Messenger werden als Informationskanal immer wichtiger

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Je näher die Bundestagswahl rückt, desto intensiver beschäftigen sich Parteien und Kandidaten mit der Auswahl der passenden Kanäle, um Wähler zu mobilisieren. Die aktuelle Studie „Informationsverhalten der Deutschen zu politischen Themen“ von Yougov hat sich das Informationsverhalten der Deutschen in Bezug auf politische Themen genauer angeschaut.

Gefragt nach ihren derzeitigen Nachrichtenquellen, gaben insgesamt 20 Prozent der Befragten an, Informationen über das politische Geschehen über Social Media einzuholen. Drei Prozent nutzen laut eigener Angabe dafür den Messenger-Dienst Whatsapp. Im nächsten Schritt wurden die Teilnehmer dazu aufgefordert, einzuschätzen, über welche Kanäle sie sich grundsätzlich in Zukunft informieren würden. Hier verwiesen insgesamt 43 Prozent auf Social Media. 16 Prozent nannten Whatsapp – eine Steigerung um mehr als das Fünffache bezogen auf den Ist-Zustand.

Im Parteienvergleich belegt die Studie, dass Anhänger von AfD und FDP besonders häufig soziale Netzwerke als politische Informationsquelle wählen. Knapp 40 Prozent der befragten AfD-Sympathisanten gaben an, in den vergangenen 30 Tagen politische Nachrichten über Social Media bezogen zu haben. Im Vergleich: Bei der CDU waren es lediglich rund 23 Prozent. Auch Linken-Wähler sind diesen Kanälen gegenüber weniger offen.

Wichtigste Nachrichtenquelle bleibt für Anhänger aller Parteien vorerst mit großem Abstand das Fernsehen. Aber auch Lokalzeitungen sollten Wahlkämpfer nicht als sterbendes Medium abgestempeln. 35 Prozent aller Befragten informieren sich über Regierungstätigkeit und die Positionen von Parteien über gedruckte Ausgaben lokaler Zeitungen.

Ein gutes Drittel der Befragten gab zudem an, in Gesprächen mit Freunden und Bekannten Neuigkeiten über das innenpolitische Geschehen zu erfahren. Internetauftritte von Parteien und Politikern erreichen 13 Prozent der Befragten, genutzt werden sie insbesondere von Personen, die älter sind als 65 Jahre.

Für die Studie hat Yougov insgesamt 1.035 Personen im Zeitraum 20. bis 23. Februar online befragt. Es handelt sich um eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe. Die gesamte Studie finden Sie hier.