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Lernt Labour von der SPD?

Es hätte der Tag des Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn sein können. Es hätte der dringend benötigte Befreiungsschlag werden können. Doch die Freude von Jeremy Corbyn währte kurz. Gerade erst hatte seine Partei in einer Unterhausnachwahl in Stoke-on-Trent das Mandat verteidigen und in dem europaskeptischsten Wahlkreis auf der Insel den Vormarsch der United Kingdom Independence Party (UKIP) erfolgreich abwehren können.

Die Liberalen sind wieder da

In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember strahlt Tim Farron über das ganze Gesicht. Gerade hat seine Parteikollegin Sarah Olney die Unterhausnachwahl in Richmond Park, im Westen Londons, gewonnen. Sie holte 49,68 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von 30 Prozentpunkten gegenüber der letzten Parlamentswahl. Mit einem durch und durch proeuropäischen Wahlkampf hat sie dem ehemaligen konservativen Abgeordneten und Kandidaten für das Bürgermeisteramt in London, Zac Goldsmith, das Mandat abgenommen. Und damit ein Zeichen gesetzt: die Liberalen sind wieder da.

Labour droht die Spaltung

Sollte Jeremy Corbyn weiter an der Spitze der Partei verharren, werde es bis zu seinem Lebensende keine Labour-Regierung mehr geben – mit diesen eindringlichen Worten warnte Neil Kinnock am Montag seine Parteifreunde vor der erneuten Wahl Corbyns. Kinnock ist nicht irgendwer. Die Worte des langjährigen Vorsitzenden und EU-Kommissars haben in der Arbeiterpartei weiterhin Gewicht. Doch es darf bezweifelt werden, dass sein Ratschlag die Wiederwahl von Corbyn ernsthaft gefährden kann.

Briten senden Schockwellen durch Europa

David Cameron hat sich mit der Abstimmung ein Denkmal gesetzt. Er geht als der Premierminister in die Geschichte ein, der sein Land aus der EU geführt hat. Damit steht er vor dem Scherbenhaufen seiner Entscheidung, das Land über die weitere EU-Mitgliedschaft abstimmen zu lassen. Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent haben sich die Briten in fast allen Landesteilen für den Brexit entschieden. Einzig in Schottland, Nordirland und London gab es deutliche Mehrheiten für den Verbleib in der EU.

Schicksalswahl in Großbritannien

Ein über die Parteigrenzen hinweg äußerst hart geführter Wahlkampf, der infolge des tödlichen Attentats auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen wurde, neigt sich dem Ende zu. Ein Wahlkampf, der das Land in zwei Lager gespalten hat. Ein Wahlkampf, in dem sich ungewöhnliche Allianzen gegenüberstanden.

Brexit: Cameron drückt aufs Tempo

David Cameron ist zuversichtlich. Wenn alles klappt, wird der britische Premierminister am Wochenende Reformvorschläge präsentieren können, dank derer er sich für den Verbleib seines Landes in der EU einsetzen wird. Seine Strategie zielt auf den frühestmöglichen Termin für das Durchführen eines Referendums ab – nämlich Juni 2016. Damit würde er die EU-Skeptiker und Brexit-Befürworter stark unter Druck setzen, bei ihnen sind derzeit Streitereien an der Tagesordnung.

Sensible Seitenwechsel

Douglas Carswell hat es geschafft: Der ehemalige Abgeordnete der Konservativen Partei wurde Anfang Oktober bei einer Nachwahl als erster Abgeordneter der UKIP ins britische Parlament gewählt. Dabei hätte sein Parteiwechsel aufgrund der Parlamentsstatuten gar keine Nachwahl erfordert. Carswell hatte sich bewusst für diesen Weg entschieden, um den Beweis anzutreten, dass seine Wiederwahl auch als UKIP-Kandidat gesichert ist.

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