SPD

So lief der digitale Parteitag der SPD Rheinland-Pfalz

Die SPD Rheinland-Pfalz ist keine Partei, die auf Veränderungen wartet und diese dann in die Prozesse der eigenen Organisation integriert. Schließlich hat schon Willy Brandt im letzten Jahrhundert betont, dass Politik auf der Höhe der Zeit sein müsse. Wir wollen allerdings nicht nur Politik-Urgesteine zitieren, sondern Veränderungen vorantreiben – für uns selbst und idealerweise auch zum Nutzen anderer. Das darf sich nicht nur auf die inhaltliche Ebene beziehen, sondern auch auf die innerparteiliche Organisation. 

Das Machtsystem Steinmeier

Es war die vielleicht wichtigste Szene in der Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Schwarzer Anzug, ernster Blick. Eine knappe Ansprache, nur zwei Minuten. „Ich erwarte von allen Gesprächsbereitschaft, um eine Regierungsbildung in absehbarer Zeit zu ermöglichen“, sagte er . Es war der 20. November 2017. Die Jamaika-Verhandlungen waren gerade gescheitert. Merkel wollte auf keinen Fall eine Minderheitsregierung führen, die SPD nicht mehr Merkels Mehrheitsbeschaffer sein. Also Neuwahlen.

"Die alte Geheimnis­kultur ist heute nicht mehr ­möglich"

Wie definieren Sie Vertraulichkeit?

Vertraulichkeit bringt zum Ausdruck, dass jemand bei der Übermittlung von zumeist diskreten Nachrichten Vertrauen zu seinem Gegenüber gefasst hat. Vertraulichkeit zu wahren ist eine Verhaltensweise, eine Tugend. Sie ist aber kein Wert an sich – im Gegensatz zu Vertrauen.

Was heißt das mit Blick auf die Politik?

Aktives Zuhören als Mittel der politischen Kommunikation

Das Konzept des aktiven Zuhörens wurde durch den US-amerikanischen Psychologen Carl Rogers geprägt. Es beschreibt das Zuhören als eine Form der Empathie, die einen proaktiven Charakter hat. Der Zuhörer wird dabei vom reinen Informationsempfänger zum Akteur. So kann er der Gegenseite Verständnis entgegen bringen und eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen.

Ist die SPD eine schwer führbare Partei, Herr Beck?

Herr Beck, was sagt Ihnen das Verhältnis acht zu eins?

Gar nichts.

Das ist die Anzahl der SPD-Vorsitzenden während der Amtszeit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel.

Ich hatte nicht mitgezählt, aber Sie haben recht. Das ist ein Teil der Herausforderung, vor der wir jetzt stehen: personelle Kontinuität und die inhaltliche Wiedererkennbarkeit der SPD-Werte in die eigenen Reihen zu bringen.

Was bedeutete das Amt des SPD-Vorsitzenden für Sie?

"Die CSU hat sich einen Schnitzer erlaubt, den haben wir genutzt"

Die Zahlen sind desaströs für die bayerische SPD. Der Generalsekretär der SPD Bayern, Uli Grötsch, wird in diesen Tagen oft nach einem Ausweg gefragt. Der Bundestagsabgeordnete pendelt zwischen Berlin, München und seinem Wahlkreis in der Oberpfalz. Im Interview spricht er über einen SPD-Wahlkampf unter schwierigsten Bedingungen. 

Herr Grötsch, im Moment sind die Umfragewerte für die SPD sicher nicht zufriedenstellend. Was unternehmen Sie, um das Ruder noch herumzureißen?

Rette sich, wer kann!

Die SPD, die von allen am 24. September gebeutelten Parteien am meisten aufzuarbeiten hätte, hat in den vergangenen Wochen und Monaten nicht den Eindruck erweckt, als habe sie das ernsthaft vor. Jetzt wird sie weder viel Zeit noch die Beinfreiheit dazu haben, denn nun geht es ans Regieren.

Seiten

RSS - SPD abonnieren