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Motiv: C3
Politikaward 2016 – Die Preisträger, Teil 8

Ein Hashtag gegen den Brexit

13 Kampagnen wurden mit dem Politikaward 2016 ausgezeichnet. In unserer Serie stellen die Preisträger der verschiedenen Kategorien ihre Konzepte vor. Teil 8: Die Anti-Brexit-Kampagne #WeWouldMissYou.

Redaktion

Neben der Kampagne von Heimat und der FDP, wurde auf dem Politikaward 2016 in der Kategorie "Virale Kommunikation" noch eine zweite Anti-Brexit-Kampagne ausgezeichnet. Im Vorfeld der Abstimmung über den EU-Austritt oder -Verbleib in Großbritannien, erreichte der Hashtag #WeWouldMissYou große Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken. Um eine emotionale Botschaft an die Briten zu senden, forderte der Verein We Europeans Brexit-Gegner dazu auf, ein Foto von sich mit dem Kampagnenslogan zu versehen und dieses auf Facebook zu teilen. Die Kampagne hatte mit SPD-Politikerin Gesine Schwan, Schauspielerin Julia Jentsch, dem Künstler Ólafur Eliasson und Autorin Juli Zeh prominente Unterstützer. Initiiert wurde sie von Grünen-Politikerin Franziska Brantner, Henrik Enderlein, Direktor des Jacques Delors Instituts Berlin, Rechtsanwalt Ulrich Michel und Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtiges im Deutschen Bundestag. Die Agentur C3 hat das Projekt pro bono mit Ideen und Ressourcen unterstützt.

Worin bestanden die größten kommunikativen Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Kampagne?

Wir hatten keine Zeit, kein Budget und keine Organisation. Drei Wochen vor dem Brexit-Referendum fand über persönliche Kontakte eine Runde aus Politik-, Unternehmens- und Agenturvertretern statt und beschloss, etwas zu unternehmen. Die Kernidee der Kampagne und der Claim #wewouldmissyou entstanden an diesem Abend, die strategische und kreative Ausarbeitung folgte in den nächsten Tagen. Parallel haben wir die Gründung des Vereins als Träger und Absender der Kampagne vorangetrieben.

Was ist an der Kampagne innovativ?

Der empathische, positive, emotionale Ansatz der Kampagne ist vielleicht nicht innovativ, aber er war ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber vielen anderen Kampagnen rund um das Referendum.

Welche Ressourcen hatten Sie zur Verfügung?

Wir haben für die Kampagne bei Unterstützern 12.000 Euro Media-Budget für das Facebook-Targeting eingeworben. Darüber hinaus floss während der gesamten Kampagne kein Geld, alle Beteiligten haben sich ehrenamtlich beziehungsweise pro bono engagiert. Insgesamt gehen wir von etwa eineinhalb Vollzeitstellen für den Kampagnenzeitraum aus. Darüber hinaus bekamen wir Unterstützung von Influencern und Multiplikatoren (unter anderen Olafur Eliasson, Julia Jentsch, Juli Zeh und Gesine Schwan).

Welche Erfolge konnten Sie verbuchen und an welchen Kriterien haben Sie diese gemessen?

Unter dem Hashtag #wewouldmissyou wurden innerhalb von zwei Wochen mehr als 500 Social Posts veröffentlicht, die meisten auf Facebook, aber auch auf Twitter, Instagram und Youtube. Auf Facebook haben wir mehr als drei Millionen Menschen erreicht und über 170.000 Interaktionen erzielt. Die Facebook-Page der Kampagne erreichte mehr als 3.000 Likes.

Lesen Sie hier Teil 7 der Serie: die Azubi-Kampagne der Jungen Union.

Martin Gutheil

ist Head of Business Development bei C3 Creative Code and Content. (Foto: C3)