Tories

Britische Konservative: ein Untergang auf Raten

Der konservative Thinktank Bow Group schlägt Alarm. Durch massenhafte Parteiaustritte, Überalterung der Mitglieder und mangelnde Partizipation bei Aufstellungsverfahren seien die Tories akut gefährdet, dauerhaft den Anschluss an Labour zu verlieren. Diese Erkenntnisse basieren auf den Recherchen des ältesten konservativen Thinktanks in Großbritannien, in dem europaskeptische Abgeordnete und ehemalige Minister wie John Redwood, Norman Tebbit, Peter Lilley und Bill Cash den Ton angeben.

Die Tories wandeln auf Thatchers Spuren

Auch wenn der Ausgang der Wahl komplett offen ist, stehen seit gestern zwei Fakten fest. Zum einen wird Großbritanniens nächster Premierminister eine Frau sein, zum anderen wird es bei den Konservativen einen Rechtsruck geben. Vom Ausgang der Wahl hängt nun ab, wie weit das Pendel ausschlagen wird, denn die verbliebenen Kandidatinnen sind deutlich konservativer als der aktuelle Premierminister.

Wer wird Parteichef der britischen Tories?

In dieser Woche kommen die 330 Abgeordneten der britischen Tories zusammen, um die zwei Kandidaten zu wählen, unter denen die Parteibasis den zukünftigen Parteiführer und Premierminister bestimmen wird. Innenministerin Theresa May scheint gesetzt. Spannend bleibt, wer es als zweites auf den Wahlzettel schaffen wird. Immer unwahrscheinlicher ist, dass es der von Medien und Politikexperten ursprünglich als Favorit gehandelte Justizminister Michael Gove sein wird.

Camerons Drahtseilakt

Großbritannien hat gewählt. Und während die Wahlnacht entgegen allen Vorhersagen den Konservativen von Premierminister David Cameron eine absolute Mehrheit bescherte, kostete sie zwei Parteivorsitzende das Amt. Am Morgen nach der Wahl traten Ed Miliband (Labour) und Nick Clegg (Liberale) von ihren Ämtern zurück. David Cameron hat nun die Aufgabe, zwischen den Europhilen und den Euroskeptikern ein verlässliches Regierungsprogramm auf die Beine zu stellen.

Großbritannien vor der Wahl

Seit rund einem Jahr liefern sich Labour und Tories in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Parteien verharren auch im Wahlkampfendspurt bei etwas mehr als 30 Prozent und werden es wohl aus eigener Kraft nicht schaffen, die für eine Regierungsbildung benötigten 326 Mandate zu erzielen.

"Abstimmungen sind immer auch ein Glückspiel"

Ein Sieg Ihrer Partei, den Konservativen, bei den Parlamentswahlen am 7. Mai würde bedeuten, dass David Cameron 2017 eine Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten würde.

Kenneth Clarke: Das stimmt. Jedenfalls für den Fall, dass wir eine absolute Mehrheit gewinnen werden. Wenn dies so kommt, werde ich mich dem Schicksal ergeben, dass wir eine Volksabstimmung haben werden.

Sie halten nichts davon, das Volk zu befragen?

Die Durchstarterinnen

Lachend verlässt Elizabeth Truss am 23. Juli 2014 Number 10 Downing Street und winkt in Richtung der Journalisten. Sie hat allen Grund zur Freude – gerade hat Premierminister David Cameron sie zur Umwelt- und Landwirtschaftsministerin ernannt. Truss ist damit die jüngste Frau, die jemals einem Kabinett der britischen Konservativen angehörte – und das nach gerade einmal vier Jahren im Parlament. Nicht wenige im Londoner Politikbetrieb sehen in ihr eine neue Margaret Thatcher.

Camerons Darling

Kwasi Kwarteng ist in Großbritannien der politische Senkrechtstarter der letzten zwei Jahre. Dabei fand der 1975 als Sohn ghanaischer Einwanderer geborene Wirtschaftshistoriker vergleichsweise spät zur Politik. Mitglied der Tories ist er zwar bereits seit Mitte der 1990er Jahre, doch während seiner Schulzeit und im Studium war er eher unpolitisch. Mit 14 Jahren besuchte er das renommierte Eton College, anschließend belegte er einen Bachelor-Studiengang britische Geschichte in Cambridge.

RSS - Tories abonnieren