Wahlkampf

"Die Glaubwürdigkeit der CDU beruht auf dem Bekenntnis zu ihren Wurzeln"

Herr Vogel, Sie sind bis heute der einzige Politiker, der es in zwei Bundesländern zum Ministerpräsidenten gebracht hat. Wie schafft man das?

Dieses Alleinstellungsmerkmal ist nicht mein Verdienst. Es ist einer besonderen Situation nach der friedlichen Revolution in der DDR zu verdanken. Ich hoffe, dass sich eine solche Situation nie wiederholen wird, und ich diesbezüglich ein Unikat bleibe.

Sie hatten ein bewegtes Politikerleben. Was war eigentlich Ihr schönster Erfolg?

"Es gibt kein einzelnes Tool, mit dem man eine Wahl gewinnen würde"

Welche Strategien haben sich für Sie im Wahlkampf bisher bewährt?

Ursprünglich komme ich aus der Lokalpolitik. Die wichtigste Kampagne, an der ich mitgewirkt habe, war die zum Referendum im Mai 2012, als Irland in einer tiefen Finanzkrise steckte. Mit unserer Kampagne haben wir sowohl den Einzelnen als auch die Partei beworben.

Welche Tools haben Sie genutzt?

Wahlumfragen sind keine Wahrsagerei

Es war ein Katastrophenjahr für Umfragen: 2016 stimmte erst die Mehrheit der Briten für den Ausstieg aus der EU, ein paar Monate später stimmten die Wahlmänner und -frauen für Donald Trump als Präsidenten der Vereinigten Staaten. Viele Politiker und Politikbeobachter haben die Entscheidungen kalt erwischt. Hieß es nicht, dass Clinton zu 70, 80 oder gar 90 Prozent gewinnen werde? Es kam anders.

"Klarheit ist wichtiger als Haltung"

Welche Mittel und Strategien haben sich für Sie im Wahlkampf besonders bewährt?

Gute Kampagnen haben wir immer dann umgesetzt, wenn wir alle Bereiche an einen Tisch gebracht und transparent zusammengearbeitet haben: Inhalte, Presse, Sprache, Analysen und Daten, Online, Media und so weiter. Wenn ein starkes Team wächst, das Verständnis für Online und Offline hat und den zur Verfügung stehenden Werkzeugkasten genau kennt, ohne auf eins der Werkzeuge zu fixiert zu sein. Alles muss den Zielen dienen, nichts den Werkzeugen an sich.

Aktives Zuhören als Mittel der politischen Kommunikation

Das Konzept des aktiven Zuhörens wurde durch den US-amerikanischen Psychologen Carl Rogers geprägt. Es beschreibt das Zuhören als eine Form der Empathie, die einen proaktiven Charakter hat. Der Zuhörer wird dabei vom reinen Informationsempfänger zum Akteur. So kann er der Gegenseite Verständnis entgegen bringen und eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen.

"Es reicht nicht, nur auf Social Media aktiv zu sein"

Frau Tuttlies, welche Mittel haben sich für Ihre Partei im Wahlkampf besonders bewährt?

Zum einen gibt es keinen Wahlkampf mehr ohne soziale Medien. Beim Brexit haben wir gesehen, welch explosive Wirkung sie haben können. Daher ist es umso wichtiger, dass man dort präsent ist. Angesichts von Fake News müssen wir uns dafür einsetzen, dass Manipulationen wie im Fall des Brexits bei den Europawahlen nicht passieren können.

Wie machen Sie das?

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