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Von Mund zu Mund

Wer Reden schreibt oder hält, muss recherchieren. Mag dieses Wort auch Anklänge an Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten enthalten, umfasst es doch eine einfache und grundlegende Tätigkeit, die in der Sprache der klassischen Rhetorik "Auffinden" (inventio) heißt und auch mit "Ideensammeln" übersetzt werden kann. Gespräche mit Freunden und Experten sind genauso Recherchen wie das Lesen von Büchern, das Surfen im Internet oder das laute Selbstgespräch früh morgens.

Argumentieren mit Würde

Rhetorische Argumente sind keine logischen Beweise, aber unlogisch müssen sie deshalb nicht sein. Dennoch haben sie eine besondere Eigenschaft, die bereits in diesem Herbst die Bundestagsdebatte über ein heikles Gesetz bestimmen wird. Gemeint ist das Gesetz zur passiven Sterbehilfe.

Sechs goldene Regeln für Plenarreden

Die Sternstunden des Parlaments, in denen Plenarreden zu überzeugen und gesetzgeberische Entscheidungen herbeizuführen vermögen, sind selten. Die Würfel fallen außerhalb des Plenums – in Parteizentralen, in Ausschüssen. Wer im Plenum redet, braucht die Mitglieder der eigenen Fraktion beziehungsweise Koalition in der Regel nicht zu überzeugen – sie werden sowieso für das Gesetz stimmen. Die Mitglieder der Opposition sind auch nicht zu überzeugen – sie werden gemäß dem parlamentarischen Brauch sowieso dagegen stimmen.

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