Vertrauen

Von der Schwierigkeit, kommunikativ Vertrauen aufzubauen

Der 24. September 2017 wird in die Geschichtsbücher als ein Einschnitt in Bezug auf das deutsche Parteiensystem nach dem zweiten Weltkrieg eingehen. Nach einem zugegebenermaßen mauen Wahlkampf gab es lange Gesichter auf Seiten der Volksparteien, während kleinere Parteien triumphierten und sogar wieder oder neu in den Bundestag eingezogen sind. Weder der 2013 noch so erfolgreiche Wahlspruch "Sie kennen mich" von Amtsinhaberin Angela Merkel noch die kumpelhaft-freundliche Art ihres Herausforderers Martin Schulz wurden im erhofften Maße von den Wählern goutiert.

Wie man Vertrauen zurückgewinnt

Der Brexit, die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA, der Erfolg des Populismus in Europa – die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Vertrauensverlust die Welt verändern kann. In Deutschland steht in diesem Jahr die Bundestagswahl an – und die Kommunikation muss auf ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Politik, Wirtschaft, Medien und Nichtregierungsorganisationen reagieren.

Eine Frage des Vertrauens

Wer Politik macht, benötigt Loyalität. Im ganz großen Maßstab die der Wähler, auf den parteipolitischen Ebenen darunter die der eigenen Mitglieder, Mitarbeiter und Gremien. Loyalität bekommt derjenige, der Erfolg, Aufstieg oder Status verspricht. Insbesondere die SPD kann seit vielen Vorsitzenden ein Lied davon singen. Und das nicht nur bei den Amts- und Mandatsträgern, sondern gleichermaßen in der Mitarbeiterschaft. Was neben einem Erfolgsversprechen Loyalität sichert, wird allerdings nur selten betrachtet.

Die Renaissance des politischen Salons

Vertrauen ist ein hohes politisches Gut. Vertrauen muss sich bilden und gelebt werden. Dafür braucht es Einheiten, Räume und Gelegenheiten. Eine der kleinsten Einheiten erlebt seit einiger Zeit eine Renaissance: der politische Salon. Zwei Megatrends befördern seine Entwicklung. Demografischer Wandel und Individualisierung lassen Wirtschaft und Gesellschaft nicht nur altern, sondern vor allem auch bunter und komplexer werden.

Das Vertrauen schwindet

Die deutsche Bevölkerung wird zunehmend skeptischer. Laut der Vertrauensstudie der Agentur Edelman, dem Trust Barometer, sinkt das Vertrauen der Menschen sowohl in Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen als auch in die Medien. Lediglich die deutsche Regierung legt in puncto Vertrauen etwas zu.

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