Vertraulichkeit

Zwischen Politik und Presse ist vieles Vertrauenssache

Es ist mehr als 15 Jahre her, dass ich gemeinsam mit einem Kollegen vom "Kölner Stadt-Anzeiger" eine sozialdemokratische Ministerin des damals rot-grünen Kabinetts interviewte. Das Gespräch war nicht besonders ergiebig. Wir versuchten jedoch, beim Redigieren das Beste daraus zu machen. Und dann warteten wir. Ja, wir warteten zum Nervöswerden lange – bis eine halbe Stunde vor Redaktionsschluss endlich der Text eintraf, bei dessen Anblick wir unseren Augen nicht trauten. Denn die Ministerin, ihre Pressestelle oder beide hatten keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Hier ist man unter sich

Junge Kolleginnen und Kollegen waren es damals, zu Beginn der Achtzigerjahre, die sich zusammengetan hatten, weil sie von den renommierten Journalistenkreisen nicht aufgenommen wurden. Erst war es der erste Kreis dieser Art, der "ohne Namen" auskam, später hieß er wegen des Tagungsorts in einer Bonner Gaststätte "Wespennestkreis". Diesen Namen behielten die Jungkorrespondenten lieber bei, als sie das Lokal wechselten und sich im "Spleen" trafen.

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