Social Media

Mit einem Prakti ist es nicht getan

Der erfahrene Kommunikationsmanager weiß, wie viel klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kostet und was er dafür bekommt. Seit Jahren ist sie im Budget fest einkalkuliert. Eine "Spiegel"-Doppelseite kostet etwa 80.000 Euro, ein 30 Sekunden langer Spot in der Sportschau-Werbepause bis zu 60.000 Euro und wenn man auf dem SPD-Parteitag einen Stand bucht, werden 320 Euro pro Quadratmeter fällig. Anders sieht es bei Social Media aus: Viele Entscheider in Parteien und politischen Institutionen haben kein Gefühl für Aufwand und Ertrag.

Mit welchen Werkzeugen Sie die Kommunikation 2.0 managen

"Ein Mann, der recht zu wirken denkt, muss auf das beste Werkzeug halten", sagte einst Johann Wolfgang von Goethe. Jörg Pfannenberg und Denise Schmalstieg stoßen als Herausgeber der "Toolbox Social Media" in die gleiche Kerbe. Sie haben 111 Tools, mit denen sich diverse Kommunikationsaktivitäten im Web 2.0 managen lassen, zusammengetragen und in eine kompakte Buchform gebracht. Denn: "Die Phase des Herantastens und Experimentierens ist vorbei", schreiben die Autoren in ihrem Vorwort.

Und alle so: Yeah!

Welcher Politiker kennt das nicht: Wenige Monate vor der Wahl werden ehrenamtliche Kräfte aus der Partei, engagierte Jungpolitiker oder sogar die eigene Familie dringend gebraucht, um im Wahlkampf mitzudenken und vor allem mitanzupacken. Spätestens dann stellt der eine oder andere fest: Mein Team ist kleiner, als ich dachte. Oft liegt das daran, dass die Beziehungspflege zu Sympathisanten und Unterstützern vernachlässigt wurde.

Politische Meinungsbildung à la Facebook

Es waren nur 17 Worte und ein Hashtag. Doch diese reichten, um die drittgrößte politische Facebookseite Hessens lahmzulegen. Während der Frankfurter #blockupy-Proteste kommentierte auch Die Partei Hessen die Demonstration auf Facebook. Obwohl das Posting noch nicht einmal übermäßig scharf formuliert war, fühlten sich wohl einige Nutzer davon beleidigt und meldeten es als Verstoß gegen die Facebook-AGB.

Fragt mich alles!

Wird das Internet die Politik verändern? Werden Wähler und Politiker wieder stärker miteinander kommunizieren? Und das nicht nur am Wahlkampfstand? Viele haben Großes von der digitalen Vernetzung erwartet; manch einer ist heute ernüchtert. Denn oftmals wollen die Bürger gar nicht mit den Politikern sprechen, chatten oder twittern. Vielmehr suchen sie, besonders im Wahlkampf, nach Informationen, wie die aktuelle Studie "Wahlkampf digital" der FU Berlin zeigt.

Chancenlos im Netz

Soziale Medien beleben die Demokratie – das hofften zumindest viele. Politiker, Wissenschaftler, Journalisten – sie alle feierten Mitmach-Portale wie Liquid Feedback, Facebook, Twitter und Co als neue demokratische Werkzeuge, mit denen sich endlich wieder mehr Bürger in die Politik einbringen würden.

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