Big Data

Lehren aus dem Daten-Wahlkampf der SPD in Niedersachsen

Dass personalisierte Daten gesammelt und für Prognosen über den Ausgang einer Wahl verwendet werden, ist eigentlich nichts Neues. Obama und Trump haben es vorgemacht und mit der Verwendung von riesigen Datenkraken gezielt potenzielle Wählergruppen mobilisiert. In Deutschland arbeiten Agenturen und Parteien oftmals noch mit Fokusgruppen und Umfragen. Im Landtagswahlkampf im vergangenen Jahr in Niedersachsen wurde deutlich, dass Daten nicht gleich Daten sind.

Daten gehören ins Zentrum jeder Kampagnen­strategie

Algorithmen entfalten ausgehend von den Inhalten, die wir konsumieren, eine selbstreferenzielle Bestätigung von Meinungen und Überzeugungen. Politische Akteure müssen auf diese Disruption der politischen Meinungs- und Willensbildung reagieren und Daten in den Mittelpunkt ihres kommunikativen Handelns stellen. Aber wie trifft man datenbasierte Kommunikationsentscheidungen in einer digitalen Kampagne?

Smarte Wahlkämpfe

In dem Buch "The Victory Lab" stellt der amerikanische Journalist Sasha Issenberg eine steile These auf: Wo ein Wähler sein Kreuz macht, wüssten moderne Kampagnen schon, bevor es der Wähler selbst weiß. Realitätsfern ist das nicht: Die Berechenbarkeit von Wahlverhalten mit Hilfe von Big Data war die letzte große Innovation in Barack Obamas Kampagnen.

Wie Algorithmen die Politik verändern

Vor etwa 15 Jahren, Google war gerade gegründet, fragte ein Journalist Sergey Brin und Larry Page, ob es nicht vermessen wäre, mit ihrer Suchmaschine das Wissen der Welt organisieren zu wollen. Sie antworteten, dass es ihnen nicht nur darum ginge – ihr Traum sei vielmehr die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und die Suchmaschine der Weg dahin. Heute ist Google/Alphabet der größte KI-Konzern der Welt.

Big Data, Big Deal

Es vergehen noch rund 500 Tage, bis der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016 in die heiße Phase eintritt. Dennoch wissen die Kampagnen-Verantwortlichen der Grand Old Party, der republikanischen Partei, bereits jetzt, wer ihre Wähler sein werden, wie die Stimmpotenziale verteilt sind und wer sie im Wahlkampf beim "Canvassing" vermutlich unterstützen wird. Das Instrument, auf das sie zurückgreifen, ihre neue Wunderwaffe, heißt i360. Sie verknüpft Datenströme aus unterschiedlichsten Quellen. Das Ziel: der gläserne Wähler.

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