Stuttgart 21

Smarte Partizipation?!

Mehr als 80 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Mitsprachemöglichkeiten in politischen Entscheidungsprozessen. Zivilgesellschaftliche Initiativen auf lokaler Ebene, Bürgerbewegungen und der steigende Einfluss von Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind nur einige Beispiele für den immer deutlicher wahrnehmbaren Wunsch, gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Mittlerweile sind in Publikationen der Bertelsmann Stiftung mehr als hundert Bürgerbeteiligungsformate verzeichnet.

Im Stimmungsstrom

Das Gefühl siegt über die Einsicht. Zu viele Themen, polarisierende Berichterstattung und die kurzfristige Beurteilung von Politikern verhindern, dass sich Bürger sachliche Meinungen bilden. Sie folgen einem intuitiven Gefühl, das sie in Einklang mit ihrem wahrgenommenen Umfeld versetzt – Medien-eindrücken, Haltungsnoten für Politiker und Aussagen von Freunden und Facebook-Freunden. Kurz gesagt: Die Bürger treiben in einem Stimmungsstrom.

Stillstand 21?

Gewaltige Aufgaben schiebt Deutschland vor sich her und trotzdem herrscht vielerorts Stillstand. Die Erneuerung der Verkehrswege, der Bau von Kraftwerken und Pipelines, die Anwendung neuer Verfahren zur Energiegewinnung und selbst der Ausbau von Kultureinrichtungen wie der Hamburger Elbphilharmonie – all dies gerät immer wieder ins Stocken. Neben langwierigen Genehmigungsverfahren und Planungsmängeln ist immer häufiger der Protest von Anwohnern oder anderen betroffenen Bürgern dafür verantwortlich.

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