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Foto: Laurin Schmid
Fotostrecke Zukunft

Das Morgen von Gestern

Ob es um milliardenschwere Prestigeprojekte, ideologiegetränkte Staatsziele oder neue Kommunikationstools geht: Manche Dinge, denen heute eine große Zukunft beschieden wird, gehören morgen schon der Vergangenheit an. Beispiele für solche Artefakte finden Sie in unserer Fotoreportage.

Redaktion

Von der Stadtrohrpost bis zum Flughafenprojekt BER: Vieles, was einst als zukunftsweisend galt, hat seinen Zenit schon bald wieder überschritten. Werfen wir einen Blick zurück nach vorn.

Die Stadtrohrpost Berlin ging 1876 für die Öffentlichkeit in Betrieb und entwickelte sich rasch zur größten Anlage der Welt. Im Ersten Weltkrieg hatten fast alle Regierungsstellen und der Admiralstab der Kaiserlichen Marine einen Anschluss. Im Bild: Installation im Kommunikationsmuseum Berlin.

Foto: Laurin Schmid

 

Nachdem es 1988 auf der Cebit vorgestellt worden war, gab es das Mobiltelefon "Pocky C450-31" von 1989 an für das C-Netz der Deutschen Bundespost (im Bild: Exponat im Kommunikationsmuseum Berlin). Es wog 600 Gramm und war 20,5 Zentimeter hoch. Die maximale Gesprächsdauer lag bei 30 Minuten.

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Die Paternoster im Altbau des Auswärtigen Amts am Werderschen Markt in Berlin stammen aus den dreißiger Jahren und genießen Bestandsschutz. Alle zwei Monate werden sie gewartet. Der "Beamtenbagger" kann mehr Personen befördern als ein moderner Lift – und verbraucht dabei weniger Energie.

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SED-Generalsekretär Walter Ulbricht verkündete am 9. Juli 1952 das Staatsziel der DDR – den Aufbau des Sozialismus. Im Bild: Walter Womackas Fensterbild über die Geschichte der Arbeiterbewegung im ehemaligen Staatsratsgebäude, dem heutigen Sitz der ESMT European School of Management and Technology.

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NS-Architekt Albert Speer wurde 1937 von Adolf Hitler beauftragt, den Umbau Berlins zu planen. Seine Entwürfe zur Zukunft der Stadt waren keine Utopie, sondern reale Bauvorhaben mit verbrecherischen Folgen. Im Bild: Ausstellung "Mythos Germania – Vision und Verbrechen" des Vereins Berliner Unterwelten.

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Eine Fusion von Berlin und Brandenburg fiel am 5. Mai 1996 bei den Brandenburger Bürgern durch. Der 2014 eröffnete Neubau des Landtags Brandenburg wurde dennoch so groß gebaut, dass ein Parlament beider Länder künftig darin Platz hätte – für eine weitere Stuhlreihe im Plenarsaal ist alles vorbereitet.

Foto: Laurin Schmid

 

Die Zukunft des BER steht in den Sternen. Ob der Hauptstadtflughafen tatsächlich 2017 eröffnet wird, vermag derzeit niemand zu sagen. Die einzig verlässliche Größe in Sachen Pannen-Airport bleibt der "BER count up" – das Zählen der Tage seit Nichteröffnung (Stand 1.12.2015: 1277).

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