Sachsen

Wahlprogramme oft unverständlich

"Alle Parteien könnten verständlicher formulieren", sagt Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Er und sein Team haben die Wahlprogramme zu den Landtagswahlen ins Brandenburg und Sachsen untersucht. Während Einleitung und Schlussteil oftmals gelungen formuliert seien, seien die Themenkapitel hingegen das Ergebnis innerparteilicher Expertenrunden. "Diesen ist meist gar nicht bewusst, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler ihren Fachjargon nicht versteht. Wir nennen das den 'Fluch des Wissens'", so Brettschneider.

Sachsen, Brandenburg und Thüringen – ein Jahr vor den Landtagswahlen

Mit den drei Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Spätsommer und im Herbst 2019 – 30 Jahre nach der friedlichen Revolution – gelangt der siebte Zyklus der Landtagswahlen in den neuen Ländern zum Abschluss. Nicht nur die Diskussion um den "richtigen" Wahltermin zeugt von Aufgeregtheit: Die Wahl in Brandenburg und Sachsen dürfte jeweils am 1. September stattfinden, die in Thüringen am 27. Oktober. Sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen wird ein gutes Ergebnis der AfD befürchtet.

Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert

Die Beratungsgesellschaft Kienbaum ist in einer Studie zum Frauenanteil in der Politik zu dem Ergebnis gekommen, dass noch zu wenige Frauen Leitungsfunktionen besetzen. Untersucht wurden die drei Landesregierungen Rheinland-Pfalz, Sachsen und Berlin. Maßstab war die 30-Prozent-Quote, die gesetzlich festgeschrieben ist und vorsieht, dass ab Januar 2016 in bestimmten Unternehmen bei Neubesetzungen von Führungspositionen der Frauenanteil bei mindestens 30 Prozent liegen muss. Dabei wurde auch in der Politik ein großer Nachholbedarf festgestellt.

"Der Osten wählt immer wilder als der Westen"

p&k: Herr Professor Korte, die Wahlbeteiligung in Sachsen war mit 48,5 Prozent erschreckend niedrig. Welche Rolle hat dabei der Fakt gespielt, dass die Landesregierung den Wahltermin auf den letzten Feriensonntag gelegt hat?

Korte: Eine große. Die Wähler in Urlaubszeiten zu mobilisieren, ist sehr schwer. Und von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren oft kleine extreme Parteien, weil sie proportional leichter Stimmen für sich sammeln können und die einzelne Stimme an Gewicht gewinnt. 

Wahlkampfsommer hoch drei

Über Heringshäppchen und Mettbrötchen am Strand bis hin zu Gesangseinlagen auf dem Strohballenfest: In Sachsen, Thüringen und Brandenburg stehen die Zeichen ganz auf Wahlkampf. Denn Ende August und Mitte September entscheiden die Wähler in den drei Bundesländern über die Zusammensetzung der Parlamente.

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