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Funken auf allen Kanälen

Auf welche Weise kommunizieren Bundestagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter am liebsten mit Bürgern und Lobbyisten? p&k fand es in einer Umfrage heraus.

Von Christina Boge

Nur einen Klick entfernt: Die Webseiten der Abgeordneten sind für diese das zentrale Medium zur Kommunikation mit den Wählern. Trotzdem bleibt auch der persönliche Kontakt enorm wichtig – was für den Kontakt mit Interessenvertretern ebenso gilt. Das ergab eine Umfrage von p&k.
Insgesamt 93 Büroleiter von Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben an der Online-Studie zum Mediennutzungsverhalten der Volksverteter teilgenommen. Von Interesse war hierbei, welche Medien die Abgeordneten nutzen – oder ob es vielmehr auf den direkten Kontakt ankommt. Stichprobenartig hat die Redaktion auch mit mehreren Parlamentarier persönlich gesprochen. Der Austausch zwischen den Parlamentariern und ihren Wählern erfolgt heute in weiten Teilen über das Internet. Dabei versuchen die Abgeordneten vor allem, die Bürger mit einem eigenen Internet­auftritt zu erreichen (36 Prozent). Gleich darauf folgen E-Mail-Newsletter (20 Prozent). Fast alle (90 Prozent) nutzen auch Soziale Netzwerke, wobei Facebook (46 Prozent) vorn liegt. Aber auch Twitter und Youtube sind beliebt. Über die Hälfte (56 Prozent) nutzen diese Plattformen regelmäßig.
Wenn es darum geht, sich über politische Positionen von Unternehmen und Verbänden zu informieren, bevorzugen die Abgeordnetenbüros Online-Angebote, die jederzeit verfügbar sind (44 Prozent). Diese liegen klar vor der beständig wachsenden Flut an Newslettern und Infomails (9 Prozent). Persönliche Gespräche bleiben weiterhin viel wert – jeder Dritte baut auf sie.
Weiteres Ergebnis der Studie: Abgeordnete sind gegenüber Informationen von Interessenvertretern skeptisch, weil sie sie selten als neutral, sondern meist als interessengeleitet ansehen. Dabei halten sie Informationen von Unternehmen für am wenigsten glaubwürdig. Vielleicht fangen deshalb die MdB-Mitarbeiter so viele E-Mails ab: Über die Hälfte von ihnen leitet maximal nur 40 Prozent der eingehenden Mails an den Abgeordneten weiter. Nur 20 Prozent der elektronischen Nachrichten kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt beim Adressaten an.