Seit zwei Jahren vertritt Philip Murphy als Botschafter in Berlin die Interessen des US-Präsidenten. p&k sprach mit ihm über den „American Dream“, Barack Obama und Wikileaks.
p&k: Herr Botschafter, wir wollen mit Ihnen über den „American Dream“ reden. Hat sich Ihr persönlicher Traum erfüllt, als Sie oberster Vertreter der USA in Deutschland geworden sind?
Philip Murphy: Aus beruflicher Sicht: eindeutig. Keine Aufgabe, die ich nach meiner Zeit als US-Botschafter in Deutschland wahrnehmen werde, kann an mein jetziges Amt heranreichen. Es ist eine besondere Ehre. Aus persönlicher Sicht ist meine größte Herausforderung allerdings, ein guter Vater zu sein. Meine Frau und ich haben vier Kinder, die noch sehr jung sind. Das ist eine Aufgabe, über die ich mir ständig Gedanken mache, und die mich noch viele Jahre beschäftigen wird.
Sie sind seit 2009 US-Botschafter, kennen die Deutschen mittlerweile gut. Der Begriff „German Angst“ steht im Ausland für eine angeblich typisch deutsche Eigenschaft: die Verzagtheit. Haben die Deutschen genügend Träume?
Wenn mich Leute fragen, was mir an Deutschland am besten gefällt, sage ich ihnen, dass mich das Land an die USA erinnert. Bei den Vorlieben und Charakterzügen haben beide Länder viele Gemeinsamkeiten. Historisch verbindet uns Vieles. Denken Sie nur daran, dass Amerikaner mit deutschen Wurzeln die größte Bevölkerungsgruppe in den USA darstellen. Klar gibt es Unterschiede: Das politische System ist ein ganz anderes, Geld spielt im Wahlkampf eine viel größere Rolle als in Deutschland. Doch sowohl Präsident Obama als auch Bundeskanzlerin Merkel verdeutlichen, dass es in beiden Ländern möglich ist, von ganz unten nach ganz oben zu kommen. Natürlich haben beide Länder ihre eigene Geschichte, ihre eigene Kultur, ihren eigenen Stil. Aber die Biografien von Barack Obama und Angela Merkel zeigen: Beide hatten Träume – und beide haben sie verwirklicht.
Bleiben wir bei Barack Obama: Während seiner sechstägigen Europa-Reise Mitte Mai besuchte er Irland, Großbritannien, Frankreich und Polen: Warum ließ er Deutschland aus?
Auf diese Frage habe ich mich gefreut. Lassen Sie mich noch einmal kurz aufzählen, wie oft Präsident Obama in Deutschland war: 2008 besuchte er Berlin als Kandidat – ein Auftritt, der vielen Deutschen in Erinnerung geblieben ist. Im ersten Jahr seiner Amtszeit hat er Deutschland zwei Mal besucht, bei keinem anderen US-Präsidenten war das der Fall. Dazu kommt, dass er Bundeskanzlerin Merkel Anfang Juni zu einem Staatsbankett ins Weiße Haus eingeladen hat, um ihr die Freiheitsmedaille zu überreichen. Aus politischer Sicht war das eine ganz besondere Ehre.
Das heißt, es gibt keine Krise in der deutsch-amerikanischen Beziehung?
Der Präsident hätte kein Staatsbankett veranstaltet, wenn er für Deutschland oder Angela Merkel nicht den größtmöglichen Respekt empfinden und sie als wichtige Partnerin in Europa einschätzen würde.
| « | Mai 2012 | » | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| KW | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 18 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 19 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 20 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 22 | 28 | 29 | 30 | 31 | |||
Sitzungswoche Bundestag
Plenarsitzung Bundesrat
Plenartagung EU-Parlament
p&k verrät Ihnen Wechsel und Wahl-News jetzt noch schneller und direkter: per Twitter. Abonnieren Sie hier unser Gezwitscher.
twitter.com/pundkErste Medien melden angeblichen Röttgen-Rücktritt vom Ministeramt. #Röttgen
vor ungefähr 20 StundenKienbaum-Studie: Regierung hält eigene Frauenquoten-Vorgaben nicht ein. http://t.co/P38x1hsI
vor 1 TagEndlich mal ein Superheld, der sich gepflegt ausdrückt. http://t.co/pumHvtlr
vor 7 TagenDer Bürgerdialog der Bundeskanzlerin ist mehr Regierungs-PR denn ein Angebot zur Partizipation – sagen Kritiker. Zu unverbindlich sei die Aktion.
Die Automobilbranche ist immer noch das Herzstück der deutschen Wirtschaft, und ihre Akteure sind gut vernetzt – p&k analysiert die Machtstrukturen in der Verkehrspolitik.
China will seinen Einfluss in der Welt ausbauen. Wichtiger Teil der Strategie sind die Konfuzius-Institute – p&k zeigt, wie die „sanfte Machtausdehnung“ funktioniert.