden sie in ein vom Westen beherrschtes System geworfen, das niemand erklärte. Immer noch sind Löhne niedriger, Renten knapper, Lebenshaltungskosten aber oft gleich. Gerade deswegen war uns wichtig, Politik wieder nahbar zu machen. Ohne „Politiksprech“. Als ich die Idee hatte, mit Backvideos politische Rezepte zu erklären, war bald klar: Das wird es! Cupcake Politics war geboren. Mit der Zeit wurde deutlich, was diesen Wahlkampf so besonders machte: die Gemeinschaft, die Rasha hinter sich versammelt hatte. Alle gaben ihr Bestes. Und am meisten schuftete sie, immer gut vorbereitet und hochkonzentriert. Als Woman of Color in Dresden musste Rasha hart kämpfen, und noch mehr einstecken. Rasha steht mit einem klar ausgerichteten Kompass zu 100 Prozent für ihre Ideale ein und weiß, gute Politik gelingt nur gemeinsam. Solche Politiker*innen brauchen wir.“

Eva Lettenbauer (29), Grünen-Landesvorsitzende in Bayern

Foto: Andreas Gebert
Foto: Andreas Gebert

Claudia Roth, Grüne, Staatsministerin für ­Kultur und Medien

„Eva Lettenbauer ist aus der bayerischen Politik nicht mehr wegzudenken. Seit vielen Jahren prägt sie auf beeindruckende und nachhaltige Weise die grüne Partei und Fraktion in Bayern – damals bei der Grünen Jugend und heute als Landtagsabgeordnete und Parteivorsitzende. Sie ist im wahrsten Sinne ein Rising Star im politischen Bayern. Eva lebt aus Überzeugung in einem kleinen Dorf in Schwaben, sie ist Feministin, Wirtschaftsingenieurin und leidenschaftliche Politikerin. Ihr politisches Wirken ist spürbar für die Menschen in Bayern: Als starke Kämpferin für Geschlechtergerechtigkeit stellte sie ihr Hälfte-der-Macht-Gesetz vor und setzt sich dafür ein, dass die bayerischen Frauen gleichberechtigt im Parlament vertreten sind. Als Wirtschaftsingenieurin pflegt sie den direkten Draht zu vielen Unternehmer*innen und arbeitet gemeinsam mit ihnen an konstruktiven Lösungen, um die Wirtschaft sozial und ökologisch weiterzuentwickeln. Eva weiß, welche Herausforderungen die Energiewende mit sich bringt – und welche Chancen sie für Bayerns Bevölkerung bietet. Sie steht für ein Bayern, das mehr kann, das der Klimakrise die Stirn bietet – ein Bayern, das sich in die Zukunft bewegt und die Windkraft-Blockade 10H selbstverständlich abschafft. Und Eva baut Brücken zwischen den Perspektiven der ländlichen und städtischen Regionen Bayerns. Sie bringt die Menschen über die Ortsgrenzen und Generationen hinaus zusammen, wenn es darum geht, gemeinsam etwas zu schaffen. Sie ist bestens vernetzt, vom Wirtshaus bis zur Wiesn, und welche Herausforderung auch kommen mag, Eva packt sie an. Herzlichen Glückwunsch, liebe Eva.“

Ronja Kemmer (32, CDU), MdB

 

Foto: privat
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Andreas Jung, Stv. CDU-Bundesvorsitzender

„Nachfolgerin zugleich von Annette Schavan und Ludwig Erhard – wer kann das schon von sich behaupten? Ronja Kemmer, als Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Ulm! Aber auch um Ulm herum hat sie sich schnell einen Namen gemacht. Galt ihr erster Aha-Effekt in Berlin noch dem Umstand, dass sie 2014 mit gerade einmal 25 Jahren die jüngste Abgeordnete überhaupt war, verschaffte sie sich schnell Respekt durch Engagement und Kompetenz. Ihr Spezialgebiet künstliche Intelligenz verbindet sie mit gesundem Menschenverstand, eine unschlagbare Mischung! Sie vertritt den Bundestag im Aufsichtsrat der Agentur für Sprunginnovationen und setzte in den letzten Monaten in der CDU an zum Karrieresprung: Erst machte die ‚Junge Gruppe‘ der Unionsabgeordneten die junge Mutter zu ihrer Vorsitzenden, beim Parteitag im Januar wurde sie dann sogar ins Parteipräsidium gewählt – wieder einmal als Jüngste versteht sich. Was noch kommt? Man darf gespannt sein. Präsidentin jedenfalls ist die „Schwarze“ schon … beim Roten Kreuz in Ulm.“

Felix Heinrichs (32, SPD), Oberbürgermeister Mönchengladbach

 

Foto: privat
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Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Nordrhein-Westfalen

„Wenn ich Felix Heinrichs mit drei Worten beschreiben müsste, dann wären das: Offenheit, Mut und Tatkraft. Ich kenne Felix schon seit vielen Jahren. Seinen politischen Werdegang von den Anfängen bei den Jusos bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach habe ich mit großem Interesse verfolgt und begleitet. Er besitzt den notwendigen Tatendrang und das Talent, Menschen mit einem neuen Politikstil zu begeistern und zu motivieren. Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger stehen dabei im Mittelpunkt seiner Arbeit. Er greift ihre Ideen auf und verändert so ganz konkret das Leben der Bürgerinnen vor Ort zum Positiven. Unsere repräsentative Demokratie lebt von Mitbestimmung und Leidenschaft. Dafür benötigt sie junge und dynamische politische Führungskräfte, die auf der Höhe der Zeit sind. Frei nach Max Weber beherrscht Felix Heinrichs das langsame Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß zugleich.“

Franziska Brandmann (27), Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen

Foto: privat
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Bijan Djir-Sarai, designierter FDP-Generalsekretär

„Kennengelernt habe ich Franziska als Mitglied der Schülervertretung ihrer Schule in unserer Heimat Grevenbroich. Sie engagierte sich dort, um etwas zu verändern. Dieser Gestaltungswille hat sie schon im Alter von 15 Jahren in die FDP geführt. Heute ist sie Vorsitzende von 15.000 freiheitsliebenden Jungen Liberalen und wird nicht nur dort für ihre treffsicheren Analysen und ihre politische Überzeugungskraft geschätzt. Franziska brennt für liberale Politik und steckt andere damit an. Ihr Masterstudium führte sie nach Oxford, wo sie heute promoviert. Dieser Weg war nicht vorgezeichnet: Als Erste in ihrer Familie lernte sie Englisch, finanzierte sich ihre Studienaufenthalte im Ausland durch Stipendien – sicher auch ein Grund, warum sie so leidenschaftlich für Chancengerechtigkeit streitet. Eine Promotion im Ausland und der Vorsitz einer politischen Jugendorganisation – an diese Kombination hat sich bisher niemand gewagt. Wer Franziska kennt, weiß, dass sie sich davon nicht abschrecken lässt. Was für ein Glück.“

Verena Hubertz (34), MdB, stellvertretende Fraktions­vorsitzende der SPD­-Bundestagsfraktion

Foto: (1) Linda Blatzek (2) privat
Foto: (1) Linda Blatzek (2) privat

Julius van de Laar, ­Kampagnen- und ­Strategieberater

„Nicht viele sind bereit, ein echt gut laufendes Start-up, das sie selbst gegründet haben, zu verlassen, um in die Politik zu wechseln. Ich kannte aber wirklich niemanden, der allen unternehmerischen Erfolg aufgegeben hat, um für eine Partei zu kandidieren, die wenige Monate vor der Bundestagswahl bei 13 Prozent in den Umfragen stand! Als ich diese Story hörte, musste ich wissen, was diese Frau antreibt! Die erste Frage, die ich Kandidatinnen stelle, lautet: „Warum kandidierst du?“ Keine leicht zu beantwortende Frage, gerade für Politikneulinge. Doch Verena Hubertz wusste – und weiß – ganz genau, wofür sie angetreten ist und was sie im Deutschen Bundestag bewirken will. Das ist die Grundlage unserer wunderbaren und fruchtbaren Zusammenarbeit! Verena ist angetrieben von einer unbändigen Energie und hinterfragt alles, ‚was schon immer so gemacht wurde‘. Sie denkt – unterstützt von JoinPolitics.org und ihrem fantastischen Team – konsequent neu. Dieser pragmatische, Mission-Driven Ansatz macht die Zusammenarbeit mit Verena besonders und wertvoll.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Verena, du Rising Star!“

Kira Braun (26), Juso-Vorsitzende im Saarland

Foto: Fionn Große
Foto: Fionn Große

Heiko Maas, SPD, Bundesminister des Auswärtigen a. D.

„Kira zeigt, wie eine neue Generation von Politikerinnen und Politikern mit jungen Menschen interagieren kann. Über den klugen Einsatz sozialer Medien schafft sie es, Menschen scheinbar beiläufig durch ihren politischen Alltag mitzunehmen. Durch einfach verständliche, aber inhaltlich starke Texte und Aussagen informiert Kira ihre wachsende Community über das aktuelle Weltgeschehen, Politik im Saarland und über das, was ihr Leben bewegt. Sie bezieht klare Positionen zu Themen wie Hass im Netz, Feminismus und Jugendbeteiligung. Ihren Einsatz gegen Ungleichheit und für eine sozialdemokratische Politik sieht man nicht nur im Netz, sondern auch auf der Straße. Als Juso-Landesvorsitzende war Kira maßgeblich am Entstehungsprozess des Wahlprogramms der SPD Saar zur Landtagswahl 2022 beteiligt. Kira ist eine junge Politikerin, die im Netz und auf der Straße hoch motiviert die Menschen mitnimmt und für einen modernen Politikstil begeistern kann.“

Conrad Clemens (39, CDU), Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund

Foto: (1) Janine Schmitz/photothek.de (2) CDU Landesverband Sachsen
Foto: (1) Janine Schmitz/photothek.de (2) CDU Landesverband Sachsen

Michael Kretschmer, CDU, Ministerpräsident Sachsen

„Bei der sächsischen Landtagswahl 2019 ging es für uns als CDU darum, alle Kräfte zu mobilisieren, um weiterhin eine stabile Regierung für Sachsen bilden zu können. Bei der Suche nach einem Landesgeschäftsführer und Kampagnenmanager erinnerte ich mich an den damaligen Bundesgeschäftsführer der Jungen Union. Conrad Clemens war im Bundestagswahlkampf 2017 auch Leiter des bundesweiten connect-Teams und hat seine Wurzeln in Herrnhut (Oberlausitz). Mit seiner strategischen Herangehensweise, seinem Netzwerk und seinen Kampagnenideen war er genau der Richtige.
Seit der erfolgreichen Wahl und der Regierungsbildung wirkt er als Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund. In einer Zeit, die mit Corona, Strukturwandel und vielen anderen Herausforderungen schwieriger kaum sein könnte, ist er Botschafter für sächsische Interessen auf Bundesebene. Ich bin gespannt, wohin sein Weg ihn noch führt. Für mich ist klar: Es braucht mehr junge Ostdeutsche in Führungspositionen. 30 Jahre nach der Einheit sind es immer noch zu wenige.“

Catarina dos Santos Firnhaber (27, CDU), MdB

Foto: privat
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Thomas Rachel, CDU, Parlamentarischer Staatssekretär a. D., MdB

„Catarina dos Santos ist zwar das jüngste Mitglied der CDU im Deutschen Bundestag, aber mit gerade einmal 27 Jahren hat sie bereits viele Jahre kommunalpolitische Erfahrung im Stadtrat von Eschweiler und in der Städteregion Aachen gesammelt. „Nebenbei“ hat sie ein Jura-Studium beendet und bereits eine Weile als Rechtsanwältin im Bereich Unternehmensnachfolge gearbeitet. Bei gemeinsamen Veranstaltungen hat sie gezeigt, dass ihr die Menschen, ob in der Stadt oder auf dem Land, und ihre persönlichen Hintergründe nicht egal sind. In Portugal geboren und im Dreiländereck mit Belgien und den Niederlanden aufgewachsen, ist Europa nicht nur eine Herzensangelegenheit für sie, sondern sie lebt Europa. Mit diesem ehrlichen Interesse, ihrem Fleiß, ihrer Ausdauer, dem richtigen Wertekompass und ihrer Bodenhaftung hat sie für mich bewiesen, dass sie ein „Rising Star“ ist.“

Timon Dzienus (25), Bundessprecher der Grünen Jugend

Foto: Privat
Foto: Privat

Seda Başay-Yıldız, deutsche Rechtsanwältin (NSU-Prozess)

„Ich habe Timon auf einer Veranstaltung in Hannover im September 2019 kennengelernt. Beeindruckt haben mich seine klaren Aussagen. Er war zudem extrem gut vorbereitet und inhaltlich brillant.
Nach der Veranstaltung haben wir uns weiter unterhalten. Ich wollte mehr über ihn wissen. Seinen Namen habe ich mir jedenfalls seit damals genau gemerkt. Ein Jahr später im Dezember 2020 hörte ich wieder von ihm im Rahmen seiner Spendenaktion „Die Welt retten – ohne ‚Die Welt‘“. Vorausgegangen war eine Äußerung von Timon und seine Absage, ein zweifelhaftes Streitgespräch nicht zu führen, obwohl 500 Euro für eine gemeinnützige Organisation gespendet werden sollten, wenn er teilnimmt. Doch Timon antwortete mit dem Drosten-Zitat „Ich habe Besseres zu tun“. Timon initiierte daraufhin eine eigene Spendenaktion für die Stiftung Seenotrettung. Durch diese Aktion kamen knapp 80.000 Euro zusammen. Seenotrettung ist eine humanitäre Pflicht, und Timon hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit so viel Geld zu sammeln. Timon ist in meinen Augen spätestens seit dieser Aktion ein Macher. Er bleibt nicht untätig. Dass er im Oktober 2021 dann zum Bundessprecher der Grünen Jugend gewählt wurde, hat mich nicht besonders überrascht. Er kann sehr überzeugend sein. Gerechtigkeit, Antifaschismus und Klimaschutz sind seine Kernthemen. Timon ist erst 25 Jahre alt und hat bereits jetzt schon viel bewirkt. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen um die Zukunft, wenn junge Menschen wie er die Möglichkeit bekommen, die Politik mitzugestalten.
Timon ist bereit und nicht nur das – er kann es auch.“

Reem Alabali-Radovan (31, SPD), Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Foto: (1) Sascha Krautz (2) Bina Engel
Foto: (1) Sascha Krautz (2) Bina Engel

Wolfgang Schmidt, SPD, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des ­Bundeskanzleramtes

„Reem Alabali-Radovans Heimat ist Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist gradlinig und unaufgeregt, sie hat einen klaren inneren Kompass und eine gute Portion trockenen Humor – eine echte Schwerinerin eben. Aber sie ist nicht nur das. Reem ist auch eine junge Frau mit Fluchtgeschichte. Mit sechs Jahren ist sie mit ihren irakischen Eltern aus Moskau nach Deutschland gekommen, hat in einer Erstaufnahmeeinrichtung gewohnt, Deutsch gelernt, das Abitur gemacht. Nach dem Studium wurde sie Integrationsbeauftragte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Jahr 2020, der rassistische Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen ermordet wurden, war für Reem eine Zäsur. Sie hat sich entschieden, dem wachsenden Rassismus im Land ihr eigenes politischen Engagement entgegenzusetzen. 2021 hat sie ihren Bundestagswahlkreis direkt gewonnen. Und damit nicht genug: Mit 31 Jahren ist Reem Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und erste Beauftragte für Antirassismus. Große Aufgaben liegen vor ihr. Da ist es gut zu wissen: Reem hat noch alles geschafft, was sie sich vorgenommen hat, und sie ist dabei nicht abgehoben, sondern bodenständig geblieben. Wie die Leute aus Mecklenburg-Vorpommern eben sind.“

Jakob Blankenburg (24, SPD), MdB

Foto: privat
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Stephan Weil, SPD, Ministerpräsident ­Niedersachsen

„‚Rising Star‘ – das trifft es ziemlich genau. Mit 24 Jahren ist Jakob Blankenburg das jüngste Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und der jüngste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete. Übrigens in einem Wahlkreis, der lange für die SPD als so gut wie aussichtslos galt. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr: Ob im Kampf gegen Fracking-Projekte oder gegen Rassismus – Jakob Blankenburg hat sich jetzt schon erstaunlich viele Jahre einen Namen gemacht. Das gilt auch innerparteilich, und mit einer Amtszeit von vier Jahren als Juso-Landesvorsitzender hält er vielleicht sogar auch diesen Rekord. Stetigkeit des Engagements, eine ganz natürliche Freundlichkeit und vor allem auch ein ausgesprochen klarer Kopf sind die persönlichen Grundlagen für einen Erfolg – es macht Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Die SPD wird an Jakob Blankenburg noch viel Freude haben!“

Philip Krämer (30, Grüne), MdB

Foto: privat
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Jochen Partsch, Grüne, Oberbürgermeister Darmstadt

„2011, bei der Besetzung eines Bürgerhauses in Darmstadt, um gegen die Wohnungsnot von Studierenden zu protestieren, erlebte ich erstmals das engagierte und aufgeklärte Selbstbewusstsein von Philip Krämer. Ein junger Mann ergriff das Wort und widersprach mir, dem Oberbürgermeister, klar und sachlich. Wenige Jahre später standen wir auf derselben Seite, als Philip Krämer Demonstrationen gegen antisemitische Exzesse auf Anti-Israel-Demos organisierte. Nicht nur dort beeindruckte er, der damals schon zuerst als Stadtschulsprecher, dann als Asta-Referent und in kulturellen und sozialen Initiativen initiativ, war mit Rationalität und überzeugender Sprache. Als Stadtverordneter in Darmstadt, als Vorsitzender von Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Hessen arbeitet er bodenständig und gleichzeitig mit einem weiten und intellektuell interessierten Horizont. Heute ist er unser Bundestagsabgeordneter für Darmstadt und den Odenwald. Viele schätzen und mögen seine unaufgeregte und dennoch entschiedene Herangehensweise an Problemstellungen, ich auch.“

Muhanad Al-Halak (32, FDP), MdB

Foto: privat
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Gerhard Drexler, MdB a. D.

„Muhanad Al-Halak ist für mich ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man durch Ambition, Willensstärke und Tatkraft einen beispiellosen Werdegang in unserem Land erreichen kann. Bereits mit 11 Jahren aus dem Irak in Deutschland angekommen, zeigt Muhanad heute nicht nur par excellence, wie gelungene Integration in unserem Land funktioniert, sondern auch, dass man als Person mit Migrationshintergrund alles erreichen kann, wenn man es nur entschieden genug möchte. Erst im Jahr 2017 trat Muhanad in die FDP ein. Als Mann mit einer Berufsausbildung in Abwassertechnik und einer späteren Weiterbildung zum Abwassermeister ist er bereits seit 2020 Stadtrat von Grafenau und Kreisvorsitzender der FDP Freyung-Grafenau. Mit seiner Wahl im vergangenen Herbst zum Abgeordneten in den 20. Deutschen Bundestag zeigt Muhanad nun erneut, wie ihn sein ständig anhaltendes Engagement in jenes Haus gebracht haben, in dem er die Möglichkeit bekommt, die Themen, die im selbst am wichtigsten sind, endlich anzupacken.”

Ria Schröder (29), MdB, Mitglied im Bundesvorstand der FDP

Foto: privat
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Johannes Vogel, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion

„Ria Schröder gehört zum Führungsteam einer neuen, jungen und weiblichen FDP-Generation. Sie verstärkt uns, worüber ich mich auch persönlich sehr freue. Ria Schröder vertritt einen neuen politischen Stil, der verbindlich, respektvoll und klug im Auftreten ist, ohne laut sein zu müssen. Durch ihre Arbeit als Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen hat sie auch schon vor dem Bundestagsmandat Führungserfahrung sammeln können und gelernt, sich auf ihren politischen Kompass und auf ihre Haltung verlassen zu können. Ihr zielsicheres politisches Gespür für Debatten und ihr auf Weltoffenheit, Marktwirtschaft und Toleranz ausgerichteter Kompass macht sie zu einer erfolgreichen Vertreterin der erneuerten FDP, für die sie jetzt in der Bildungspolitik auch eine wichtige Sprecherfunktion übernommen hat und in dieser weiter wächst. Sie gilt zurecht als eines der großen Talente der Freien Demokraten.“

Sanae Abdi (35, SPD), MdB

Foto: Alicem Polat
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Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion

„Als Sanae Abdi auf der Kölner Wahlkreiskonferenz ihren Weg und ihren familiären Hintergrund beschrieb, berührte und beeindruckte sie nicht nur mich, sondern auch die Mehrheit der Delegierten. Wie ihre Mutter unter schwierigsten Umständen Mittel und Wege fand, um die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren, zeigt nicht nur, dass in unserem Bildungssystem leider immer noch einiges im Argen liegt, sondern auch, dass man es mit Einsatz, Fleiß und Engagement trotz aller Widrigkeiten schaffen kann. Heute spricht Sanae nicht weniger als sieben Sprachen und hat sich durch ihre jahrelange Tätigkeit für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine umfangreiche entwicklungspolitische Expertise erarbeitet. Sie wurde deshalb zu Recht gleich in ihrer ersten Legislaturperiode in das wichtige Amt der entwicklungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion gewählt, was alles andere als üblich ist. Sanae führte mit ihrem jungen Team einen frischen und engagierten Wahlkampf und eroberte so das Direktmandat in Köln II für die SPD zurück.“

Tilman Kuban (34), MdB, JU-Vorsitzender

Foto: privat
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Dorothee Bär, CSU, Digitalstaatsministerin a. D.

„Eine meiner schönsten Erinnerungen des letzten Bundestagswahlkampfes verbinde ich mit Tilman. Gemeinsam verbrachten wir den Nachmittag auf einem Schnellboot der Wasserwacht in einer meiner Gemeinden im Wahlkreis. Dieser Termin ist in vielerlei Hinsicht beschreibend für Tilman: Mit voller Kraft voraus hat er sich als Vorsitzender der JU in den Bundestagswahlkampf gestürzt. Unermüdlich ist er durch ganz Deutschland getourt, wobei ihm kein Weg zu weit und er zu jeder Aktion bereit war. Auch der Sprung ins kalte Wasser ist Tilman nicht fremd. Nicht erst seit der Pandemie war er als Vorsitzender dabei die Junge Union als digitalste und innovativste Jugendorganisation zu präsentieren. Gerade der viel beachtete Pitch mit den drei Kandidaten für den CDU Vorsitz, aber auch der erste komplett digitale Parteitag einer politischen Organisation mit dem Deutschlandtag 2020 haben Maßstäbe gesetzt, brauchten eine ordentliche Portion Tatkraft und Mut. Und zuletzt besitzt Tilman die nötige politische Weitsicht, um das JU-Schiff auf Kurs zu halten. Schon vor Jahren hat er die Bedeutung der Digitalisierung erfasst und sich dem Thema Technologie und Technologieoffenheit verschrieben. Tilman verbindet Hightech und Heimat wie kaum ein anderer. Die Auszeichnung „Rising-Star“ ist hier nur folgerichtig. Tilman ist ein Kapitän, auf den die Union auch in Zukunft zählen kann.“

 

Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe N° 138 – Thema: Rising Stars. Das Heft können Sie hier bestellen.