Wahlkampf

"Politikverächter sind die Krisengewinner"

Die Situation im bayerischen Wahlkampf hat sich zugespitzt: Die CSU verliert in den Umfragen weiter an Zustimmung, die SPD kann davon überhaupt nicht profitieren, während die AfD immer stärker wird. Was nun, CSU? Karl-Rudolf Korte, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und Direktor der NRW School of Governance, im Gespräch über den neuen Extremismus der Mitte.

"Unsere größte Herausforderung: Aufmerksamkeit erringen"

Die FDP will in Bayern zurück in den Landtag. Martin Hagen, selbstständiger Kommunikations- und Strategieberater, tritt an als Spitzenkandidat ohne Amt. Er war acht Jahre lang Geschäftsführer der FDP in Bayern, jetzt ist er einfaches Mitglied seiner Partei, die mit einer knallbunten Kampagne an den Stil der Bundestagswahl anknüpft. 

Herr Hagen, was muss in den Köpfen der Wähler passieren, damit acht Prozent der Menschen sich am 14. Oktober in Bayern dafür entscheiden, der FDP ihre Stimme zu geben?

­Wer sich ­zuerst ­bewegt, hat gewonnen!

Emmanuel Macron und Sebastian Kurz haben es vorgemacht – schwappt der Trend, das Parteiensystem durch neue Bewegungen disruptiv zu verändern, jetzt auch nach Deutschland über? Zumindest scheint die Zeit reif dafür, zählt man eins und eins zusammen.
Die Bevölkerung jedenfalls steht neuen Bewegungen offen gegenüber. Laut einer Forsa-­Umfrage können sich 57 Prozent der Wahlberechtigten vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl "eine Partei der Mitte wie die von Macron in Frankreich zu wählen".

"Mit der Ratio alleine werden Sie nicht alle Menschen erreichen"

Franz Josef Strauß war Ihr Entdecker, Lehrmeister und väterlicher Freund. Was sind Sie für Markus Söder?

Ich bin für Markus Söder ein Mentor, der ihm aus seiner langen politischen Erfahrung heraus bei Bedarf den einen oder anderen Rat geben kann. Ich habe seine politische Karriere seit Langem wohlwollend begleitet und unterstützt.

Seit wann kennen Sie ihn, wie wurden Sie auf ihn aufmerksam?

Quadratisch, praktisch, bunt: Politik auf Instagram

Ein Kakao-Herz im Cappuccino-Schaum, Lifestyle-­Tipps und Selfies vor perfekter Strandkulisse – was hat all das mit Politik zu tun? Einiges, denn die Social-Media-Plattform Instagram wird auch für die politische Kommunikation immer interessanter. Instagram wächst und erreicht in Deutschland mittlerweile mehr als 15 Millionen Nutzer, die täglich aktiv sind (Stand: August 2017). Zum Vergleich: 2015 waren es gerade einmal 4,5 Millionen. Das entspricht einer Nutzersteigerung von mehr als 233 Prozent in zwei Jahren.

Wahlkampf mit Arroganz und Härte

Der bayerische Landtagswahlkampf hat kaum begonnen – und doch ist er schon jetzt reich an Anekdoten, Inszenierungen und Symbolik. Zugegeben: Diese Dynamik ist nicht nur der Agilität des neuen Ministerpräsidenten zu verdanken, sondern hat mit der politischen Großwetterlage zu tun, die in ganz Europa populistische Parteien in die Parlamente und ins öffentliche Bewusstsein spült. Andererseits wurde der frühe Start des Wahlkampfs durch die Ämterrochade an der Regierungsspitze verursacht.

Lehren aus dem Daten-Wahlkampf der SPD in Niedersachsen

Dass personalisierte Daten gesammelt und für Prognosen über den Ausgang einer Wahl verwendet werden, ist eigentlich nichts Neues. Obama und Trump haben es vorgemacht und mit der Verwendung von riesigen Datenkraken gezielt potenzielle Wählergruppen mobilisiert. In Deutschland arbeiten Agenturen und Parteien oftmals noch mit Fokusgruppen und Umfragen. Im Landtagswahlkampf im vergangenen Jahr in Niedersachsen wurde deutlich, dass Daten nicht gleich Daten sind.

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