Unterhaus

Die Liberalen sind wieder da

In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember strahlt Tim Farron über das ganze Gesicht. Gerade hat seine Parteikollegin Sarah Olney die Unterhausnachwahl in Richmond Park, im Westen Londons, gewonnen. Sie holte 49,68 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von 30 Prozentpunkten gegenüber der letzten Parlamentswahl. Mit einem durch und durch proeuropäischen Wahlkampf hat sie dem ehemaligen konservativen Abgeordneten und Kandidaten für das Bürgermeisteramt in London, Zac Goldsmith, das Mandat abgenommen. Und damit ein Zeichen gesetzt: die Liberalen sind wieder da.

Labour sucht Hoffnungsträger

Unter der Führung von Ed Miliband erzielten die britischen Sozialdemokraten bei den Parlamentswahlen im Mai ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Unterhauswahl seit 1983. Entsprechend kündigte Miliband unmittelbar nach Verkündung des Wahlergebnisses seinen Rücktritt an. Er hinterlässt eine Partei, in der Richtungs- und Flügelkämpfe toben. 

"Abstimmungen sind immer auch ein Glückspiel"

Ein Sieg Ihrer Partei, den Konservativen, bei den Parlamentswahlen am 7. Mai würde bedeuten, dass David Cameron 2017 eine Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten würde.

Kenneth Clarke: Das stimmt. Jedenfalls für den Fall, dass wir eine absolute Mehrheit gewinnen werden. Wenn dies so kommt, werde ich mich dem Schicksal ergeben, dass wir eine Volksabstimmung haben werden.

Sie halten nichts davon, das Volk zu befragen?

"Mein Hund wird die Fragestunde nicht vermissen und ich auch nicht"

Weshalb haben Sie sich gerade jetzt dazu entschlossen, nicht wieder für das Unterhaus zu kandidieren?

David Blunkett: Ich werde dieses Jahr 68 Jahre alt und bin jetzt seit 45 Jahren so etwas wie eine Mischung aus einem Politiker und einem Sozialarbeiter. Das ist eine ganz schön lange Zeit und das war ein ganz schön heftiges Arbeitspensum, das ich zunächst als Ratsmitglied und anschließend als Unterhausabgeordneter absolviert habe.

Sie machen aber noch einen fitten Eindruck.

Sensible Seitenwechsel

Douglas Carswell hat es geschafft: Der ehemalige Abgeordnete der Konservativen Partei wurde Anfang Oktober bei einer Nachwahl als erster Abgeordneter der UKIP ins britische Parlament gewählt. Dabei hätte sein Parteiwechsel aufgrund der Parlamentsstatuten gar keine Nachwahl erfordert. Carswell hatte sich bewusst für diesen Weg entschieden, um den Beweis anzutreten, dass seine Wiederwahl auch als UKIP-Kandidat gesichert ist.

Camerons Darling

Kwasi Kwarteng ist in Großbritannien der politische Senkrechtstarter der letzten zwei Jahre. Dabei fand der 1975 als Sohn ghanaischer Einwanderer geborene Wirtschaftshistoriker vergleichsweise spät zur Politik. Mitglied der Tories ist er zwar bereits seit Mitte der 1990er Jahre, doch während seiner Schulzeit und im Studium war er eher unpolitisch. Mit 14 Jahren besuchte er das renommierte Eton College, anschließend belegte er einen Bachelor-Studiengang britische Geschichte in Cambridge.

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