SPD

Rette sich, wer kann!

Die SPD, die von allen am 24. September gebeutelten Parteien am meisten aufzuarbeiten hätte, hat in den vergangenen Wochen und Monaten nicht den Eindruck erweckt, als habe sie das ernsthaft vor. Jetzt wird sie weder viel Zeit noch die Beinfreiheit dazu haben, denn nun geht es ans Regieren.

Die Twitter-Kommunikation zum SPD-#Mitgliedervotum

Geschichte wiederholt sich, zumindest teilweise. Das SPD-Mitgliedervotum war auch dieses Mal der Versuch des Parteivorstands, das gebrochene Versprechen (keine Regierungsbeteiligung unter Merkel) durch eine diskursive Ausfallbürgschaft der Parteibasis zu entlasten. Wie bereits 2013 segneten die SPD-Mitglieder die Bildung einer Großen Koalition ab. Gleichzeitig bot es erneut eine kommunikative Chance, sich als besonders basisdemokratisch zu inszenieren.

Erst 18 und schon ein ­Mythos

Was wurde nicht schon alles über dieses Haus geschrieben: "Flohzirkus", "Schlangengrube", "Haifischbecken", "Hort des Schreckens". Nimmt man allein die Schlag­zeilen zur Grundlage, muss sich in der Wilhelmstraße 140 in Berlin-Kreuzberg der Vorhof zur Hölle ­befinden.

Im größtmöglichen Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung stehen dagegen die Schilderungen jener Menschen, die hier täglich zur Arbeit gehen. Selbst wenn die Mikrofone aus sind, berichten sie von "kreativer Atmosphäre", ­"Offenheit", "Teamgeist" und ja, sogar von "Spaß" an der Arbeit.

Fünf Gründe für das Wahldebakel der SPD

Während es in der SPD seit dem Wahlsonntag darum geht, sich für die angestrebte Oppositionsführerrolle personell neu aufzustellen und die öffentliche Debatte wieder einmal von der AfD bestimmt wird, scheinen die Ursachen für die Wahlschlappe der SPD in den Hintergrund zu geraten. Doch auch wenn man in der Partei endlich verstanden zu haben scheint, dass Opposition nicht immer Mist ist, sei ihr dringend empfohlen, auch zurückzublicken, um zukünftig mit klarem Visier nach vorne schauen zu können.

Von der Schwierigkeit, kommunikativ Vertrauen aufzubauen

Der 24. September 2017 wird in die Geschichtsbücher als ein Einschnitt in Bezug auf das deutsche Parteiensystem nach dem zweiten Weltkrieg eingehen. Nach einem zugegebenermaßen mauen Wahlkampf gab es lange Gesichter auf Seiten der Volksparteien, während kleinere Parteien triumphierten und sogar wieder oder neu in den Bundestag eingezogen sind. Weder der 2013 noch so erfolgreiche Wahlspruch "Sie kennen mich" von Amtsinhaberin Angela Merkel noch die kumpelhaft-freundliche Art ihres Herausforderers Martin Schulz wurden im erhofften Maße von den Wählern goutiert.

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