Die Linke

Das Machtsystem der Linken-Doppelspitze

Als Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht 2015 die Spitze der Linksfraktion übernahmen, hätte kaum jemand gewettet, dass dieses Bündnis mehr als drei Jahre lang halten würde. Politisch trennte den Reformer aus dem Osten und die Frontfrau des linken Flügels viel. Die Reformer wollten mit SPD und Grünen regieren, der linke Flügel witterte überall Verrat und Anpassung an den neoliberalen Mainstream. Noch schwerer wog: Die Atmosphäre war vergiftet.

Das Büro von ... Katja Kipping

Leporello: Das Faltblatt symbolisiere nicht, dass sie auf Verbote stehe, stellt Kipping klar. Darauf abgebildet sind die Lebens­aspekte, die im Hartz-IV-Regelsatz nicht vorgesehen sind. Vor rund vier Jahren hat Kipping, Kritikerin des ALG-II-Konzepts, die Grafik während einer Aktion im Bundestag zur Veranschau­lichung hochgehalten.

Parteilogos im Wandel der Zeit

Anfang des Jahres stellte die FDP auf dem Dreikönigstreffen ihr neues Partei-Logo inklusive neuem Beinamen vor. Die Liberalen sind jetzt wieder die Freien Demokraten und kehren damit zu ihrem Ursprung zurück. Mit der neuen Farbe Magenta, neben den traditionellen Farben Blau und Gelb, ist die Parteienlandschaft in Deutschland jetzt noch farbenfroher.

Rhetorikcheck: Jörn Wunderlich

Selten hat die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) einen Redner mit einem solchen Lächeln, Augenzwinkern und langen Blick angekündigt wie Jörn Wunderlich (Die Linke). Schnell wird klar, warum: Es geht endlich einmal wieder um diejenigen, die zu kurz kommen in unserem Land. Richtig, natürlich die Frauen! Roths quergestreiftes, weißblaues Matrosenshirt unter dem Blazer verrät ihre rebellische Grundhaltung. Doch was kann ein Mann wie Wunderlich zum Kampf gegen die Unterdrückung der Frau beitragen?

Die Souveräne: Susanna Karawanskij

"Oh Gott! Wie verrückt!" Susanna Karawanskij – schwarzes Haar, schwarzes Kleid, schwarze Pumps – sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen in ihrem Bundestagsbüro, zieht die Augenbrauen hoch und lacht. Dass manche Zeitungen sie zum "neuen, schönen Gesicht des Sozialismus" und zur Konkurrenz für die Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hochstilisieren, amüsiert die Linken-Abgeordnete aus Nordsachsen sichtlich.

Roter Kämpfer

Wer behauptet, Linke hätten mit Gott nichts im Sinn, der kennt Bodo Ramelow nicht. Der Thüringer Fraktionschef der Linken ist bekennender Christ. Danach gefragt, ist der 57-Jährige zunächst überrascht. „Ich gehe damit nicht hausieren. Aber mein Glaube begleitet mich durch das Leben.“ Es ist nicht das einzig Bemerkenswerte an ihm.

Youngsters im Anmarsch

In die „Tiefste Provinz“ hat es Max Koziolek verschlagen – so heißt das kleine Theater im brandenburgischen Kremmen, das dem jungen Mann in lässiger Hose und leichtem Baumwolljackett an diesem Sonntag im August als politische Bühne dienen soll. Die rund 80 Besucher finden nur knapp Platz, um das Wahlkampf-Schauspiel auf dem Podium zu verfolgen, in dem Max Koziolek für sie allerdings eher die Nebenrolle spielt. Ihr Hauptdarsteller – das wird schnell klar – ist Gregor Gysi.

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