Rhetorikcheck

Rhetorikcheck: Markus Söder

Es ist Ende April. Deutschland hat sich in Quarantäne begeben. Auch das lebensfrohe und umtriebige Bayernland steht still, ist im Homeoffice seit die Après-Ski-Touristen das Virus aus China über die Alpen trugen. Vier lange Wochen kämpft das Gesundheitssystem um ausreichend Tests, Masken und Beatmungsgeräte. Vier lange Wochen gibt es nun schon Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, die verhindern sollen, was die Bilder aus Italien auch für Deutschland befürchten ließen: eine unkontrollierte Ausbreitung mit vielen Toten.

Rhetorikcheck: Norbert Röttgen

Die Überraschung ist ihm gelungen. Als Erster gibt Norbert Röttgen seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz bekannt. Am 18. Februar lädt er zur Pressekonferenz nach Berlin. Welchen Plan verfolgt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags und ehemalige Bundesumweltminister? Wie wird seine Bewerbungsrede ankommen? Kann Norbert Röttgen mit seiner Idee von einer christdemokratischen Zukunft unseres Landes inhaltlich und rhetorisch überzeugen?

Rhetorikcheck: Friedrich Merz

Auch Friedrich Merz hält seine Rede zum politischen Aschermittwoch 2020 als eine Art Bewerbungsrede um den CDU-Parteivorsitz. Wie wird es dem Sauerländer gelingen, sich auf die Thüringerinnen und Thüringer in Apolda einzustellen? Wie wird er auf seine Zuhörer wirken? Werden seine Pointen ankommen und welchen Eindruck wird er langfristig hinterlassen?

Rhetorikcheck: Armin Laschet

Einmal im Jahr – zum politischen Aschermittwoch – steigen die Hauptredner der Parteien angriffslustig in den Ring. Ihr Ziel: den politischen Gegner durch treffende Worte und schlagkräftige Argumente zu attackieren. Mehr noch kommt es hier auf Wortwitz, pointierte Vergleiche und Übertreibungen an.

"Mut und Zuversicht" versus "Maß und Mitte"

Peter Klöppel, einer von vier Moderatoren des Abends, geht gleich zu Beginn mit hohem Tempo voran: "Herr Schulz, [...] was glauben Sie, woher kommt es, dass so viele Bürger Ihnen Ihr Vertrauen nicht schenken wollen?" Zack! Da ist Schulz plötzlich selbst derjenige, der angegriffen wird und aufpassen muss, nicht in die Defensive zu geraten. Doch Martin Schulz ist Profi genug, als Redner im Europaparlament hat er bereits viele Kontroversen bestanden.

Rhetorikcheck: Caren Lay

Caren Lay betritt das Rednerpult und trinkt zunächst einen großen Schluck aus dem Wasserglas. Dann wird es endlich ruhiger im Saal. Lay, stellvertretende Fraktions- und Parteivorsitzende der Linken sowie Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik, ergreift das Pult und streckt das rechte Bein angriffslustig in Richtung Unionsfraktion: "Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, im Jahr 1990 gab es noch drei Millionen Sozialwohnungen in Deutschland.

Rhetorikcheck: Außenminister Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriels Blick schweift zu Beginn seiner Rede durch die Reihen der Parlamentarier, seine Brille hat er abgenommen, sein Ton ist ernst: "Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, gestern hat die britische Regierung formell mitgeteilt, dass das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austreten möchte. Ich denke, alle hier im Parlament hätten sich ein anderes Geburtstagsgeschenk kurz nach dem 60. Jubiläum der Europäischen Union am letzten Wochenende gewünscht. Doch lamentieren hilft nichts. Wir respektieren die britische Entscheidung."

Rhetorikcheck: Thomas de Maizière

Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern, betritt das Rednerpult, um einen Gesetzentwurf vorzustellen, der Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten bestimmt. Einige Abgeordnete stehen noch, die Reihen sind spärlich besetzt und auch die Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn hat noch mit der richtigen Aussprache zu kämpfen und kündigt "Dr. Thomas de Mesee", statt de Maizière [də mɛˈzjɛʁ] an, so als handele es sich hier um einen Neuling im Deutschen Bundestag.

Rhetorikcheck: Christian Schmidt

Christian Schmidt (CSU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, mahnt gleich zu Beginn seiner Rede. Schließlich geht es um die Verabschiedung eines neuen Tabakgesetzes. Doch im Saal ist noch Bewegung. Es dauert, bis alle Abgeordneten ihren Platz gefunden haben. Schmidt lässt sich davon nicht anstecken, sondern beginnt ruhig und besonnen: "Herr Präsident / meine lieben Kolleginnen und Kollegen / jedes Jahr / sterben / in Deutschland // 120.000 Menschen / an den Folgen des Rauchens. // Das sind / mehr / als zehn Prozent // aller Sterbefälle.

Rhetorikcheck: Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz spricht frei. In der ersten Beratung zum Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz (was für ein Wortmonster!) betont die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration das Gemeinsame und Verbindende: "Thomas de Maizière sagte am Anfang: Nur gemeinsam geht es! Tatsächlich ging es bei diesem Paket um eine Vereinbarung nicht nur zwischen Parteien natürlich, aber zwischen Bund, zwischen Ländern, zwischen Kommunen. Alle mussten an einen Tisch, mehrfach." Ihr Blick geht durch die Reihen der Parlamentarier.

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