USA

Die Sprecherinnen des Weißen Hauses

Pressesprecher des Weißen Hauses zu sein, ist in diesen Zeiten kein Traumjob. Das liegt zum einen an dem erratisch regierenden Präsidenten Donald Trump, der sich von keiner Kommunikationsstrategie leiten lässt. Seinen ersten Sprecher, Sean Spicer, ließ er gleich im ersten Briefing nach der Inauguration im Januar 2017 lügen. Über die Größe des Publikums nämlich, das angeblich jenes von Amtsvorgänger Barack Obama 2009 übertroffen habe. Dabei bewiesen Fernsehbilder und allgemein zugängliche Daten, etwa über die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, das Gegenteil.

Ein Leben als Feind

Als "Feinde des amerikanischen Volks", hat Donald Trump Medien bezeichnet, die kritisch über ihn berichten. So muss auch ich mich als Feind fühlen, wenn ich das Weiße Haus betrete. Besonders heftige Wort­gefechte liefern sich der Präsident und sein Presseteam dort immer wieder mit CNN. Studien zeigen, dass die Spaltung des Landes auch an der Wahrnehmung von CNN deutlich wird. Bei einer Umfrage unter Wählern der Republikaner gaben 89 Prozent an, Trump mehr zu vertrauen als CNN.

Das sind die Hoffnungsträger der US-Demokraten

Auch wenn es kaum zu glauben ist: Donald Trump ist erst seit fünf Monaten Staatschef der USA. Die nächste Präsidentschaftswahl liegt in weiter Ferne; geplant ist sie für den 3. November 2020. Viele Amerikaner dürften den Tag herbeisehnen. Die Zustimmungswerte des oft erratisch agierenden Präsidenten sind durch die Russland-Affäre noch einmal stark gesunken.

Der CEO als Wahlkämpfer

Ich habe seit 2004 in jedem Präsidentschaftswahlkampf mitgewirkt, aber 2016 war für mich als Kommunikator mit Abstand die herausforderndste Kampagne. Nachrichten sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar und haben eine kürzere Halbwertzeit. Unsere Aufgabe ist es, Botschaften an ein Publikum zu kommunizieren, das mehr Informationen aus mehr Quellen denn je bezieht. Gleichzeitig müssen wir schnell auf Nachrichtenportale reagieren, die dubios sind, aber auf viele Wähler wie seriöse Medien wirken.

Diesen Personen vertraut Donald Trump

Donald Trump war wütend. Sehr sogar. Anfang März, nach der sechsten Woche seiner Präsidentschaft, reiste der 70-Jährige gefrustet nach Florida. Dort, in seinem herrschaftlichen Anwesen Mar-a-Lago, war er König. Dort konnte er Golf spielen und musste sich nicht mit den Russlandproblemen seines Justizministers auseinandersetzen. Keine Leaks, keine Pressekonferenzen, keine Fake News.

Zehn Lehren aus dem Wahlkampf von Hillary Clinton

Im berüchtigten Battleground State Ohio habe ich den US-Wahlkampf aus nächster Nähe erlebt. In Cleveland war ich von August bis November Teil der Graswurzelbewegung von Hillary Clinton, klopfte an tausende Türen, wählte zehntausende Telefonnummern und organisierte zahllose Events. In diesen Monaten habe ich nicht nur wunderbare US-Amerikaner kennengelernt, sondern für den deutschen Wahlkampf einige Lehren mitgenommen:

Im Spiel "Trump – Europa" steht es 3:0

Unabhängig davon, wie Europa die Ankündigungen von Donald Trump inhaltlich bewertet – Respekt vor seiner Taktik! Trump schafft den Verhandlungs-Hattrick, bevor das Spiel überhaupt angefangen hat. Während das alte Europa gerade die uralte Rivalität zwischen England und Frankreich für die Brexit-Verhandlungen aufleben lässt, hat Trump die Karten für die bevorstehenden Verhandlungen zu Welthandel, Nato und Klimaverträgen nach seiner Agenda gemischt.

Ein Rebell im Weißen Haus

Es hatte etwas von einer Reality-Fernsehshow, als president-elect Donald Trump eineinhalb Wochen vor seiner Amtseinführung zum ersten Mal nach seinem Wahlsieg in der marmorverzierten Lobby seines Hochhauses vor die Presse trat. Wer sich einen moderaten Ton erhofft hatte, wurde enttäuscht.

Die "First Lady der Welt"

Geistergeschichten leben lang in Washington. Auch "Elea­norgate". Der Enthüllungsjournalist Bob Woodward gab 1996 Kunde von bizarren Séancen im Weißen Haus, die First Lady Hillary Clinton mit dem Geist der Vorgängerin Eleanor Roosevelt zelebrierte. Nichts Okkultes, nur ein begleitetes Brainstorming sei das gewesen, so Clinton. 20 Jahre später ist ihre Seelenreise ins Jenseits immer noch ein Running Gag, den Hillary mit Eleanor-Zitaten kontert wie: "Jede Frau im öffentlichen Leben muss eine Haut haben, die so dick ist wie ein Nashornpanzer."

Wie lässt sich Donald Trumps Erfolg erklären?

[no-lexicon] Der Fall, den die wenigsten für möglich gehalten haben, ist eingetreten. Im Rennen um das Weiße Haus hat Donald Trump die Favoritin Hillary Clinton geschlagen. Am Tag nach der Wahl beginnt die Ursachenforschung. politik&kommunikation hat bei Experten nachgefragt:

Wie ist der Wahlsieg Donald Trumps zu erklären und warum haben ihn so wenige Beobachter kommen sehen?

Hugo Müller-Vogg, Publizist:

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