Spitzenpolitiker im Online-Check

Social Media

Ein Resultat hinsichtlich der Relevanz der Kommunikationskanäle ist, dass Instagram hinter Twitter die zweitstärkste Plattform der Kanzlerkandidaten ist. Bei den Parteien ist die Rangfolge hingegen Twitter vor Facebook.

Im Social-Media-Rennen der Kanzlerkandidaten um die Gunst der Wählerstimmen im Netz liegt Annalena Baerbock (Grüne) mit großem Vorsprung an der Spitze. Dabei generieren Baerbocks Accounts sogar mehr Follower-Reichweite als die nationalen Partei-Accounts der Grünen. Auf Instagram, Facebook und Twitter liegt Baerbock im Follower-Vergleich mit insgesamt 459.000 Fans vor Armin Laschet (240.000) und Olaf Scholz (190.000).

Von größerer Relevanz ist allerdings die Tatsache, dass Baerbock auch die besten Engagement-Werte erzielt. Der Engagement-Wert errechnet sich aus der Relation von Interaktionen und Followern. Besonders deutlich wird Baerbocks Führungsrolle auf Instagram. Dort hat sie dreimal mehr Follower als Laschet und sogar neunmal mehr als Scholz.

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Die Posting-Power der Kanzlerkandidaten

Ein Blick auf die Anzahl der Social-Media-Beiträge auf Insatgram, Facebook und Twitter im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 24. Mai ergibt folgende Lage: Auf den Accounts von Baerbock wurde mit 400 Beiträge am wenigsten gepostet. Laschets Accounts weisen mit 472 Beiträgen nur unwesentlich mehr Aktivität auf. Scholz liegt mit insgesamt 1023 Beiträgen klar in Führung. Besonders auffällig ist sein Twitter-Account mit 752 Tweets: Das entspricht einem Durchschnitt von fünf Tweets pro Tag im untersuchten Zeitraum.

Die Politiker mit den meisten Followern

Ministerpräsidenten und Parteivorsitzende stehen in ihren exponierten politischen Ämtern auch in den sozialen Netzwerken im Mittelpunkt. Das zeigt das Ranking der Politiker mit den meisten Followern. Die drei reichweitenstärksten deutschen Spitzenpolitiker auf den Kanälen Facebook, Instagram und Twitter sind Christian Lindner (FDP) vor Michael Sonneborn (Die Partei) und Markus Söder (CSU). Den Kanzlerkandidaten Baerbock und Laschet gelingt anders als Scholz der Sprung in die Top 5. Ihre Followerzahl liegt allerdings deutlich hinter der von Lindner, Sonneborn und Söder.

Lindner kommt hier zugute, dass er bereits im Bundestagswahlkampf 2017 die Digitalisierung zu seinem Thema gemacht und sich durch die kontinuierliche, qualitativ gute Bespielung seiner Kanäle eine hohe Reichweite aufgebaut hat.

Ministerpräsidenten-Rankings: Söder führt, Laschet in der Spitzengruppe

Unter den Ministerpräsidenten führt Söder die Follower- und Engagement-Rankings deutlich an. Laschet bietet eine starke Performance mit Platzierungen auf Rang zwei und drei. Die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holsteins und Niedersachsen, Daniel Günther (CDU) und Stephan Weil (SPD), landen in beiden Rankings am unteren Ende zwischen den Plätzen acht bis zehn. Die Bürgermeister von Hamburg und Bremen, Peter Tschentscher (SPD) und Andreas Bovenschulte (SPD), schaffen es in beiden Rankings nicht auf einen der ersten zehn Plätze.

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Fazit

Social-Media-Kanäle eignen sich insbesondere für tagesaktuelle Themen als Kommunikationsbühnen für Parteien und Politiker. Daher ist ein digitaler Wahlkampf zu erwarten, in dem die Reichweite der Kanzler- und Spitzenkandidaten eine entscheidende Rolle spielen könnte. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Reichweite der Kandidaten in den kommenden Monaten entwickelt. Bei den beachtlichen Reichweiten wird Social-Media-Content einen relevanten Einfluss auf die Meinungsbildung und damit auch auf die Wahl haben.

Parteien und Politiker sollten noch mehr an Content-Strategien für die sozialen Medien feilen. Anders als Drittmedien ermöglichen Social-Media-Kanäle eine ungefilterte Ansprache und eine spontane Platzierung eigener Standpunkte.

Die gesamte Analyse finden Sie hier.