Wahlkampf

"Seehofer und Söder werden sich nicht halten können"

Die Wahl in Bayern steht unmittelbar bevor, die CSU ist in heller Panik angesichts von zuletzt nur noch 33 Prozent Zustimmung. Im letzten Interview vor der Wahl spricht Lars Rademacher mit dem Wahlkampfmanager Professor Markus Karp, der an der TH Wildau bei Berlin Personalmanagement und Politikwissenschaft lehrt und für Christian Wulff den Regierungswechsel in Niedersachsen vorbereitet hat, über die gescheiterte Wahlkampfstrategie der CSU und die Spätfolgen des Unionsstreits.

"Inhaltlich war es mit der CSU nicht immer leicht für uns"

Die Freien Wähler gelten als heißer Anwärter auf eine bürgerliche Regierungskoalition in Bayern. Der Generalsekretär und stellvertretende Landesvorsitzende der Freien Wähler Bayern, Michael Piazolo, spricht im Interview über die kommunalpolitische Herkunft seiner Partei, ihre Schwierigkeiten mit der CSU  und darüber, warum man den Wahlkampf seiner Meinung nach nicht überschätzen sollte.

Die Trickkiste der ­Doppelwahl

Die bayerische SPD ist nicht zu beneiden. Sie hat insgesamt nur rund zwei Millionen Euro für ihren Landtagswahlkampf zur Verfügung – und das im flächengrößten deutschen Bundesland. Angesichts des drohenden vierten Platzes (nach CSU, Grünen und AfD) kann man auch nicht gerade behaupten, dass sie das politische Momentum auf ihrer Seite hätte. Doch dann kam dieser eine Tag, an dem jemandem aus dem SPD-Team auffiel, dass es die finanziell weit besser aufgestellte CSU versäumt hatte, sich die Domain für ihren Wahlkampfslogan "Söder macht‘s" zu sichern.

"Die CSU hat sich einen Schnitzer erlaubt, den haben wir genutzt"

Die Zahlen sind desaströs für die bayerische SPD. Der Generalsekretär der SPD Bayern, Uli Grötsch, wird in diesen Tagen oft nach einem Ausweg gefragt. Der Bundestagsabgeordnete pendelt zwischen Berlin, München und seinem Wahlkreis in der Oberpfalz. Im Interview spricht er über einen SPD-Wahlkampf unter schwierigsten Bedingungen. 

Herr Grötsch, im Moment sind die Umfragewerte für die SPD sicher nicht zufriedenstellend. Was unternehmen Sie, um das Ruder noch herumzureißen?

"Politikverächter sind die Krisengewinner"

Die Situation im bayerischen Wahlkampf hat sich zugespitzt: Die CSU verliert in den Umfragen weiter an Zustimmung, die SPD kann davon überhaupt nicht profitieren, während die AfD immer stärker wird. Was nun, CSU? Karl-Rudolf Korte, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und Direktor der NRW School of Governance, im Gespräch über den neuen Extremismus der Mitte.

"Unsere größte Herausforderung: Aufmerksamkeit erringen"

Die FDP will in Bayern zurück in den Landtag. Martin Hagen, selbstständiger Kommunikations- und Strategieberater, tritt an als Spitzenkandidat ohne Amt. Er war acht Jahre lang Geschäftsführer der FDP in Bayern, jetzt ist er einfaches Mitglied seiner Partei, die mit einer knallbunten Kampagne an den Stil der Bundestagswahl anknüpft. 

Herr Hagen, was muss in den Köpfen der Wähler passieren, damit acht Prozent der Menschen sich am 14. Oktober in Bayern dafür entscheiden, der FDP ihre Stimme zu geben?

­Wer sich ­zuerst ­bewegt, hat gewonnen!

Emmanuel Macron und Sebastian Kurz haben es vorgemacht – schwappt der Trend, das Parteiensystem durch neue Bewegungen disruptiv zu verändern, jetzt auch nach Deutschland über? Zumindest scheint die Zeit reif dafür, zählt man eins und eins zusammen.
Die Bevölkerung jedenfalls steht neuen Bewegungen offen gegenüber. Laut einer Forsa-­Umfrage können sich 57 Prozent der Wahlberechtigten vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl "eine Partei der Mitte wie die von Macron in Frankreich zu wählen".

"Mit der Ratio alleine werden Sie nicht alle Menschen erreichen"

Franz Josef Strauß war Ihr Entdecker, Lehrmeister und väterlicher Freund. Was sind Sie für Markus Söder?

Ich bin für Markus Söder ein Mentor, der ihm aus seiner langen politischen Erfahrung heraus bei Bedarf den einen oder anderen Rat geben kann. Ich habe seine politische Karriere seit Langem wohlwollend begleitet und unterstützt.

Seit wann kennen Sie ihn, wie wurden Sie auf ihn aufmerksam?

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