Twitter

Multiple Persönlichkeiten im Social Web

Es ist der 1. Dezember 2015 und seine Fans auf Facebook merken es sofort: Frank-Walter Steinmeier hat sein Profil verändert. Statt eines typischen PR-Fotos mit dem lächelnden Konterfei des Außenministers prangt nun eine kleine Aids-Schleife an der Position des Profilbilds. Sämtliche Äußerungen postet der SPD-Politiker mit dem digital angesteckten Symbol, gleichsam als Mahnmal für Opfer und Betroffene der Krankheit.

Twitter kontrolliert Auffindbarkeit von Tweets

Der Microblogging-Dienst Twitter wird zehn Jahre alt und erfreut sich gerade unter Kommunikationsprofis großer Beliebtheit. Im Hybrid-Media-System, in dem klassische und neue Medien interagieren und sich dadurch gegenseitig beeinflussen, spielt die Symbiose von Twitter und den klassischen PR-Kanälen nämlich eine zentrale Rolle. Ein strategisches Ziel besteht beispielsweise darin, die Aufmerksamkeit für den eigenen Twitter-Account zu erhöhen, um die Anzahl der Follower und damit die eigene Reichweite im Twitter-System zu steigern.

So nutzen politische Kommunikatoren Social Media

Kein Berufsfeld in der politischen Sphäre hat in den letzten Jahren so an Bedeutung gewonnen wie die politische PR. Ob bei den Auseinandersetzungen um TTIP, Verhandlungen im Rahmen der Energiewende oder in der Flüchtlingskrise: Politische PR-Akteure sind überall und mittendrin. Dabei versuchen sie, Entscheidungsträger, die Öffentlichkeit oder gezielt einzelne Stakeholder für ihre Positionen zu gewinnen. Dies erfolgte jahrzehntelang über traditionelle Wege der Meinungsverbreitung wie Anzeigenkampagnen oder Pressemitteilungen.

Und alle so: Yeah!

Welcher Politiker kennt das nicht: Wenige Monate vor der Wahl werden ehrenamtliche Kräfte aus der Partei, engagierte Jungpolitiker oder sogar die eigene Familie dringend gebraucht, um im Wahlkampf mitzudenken und vor allem mitanzupacken. Spätestens dann stellt der eine oder andere fest: Mein Team ist kleiner, als ich dachte. Oft liegt das daran, dass die Beziehungspflege zu Sympathisanten und Unterstützern vernachlässigt wurde.

Es gibt keine politischen Shitstorms!

Manche Tweets und Kommentare verärgern, manche verletzen auch. Es gibt auch sogenannte Trolle im Netz, deren Lebensinhalt darin besteht, zu provozieren und aufzufallen. Und ja, manche Politiker oder deren Unterstützer inszenieren im Internet Kampagnen, die an Hetzjagden erinnern: Gezielt lassen sie Hass-Kommentar auf Hass-Kommentar folgen, Schmähkritik auf Schmähkritik. Trotz alledem bin ich der Meinung: Es gibt keine politischen Shitstorms. Die Politik sollte deshalb keine Angst davor haben.

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