Rhetorik

Rhetorikcheck: Johanna Wanka

Wer Bundestagsreden kennt, der weiß, wie häufig die Abgeordneten das frei gesprochene Wort scheuen. Dabei gibt es keinen wichtigeren Ort für die freie Rede als den Bundestag. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) beherrscht den freien Vortrag und geht souverän und ohne Manuskript an das Rednerpult.

Rhetorikcheck: Andreas Scheuer

Natürlich ist ein Talk-Show-Auftritt bei "Maybrit Illner" keine Bundestagsdebatte. Doch gerade in der Diskussion, im Wettstreit der Meinungen vor laufender Kamera, haben sich in der Vergangenheit Politiker ein klares Profil gegeben und sind in das kollektive Fernsehgedächtnis eingebrannt. Unvergesslich: Gerhard Schröder in der Elefantenrunde nach der verlorenen Wahl 2005 mit seiner patzigen Frage: "Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gespräch einginge, indem sie (Frau Merkel) sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden?"

Rhetorikcheck: Navid Kermani

Die Sprache von Gesetzen kann recht trocken sein. Doch für den Gastredner und Orientalisten Navid Kermani sind die ersten Sätze des Grundgesetzes sprachlich nur vergleichbar mit der Luther-Bibel: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Die Rolle des Staates kehre sich erstmalig um in eine dienende, so Kermani in seiner Festrede zum 65. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes.

Rhetorikcheck: Sigmar Gabriel

Norbert Lammert eröffnet die Sitzung mit Geburtstagswünschen. Die Stimmung unter den Bundestagsabgeordneten ist launig bis heiter. Noch. Der erste Redner ist Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD). Sein Ziel: den Gesetzentwurf zur Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vorzustellen und zu verteidigen. Keine leichte Aufgabe! Denn nicht wenige im Land bewegt die Frage, wer für die grüne Energiewende bezahlen soll.

Rhetorikcheck: Sabine Leidig

"Wer nimmt da eigentlich in wessen Interesse Einfluss auf die Deutsche Bahn?" Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (Die Linke) meint, der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla sollte nach einem Gespräch zwischen Kanzlerin Angela Merkel und DB-Chef Rüdiger Gruber belohnt werden: mit einem Posten im Aufsichtsrat eines Unternehmens, dessen Aktionäre zu hundert Prozent die Bürger sind.

„Der präsidiale Stil von Merkel kommt gut an“

p&k: Herr Abromeit, welche Rede eines Politikers hat Sie zuletzt begeistert?


Abromeit: Oh, das ist schon ein paar Jahre her. Das war Angela Merkels Rede vor dem US-Kongress 2009, in der sie über ihre Vergangenheit in der DDR gesprochen hat. In letzter Zeit hat mich ehrlich gesagt keine Politikerrede vom Stuhl gerissen.


Ist das Niveau der politischen Reden in Deutschland also eher bescheiden?

Der Schröder-Effekt

Ein Tipp vorweg: Wer nach seiner politischen Karriere auf eine zweite als gutbezahlter Redner hinarbeitet, sollte sich Karlsruhe auf der Landkarte rot anstreichen. Ein graues Bürogebäude in der Weststadt ist eine der Top-Adressen des deutschen Rednermarkts. Hier sitzt das „London Speaker Bureau“ – prominente Klienten: Joschka Fischer, Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt. Ob einer dieser ergrauten Polit-Altstars dem kargen Agentursitz je einen Besuch abgestattet hat, ist nicht verbrieft.

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