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Foto: Thinkstock/Naypong
Politik

p&k fragt nach Bauchentscheidungen

Auch bei komplexen Sachfragen entscheidet immer wieder auch der Bauch. Welche politische Entscheidung sie zuletzt eher emotional getroffen haben, haben wir Christina Kampmann, Lucia Puttrich, Franziska Giffey, Roderich Kiesewetter, Katarina Barley und Alexander Graf Lambsdorff gefragt.

Redaktion

Christina Kampmann (SPD), Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Foto: Veit Mette

"Die Entscheidung Ministerin zu werden, war für mich, neben rationalen Erwägungen, auch eine emotionale. Ich bin einmal in die Politik gegangen, um die Gesellschaft gerechter zu machen und voranzubringen. Dazu in einem für die Sozialdemokratie so wichtigen Bereich wie der Familienpolitik nun die Möglichkeit zu haben, bedeutet mir unglaublich viel."

 

Franziska Giffey (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln

Foto: SPD

"Jede politische Entscheidung sollte auch ein Stück weit von Emotion getragen sein, von dem Herz, das für andere schlägt. Vor allem für diejenigen, denen es schlechter geht in diesem Land, die nicht im wohlbehüteten Wohlstandsnest geboren und aufgewachsen sind. Dabei ist vor allem das, was für die Kinder getan wird, niemals verschwendet."

 

Lucia Puttrich (CDU), Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund

Foto: Staatskanzlei

"Politische Entscheidungen sind nie frei von Emotionen. Die Debatte um das Hospiz- und Palliativgesetz im Bundestag und Bundesrat hat sehr gut in Erinnerung gerufen, dass Politik von Menschen für Menschen gemacht wird. Für mich persönlich war wichtig, dass das Leben eines sterbenden Menschen nicht schnell beendet, sondern das Ende eines Lebens würdevoll begleitet wird."

 

Katarina Barley, Mitglied des Deutschen Bundestags und Generalsekretärin der SPD

Foto: Susie Knoll

"Politische Entscheidungen muss man immer nach einer gründlichen Abwägung treffen. Neben wissenschaftlichen und rechtlichen Einschätzungen gibt es dabei auch einen persönlichen, emotionalen Anteil. In Erinnerung geblieben ist mir in diesem Zusammenhang die Debatte um die Sterbehilfe. Dieses Thema berührt etwas ganz Fundamentales, dem sich keiner entziehen kann. Da spielen persönliche Erfahrungen wahrscheinlich eine ebenso große Rolle wie wissenschaftliche Erkenntnisse."

 

Roderich Kiesewetter (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestags und Präsident des Reservistenverbands

Foto: Wikimedia Commons/Foto-AG Gymnasium Melle/CC BY 3.0

"Ich versuche, Entscheidungen nicht emotional zu treffen, sondern bin bemüht, meine Entscheidungen auf der Grundlage rationaler Überlegungen nach Abwägung aller Fakten und Daten zu treffen. Manchmal hilft es, über eine Entscheidung erstmal eine Nacht zu schlafen und in der Regel hilft Gelassenheit."

 

Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Vizepräsident des Europäischen Parlaments

Foto: FDP

"Ich setze mich seit vielen Jahren für Menschenrechte ein und habe unzählige mutige Menschen kennen gelernt, von bekannten Aktivistinnen wie Zhanna Nemzowa, Ensaf Haidar oder Leyla Yunus bis hin zu Unbekannten aus Belarus, Algerien oder China. Oft kämpfen sie unter schwierigsten Bedingungen und unter Lebensgefahr für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und bürgerliche Freiheiten. Die Entscheidung darüber, ob wir ihre Arbeit mit den begrenzten Mitteln des Europäischen Demokratiefonds unterstützen, hat immer auch eine emotionale Komponente."