Verteidigung

Eine verschwiegene Branche

Als Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Spätsommer 2014 eine Krise nach der anderen ereilte, sorgte das bei Hauptstadtjournalisten für mehr Gesprächsstoff als bei jenen, die sich schon seit Jahren und nahezu ausschließlich mit Rüstungspolitik beschäftigen. Denn die sind sich in ihrem Urteil über die neuen "Skandale" überraschend einig: Alles schon lange absehbar, wenn nicht gar vorhersagbar.

Rhetorikcheck: Ursula von der Leyen

Es ist nach 17 Uhr, als Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an das Rednerpult tritt. 38 Abgeordnete haben seit dem Morgen im Deutschen Bundestag zum Haushalt 2015 gesprochen. Die Reihen haben sich gelichtet. Kein Zweifel, auf viele wirkt Ursula von der Leyen routiniert und kompetent in der Sache. Und nicht wenige wünschen sich, ebenso energiegeladen und souverän zu wirken wie sie. Doch machen diese Eigenschaften allein einen guten Redner aus?

Verbrauchte Taktik

´In der deutschen Wehrindustrie pflegt man ein schnoddriges Selbstbewusstsein. „Ob es um Waffen oder Kekse geht, ist im Endeffekt nicht entscheidend. Wenn Nachfrage besteht, wäre es einfach dumm für Unternehmer, die nicht zu bedienen“, so ein Rüstungslobbyist. Doch das Problem der Branche ist gerade die Nachfrage. Die ändert sich seit Jahren rasant. Dabei sind zwei Herausforderungen wesentlich: Die Bundeswehr bestellt weniger und der Export von Sicherheit made in Germany ist problematisch.

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