USA

Wie lässt sich Donald Trumps Erfolg erklären?

[no-lexicon] Der Fall, den die wenigsten für möglich gehalten haben, ist eingetreten. Im Rennen um das Weiße Haus hat Donald Trump die Favoritin Hillary Clinton geschlagen. Am Tag nach der Wahl beginnt die Ursachenforschung. politik&kommunikation hat bei Experten nachgefragt:

Wie ist der Wahlsieg Donald Trumps zu erklären und warum haben ihn so wenige Beobachter kommen sehen?

Hugo Müller-Vogg, Publizist:

Zwischen Fehlpässen und Touchdowns

US- und Bundestagswahlen sind wie American Football und Bundesliga: verwandt, aber doch ganz anders. Auch wenn uns nicht immer alle Regeln dort einleuchten, so starren wir doch gebannt auf das Ringen um die US-Präsidentschaft und prüfen Trends und Kanäle auf ihr Potenzial für den politischen Dialog. Hier die aus unserer Sicht wahrscheinlichsten Fehlpässe und möglichen Touchdowns im Bundestagswahl-Check.

"Trump genießt Narrenfreiheit"

Hätte ich Sie vor einem Jahr gefragt, wer der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird, was hätten Sie geantwortet?

Ich hätte gesagt: Hillary Clinton wird es im zweiten Anlauf schaffen, weil sich bei den Demokraten nur ein Häuflein von Konkurrenten abzeichnete und die meisten nur Staffage waren, damit es nicht so mickrig aussieht. Bei den Republikanern zeichnete sich damals Jeb Bush ab und bei einer Konstellation Clinton vs. Bush hätte ich Clinton vorn gesehen.

Negative Campaigning im US-Wahlkampf

Manchmal kann es reichen, eine Fernsehserie zu schauen, um etwas über den Zustand der politischen Kultur eines Landes zu erfahren. Ende der neunziger Jahre begeisterte "The West Wing" in den USA ein Millionenpublikum. Die Serie beschrieb auf relativ realistische Weise Alltag und Arbeit des fiktiven Präsidenten Jed Bartlet. Natürlich war er mit allen Wassern gewaschen, sonst hätte er weder seine politischen Gegner besiegen können noch die Terroristen, die sein Land bedrohten.

Im Kampf um die Delegierten

Es waren wilde zwei Wochen in den US-Vorwahlen mit gleich zwei "Super Tuesdays". Seit einigen Dekaden gibt es in jedem Vorwahlkalender – der ja von den beiden Parteizentralen in jedem Wahljahr aufs Neue zusammengestellt wird – einen Dienstag, an dem die meisten Delegierten vergeben werden. Ziel dieses Tags ist die Verkürzung des eigentlich bis Juni dauernden Vorwahlprozesses: Zwar sind noch nicht alle Delegierten festgelegt, aber ein Kandidat hat so viel Momentum gesammelt, dass es unmöglich scheint ihn einzuholen. 

US-Vorwahlen: Don’t panic, Hillary!

Die ersten beiden Wahlen der Präsidentschaftskampagnen sind geschlagen. Nach Iowa und New Hampshire ziehen die meisten Kandidaten nach Nevada und South Carolina weiter. Doch auch diese beiden Bundesstaaten werden die Vorwahlen nicht beenden – selbst der Super Tuesday am 1. März wird möglicherweise noch keine endgültige Entscheidung bringen.

#USA2016: Was bisher geschah

Jeb Bushs Kampagne ist zumindest noch nicht ganz tot. Die vergangenen Wochen waren recht turbulent für ihn: Seine Kampagne musste aufgrund der schwachen Umfragedaten in New Hampshire und Iowa die Strategie umstellen – weg von einer breiten "50 State Strategy" hin zu einer, die auf diese ersten beiden Vorwahlstaaten fokussiert.

Duell der Dynastien

Bush gegen Clinton? "Die Neunziger haben angerufen, sie wollen ihre Präsidentschaftswahl zurück", witzeln Amerikaner schon jetzt, mehr als 500 Tage vor dem nächsten Urnengang. Tatsächlich mutet es seltsam an, dass 2016 trotz Beschränkungen von Amtszeiten dieselben Familiennamen auf dem Wahlzettel stehen könnten wie vor 25 Jahren. Gerade weil es unwahrscheinlich ist, dass Jeb Bush – Sohn des 41. und Bruder des 43. Präsidenten Bush – der 45.

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