USA

Debatte über Debatte

Die Präsidentschaftsvorwahlen in den USA gehen in die nächste Runde: In wenigen Tagen findet die erste Republikanische Fernsehdebatte statt. Das Problem: Mittlerweile gibt es über 100 registrierte Kandidaten. Klar ist: Nicht alle davon werden auf der Bühne stehen. Doch was kann eine demokratische, schlüssige Einladungspolitik sein? Anders als in anderen Wahljahren ist das in diesem Jahr nicht nur ein philosophisches Problem. Im Gegenteil: Es hat sogar Auswirkungen auf die Kampagnenstrategie mancher Kandidierenden.

Sanders Erfolgswelle

Bernie Sanders wird nicht der nächste Präsident der USA. Es gibt nicht viele Sicherheiten im Leben, aber das ist eine. Sanders, der im Senat als parteiunabhängiger Politiker aus dem nordöstlichsten Bundesstaat Vermont dient, ist seit wenigen Wochen ein Kandidat um das demokratische Präsidentschaftsticket.

Big Data, Big Deal

Es vergehen noch rund 500 Tage, bis der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016 in die heiße Phase eintritt. Dennoch wissen die Kampagnen-Verantwortlichen der Grand Old Party, der republikanischen Partei, bereits jetzt, wer ihre Wähler sein werden, wie die Stimmpotenziale verteilt sind und wer sie im Wahlkampf beim "Canvassing" vermutlich unterstützen wird. Das Instrument, auf das sie zurückgreifen, ihre neue Wunderwaffe, heißt i360. Sie verknüpft Datenströme aus unterschiedlichsten Quellen. Das Ziel: der gläserne Wähler.

Clinton vs. Clinton

Jetzt ist also offiziell, was seit Monaten ohnehin schon klar war: Hillary Clinton hat Sonntagnachmittag Ortszeit ihre Kandidatur bekannt gegeben und damit die Vorwahl der Demokraten – noch konkurrenzlos – begonnen. Doch die Hillary Clinton, die sich in einem Video vor potenziellen Wähler präsentiert, ist eine ganz andere als jene, die vor acht Jahren ihre Ambitionen öffentlich gemacht hat. Der Vergleich beider Ankündigungen sagt weniger über die Veränderung der Kandidatin aus als über die Veränderung in unserem Brotberuf: Kampagne. 

Bush for transparency?

Jeb Bush will schaffen, was noch kein Mensch vor ihm geschafft hat: der dritte Präsident aus einem Clan zu werden. Das Duo George H. und George W. war als Sohn-Vater-Gespann keine Neuigkeit: Bereits 1825 kam es erstmals dazu, dass der Sohn eines Präsidenten selbst Staatsoberhaupt wurde, als John Quincy Adams, der Sohn des zweiten Präsidenten John Adams (1797-1801) das Amt als Nummer sechs übernahm. Doch Jeb Bush wäre als Bruder und Sohn vormaliger Präsidenten eine historische Premiere.

Run, Warren, Run

"I’m the democratic wing of the Democratic party" wird dem progressiven Hoffnungsträger im demokratischen Vorwahlkampf 2004, Howard Dean, zugeschrieben. Elf Jahre später sind viele der damaligen jungen Mitarbeiter von Dean in führenden Positionen demokratischer Beratungsfirmen. Sie haben die Hoffnung auf eine fortschrittlichere Partei dennoch nicht aufgegeben, bloß die Trägerin ist neu. Heute tragen sie T-Shirts mit der Aufschrift: "I’m the Elizabeth Warren wing of the Democratic Party".

Das Kleine Grüne Haus in der K Street

Man wusste nicht mehr so recht, ob Präsident Warren Harding (1921-1923) einer Regierung vorstand oder zweien. Die eine im Weißen Haus. Die Nebenstelle drei Straßen weiter, 1625 K Street: das Kleine Grüne Haus. Dort ließ es die Polit-Kamarilla aus Hardings Heimatstaat Ohio krachen. Poker, Prostituierte, Alkohol. Den illegalen Sprit lieferte der Chef der Prohibitionsbehörde per Dienstwagen aus konfiszierten Beständen. Die trinkfeste "Ohio Gang" heckte in der Villa Händel aus, die dem Harding-Kabinett bald als multiple Skandale um die Ohren flogen.

Die Eheleute von Campaigns, Inc.

Sie wirkten wie ein adrettes Vorstadtpärchen. Er ein langer Schlacks, wippende Haartolle; sie sein "modischer, attraktiver Partner", der "hübsche Rotschopf", wie kaum ein Porträt zu erwähnen vergaß. Doch sie waren gefürchtet. Bonnie und Clyde, nur mit besseren Manieren, und sie machten mehr Kasse. Als sie 1955 Bilanz zogen, hatten sie 75 Kampagnen gemanagt, 70 gewonnen. Ihre legendärste erledigte den Schriftsteller Upton Sinclair beim Rennen ums Gouverneursamt von Kalifornien. Die wichtigste zerstörte den Aufbau einer US-Krankenversicherung.

Abrechnung mit Obama

Jetzt ist also das passiert, was ohnehin schon seit Wochen klar war: Der Senat ist ab Januar republikanisch dominiert. Die Demokraten haben nur eines der – manchmal gar nicht so – knappen Rennen für sich entscheiden können.*

Her­ren­ge­sell­schaft

p&k: Frau Lawless, der Vorwahlkampf für die US-Präsidentschaftswahlen 2016 hat bereits begonnen. Aller Voraussicht nach wird Ex-Außenministerin Hillary Clinton wieder ihren Hut in den Ring werfen, um für die Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus zu gehen. Ist Amerika bereit für eine Präsidentin?

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