Soziale Netzwerke

Kanäle in die Politik

Der Unterschied könnte größer kaum sein: Wer sich früher als junger Mensch politisch engagierte, tat dies mehrheitlich in eta­blierten Parteien. Ochsentour, Marsch durch die Institutionen, Parteiämter, langer Atem. Hinzu kamen im Vergleich zu heute klare Weltbilder: Wer etwa der Babyboomer-Kohorte bis Mitte der 1960er-Jahrgänge angehörte, war entweder von seinen durch die 68er-Bewegung geprägten Lehrern angetan oder abgeschreckt.

Wie Algorithmen die Politik verändern

Vor etwa 15 Jahren, Google war gerade gegründet, fragte ein Journalist Sergey Brin und Larry Page, ob es nicht vermessen wäre, mit ihrer Suchmaschine das Wissen der Welt organisieren zu wollen. Sie antworteten, dass es ihnen nicht nur darum ginge – ihr Traum sei vielmehr die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und die Suchmaschine der Weg dahin. Heute ist Google/Alphabet der größte KI-Konzern der Welt.

Mit einem Prakti ist es nicht getan

Der erfahrene Kommunikationsmanager weiß, wie viel klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kostet und was er dafür bekommt. Seit Jahren ist sie im Budget fest einkalkuliert. Eine "Spiegel"-Doppelseite kostet etwa 80.000 Euro, ein 30 Sekunden langer Spot in der Sportschau-Werbepause bis zu 60.000 Euro und wenn man auf dem SPD-Parteitag einen Stand bucht, werden 320 Euro pro Quadratmeter fällig. Anders sieht es bei Social Media aus: Viele Entscheider in Parteien und politischen Institutionen haben kein Gefühl für Aufwand und Ertrag.

Es gibt keine politischen Shitstorms!

Manche Tweets und Kommentare verärgern, manche verletzen auch. Es gibt auch sogenannte Trolle im Netz, deren Lebensinhalt darin besteht, zu provozieren und aufzufallen. Und ja, manche Politiker oder deren Unterstützer inszenieren im Internet Kampagnen, die an Hetzjagden erinnern: Gezielt lassen sie Hass-Kommentar auf Hass-Kommentar folgen, Schmähkritik auf Schmähkritik. Trotz alledem bin ich der Meinung: Es gibt keine politischen Shitstorms. Die Politik sollte deshalb keine Angst davor haben.

Der Büroleiter als Gatekeeper

Bundestagsabgeordnete sind selbstverständliche Adressaten von Lobby-Arbeit, deren Büroleiter – bislang – nicht. Dabei sind sie nah dran am politischen Geschehen und sehen sich selbst auch mit einem großen Gestaltungsspielraum ausgestattet und als einflussreich an. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des center of political economy and society berlin (copes), die in Zusammenarbeit mit der Quadriga Hochschule Berlin durchgeführt wurde.

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