SPD

"Die CSU hat sich einen Schnitzer erlaubt, den haben wir genutzt"

Die Zahlen sind desaströs für die bayerische SPD. Der Generalsekretär der SPD Bayern, Uli Grötsch, wird in diesen Tagen oft nach einem Ausweg gefragt. Der Bundestagsabgeordnete pendelt zwischen Berlin, München und seinem Wahlkreis in der Oberpfalz. Im Interview spricht er über einen SPD-Wahlkampf unter schwierigsten Bedingungen. 

Herr Grötsch, im Moment sind die Umfragewerte für die SPD sicher nicht zufriedenstellend. Was unternehmen Sie, um das Ruder noch herumzureißen?

Rette sich, wer kann!

Die SPD, die von allen am 24. September gebeutelten Parteien am meisten aufzuarbeiten hätte, hat in den vergangenen Wochen und Monaten nicht den Eindruck erweckt, als habe sie das ernsthaft vor. Jetzt wird sie weder viel Zeit noch die Beinfreiheit dazu haben, denn nun geht es ans Regieren.

Die Twitter-Kommunikation zum SPD-#Mitgliedervotum

Geschichte wiederholt sich, zumindest teilweise. Das SPD-Mitgliedervotum war auch dieses Mal der Versuch des Parteivorstands, das gebrochene Versprechen (keine Regierungsbeteiligung unter Merkel) durch eine diskursive Ausfallbürgschaft der Parteibasis zu entlasten. Wie bereits 2013 segneten die SPD-Mitglieder die Bildung einer Großen Koalition ab. Gleichzeitig bot es erneut eine kommunikative Chance, sich als besonders basisdemokratisch zu inszenieren.

Erst 18 und schon ein ­Mythos

Was wurde nicht schon alles über dieses Haus geschrieben: "Flohzirkus", "Schlangengrube", "Haifischbecken", "Hort des Schreckens". Nimmt man allein die Schlag­zeilen zur Grundlage, muss sich in der Wilhelmstraße 140 in Berlin-Kreuzberg der Vorhof zur Hölle ­befinden.

Im größtmöglichen Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung stehen dagegen die Schilderungen jener Menschen, die hier täglich zur Arbeit gehen. Selbst wenn die Mikrofone aus sind, berichten sie von "kreativer Atmosphäre", ­"Offenheit", "Teamgeist" und ja, sogar von "Spaß" an der Arbeit.

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