Wahl

Die Liberalen sind wieder da

In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember strahlt Tim Farron über das ganze Gesicht. Gerade hat seine Parteikollegin Sarah Olney die Unterhausnachwahl in Richmond Park, im Westen Londons, gewonnen. Sie holte 49,68 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von 30 Prozentpunkten gegenüber der letzten Parlamentswahl. Mit einem durch und durch proeuropäischen Wahlkampf hat sie dem ehemaligen konservativen Abgeordneten und Kandidaten für das Bürgermeisteramt in London, Zac Goldsmith, das Mandat abgenommen. Und damit ein Zeichen gesetzt: die Liberalen sind wieder da.

"Trump genießt Narrenfreiheit"

Hätte ich Sie vor einem Jahr gefragt, wer der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird, was hätten Sie geantwortet?

Ich hätte gesagt: Hillary Clinton wird es im zweiten Anlauf schaffen, weil sich bei den Demokraten nur ein Häuflein von Konkurrenten abzeichnete und die meisten nur Staffage waren, damit es nicht so mickrig aussieht. Bei den Republikanern zeichnete sich damals Jeb Bush ab und bei einer Konstellation Clinton vs. Bush hätte ich Clinton vorn gesehen.

Müller vs. Henkel: Der Körpersprachen-Check

"Müller auf SPD-Plakaten unscharf und im Hintergrund" – so lautete eine der Überschriften, als die Berliner SPD Ende Juli ihre erste Plakatwelle für die Abgeordnetenhauswahl 2016 vorstellte. Die Überschrift stimmte. Im Vordergrund standen andere Menschen, allen voran eine Frau mit rosa Kopftuch, die eine Rolltreppe hinunterfährt, während der Regierende Bürgermeister – eher unscharf am Bildrand – in entgegengesetzter Richtung hinauffährt.

Clinton vs. Clinton

Jetzt ist also offiziell, was seit Monaten ohnehin schon klar war: Hillary Clinton hat Sonntagnachmittag Ortszeit ihre Kandidatur bekannt gegeben und damit die Vorwahl der Demokraten – noch konkurrenzlos – begonnen. Doch die Hillary Clinton, die sich in einem Video vor potenziellen Wähler präsentiert, ist eine ganz andere als jene, die vor acht Jahren ihre Ambitionen öffentlich gemacht hat. Der Vergleich beider Ankündigungen sagt weniger über die Veränderung der Kandidatin aus als über die Veränderung in unserem Brotberuf: Kampagne. 

Abstieg auf Raten

Beim Fernsehduell der Parteivorsitzenden im Wahlkampf 2010 schlug die große Stunde von Nick Clegg. Zwischen dem damaligen Premierminister Gordon Brown und seinem konservativen Herausforderer David Cameron wirkte der Vorsitzende der Liberalen ausgesprochen authentisch, spritzig und witzig. Clegg wurde von einer Sympathiewelle getragen, die damals von der britischen Presse "Clegg-Manie" getauft wurde.

Zementierte Freude

Hamburg hat gewählt. Die SPD ist der Gewinner der Bürgerschaftswahl, die CDU mit sechs Prozentpunkten Stimmenverlust der absolute Verlierer. Für einen Mimik-Check sind die ersten und spontanen Reaktionen auf die Hochrechnungen am zuverlässigsten, weil dort die Emotionen noch frisch sind. Was hat die Mimik der Beteiligten also verraten?

Sensible Seitenwechsel

Douglas Carswell hat es geschafft: Der ehemalige Abgeordnete der Konservativen Partei wurde Anfang Oktober bei einer Nachwahl als erster Abgeordneter der UKIP ins britische Parlament gewählt. Dabei hätte sein Parteiwechsel aufgrund der Parlamentsstatuten gar keine Nachwahl erfordert. Carswell hatte sich bewusst für diesen Weg entschieden, um den Beweis anzutreten, dass seine Wiederwahl auch als UKIP-Kandidat gesichert ist.

Abrechnung mit Obama

Jetzt ist also das passiert, was ohnehin schon seit Wochen klar war: Der Senat ist ab Januar republikanisch dominiert. Die Demokraten haben nur eines der – manchmal gar nicht so – knappen Rennen für sich entscheiden können.*

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