Wahljahr

Sanders Erfolgswelle

Bernie Sanders wird nicht der nächste Präsident der USA. Es gibt nicht viele Sicherheiten im Leben, aber das ist eine. Sanders, der im Senat als parteiunabhängiger Politiker aus dem nordöstlichsten Bundesstaat Vermont dient, ist seit wenigen Wochen ein Kandidat um das demokratische Präsidentschaftsticket.

Politischer Quasi-Journalismus

Wahlkampf? „Dafür interessiert sich doch zurzeit noch niemand“, sagt „Stern“-Autor Andreas Hoidn-Borchers. Auch Nico Fried, Leiter der Hauptstadtredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ winkt ab. Ein bisschen Geplänkel hier, ein paar Positionierungsversuche da – heftiges Ringen um die Gunst des Wählers sieht anders aus. Wahl-Experte Karl-Rudolf Korte hat auch gleich die Erklärung dafür parat: Die Hälfte der Wähler entscheide sich erst in den letzten zehn Tagen vor der Wahl, welcher Partei und welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben.

Der Kumpel-Typ

Für eine Frau, die gerne plant, beginnt der Grünen-Parteitag in Berlin mit einer kleinen Irritation. Die Abgesandten aus Nienburg haben sich einen zusätzlichen Platz geschnappt, der eigentlich Verlindens Kreisverband Lüneburg zusteht. Ihr Sitznachbar diskutiert mit den Parteifreunden, redet dann kurz mit ihr. Die Nienburger wollen den Platz nicht hergeben. „Blöd, aber wir wollen uns nicht streiten“, sagt die 34-Jährige diplomatisch. „Dann rotieren wir eben und organisieren noch einen Stuhl.“ Sie packt eine Brötchentüte und einen Laptop auf ihren Tisch.

Wahlkampfvorboten

Am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht“: Mit dieser selbstironischen Bemerkung beendet Sigmar Gabriel seine Rede im Willy-Brandt-Haus, einer Rede, die er eigentlich erst einige Monate später halten wollte. Doch der Druck von außen auf die Troika war dann doch zu groß. Neben Gabriel steht Peer Steinbrück, der designierte Kanzlerkandidat der SPD. Der Norddeutsche zeigt denn auch gleich klare Kante. „Wir setzen auf Sieg und nicht auf Platz“, sagt er.

Die Kanzlermacher

Berlin-Mitte, Unter den Linden

Vom Lifestyle-Magazin „Architectural Digest“, das 2011 seine Redaktionsräume in Berlin aufgab, um zurück nach München zu ziehen, ist nur der Fußabtreter geblieben. „AD“ steht auf der Matte am Eingang, auf der sich seit einigen Monaten die Mitarbeiter der Agentur „Blumberry“ die Schuhe abputzen.

Der Typ von nebenan

Eigentlich ist er schon viel zu spät dran. Sein Pressesprecher hat angerufen, dass die Jugendlichen im Rathaus auf das Gespräch mit ihm warten. Doch Karamba Diaby blickt gerade wieder in erstaunte Augen. Er ist im Mehrgenerationenhaus „Pusteblume“ in Halle-Neustadt unterwegs und verteilt rote Rosen zum Frauentag.

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