Referendum

Briten senden Schockwellen durch Europa

David Cameron hat sich mit der Abstimmung ein Denkmal gesetzt. Er geht als der Premierminister in die Geschichte ein, der sein Land aus der EU geführt hat. Damit steht er vor dem Scherbenhaufen seiner Entscheidung, das Land über die weitere EU-Mitgliedschaft abstimmen zu lassen. Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent haben sich die Briten in fast allen Landesteilen für den Brexit entschieden. Einzig in Schottland, Nordirland und London gab es deutliche Mehrheiten für den Verbleib in der EU.

Schicksalswahl in Großbritannien

Ein über die Parteigrenzen hinweg äußerst hart geführter Wahlkampf, der infolge des tödlichen Attentats auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen wurde, neigt sich dem Ende zu. Ein Wahlkampf, der das Land in zwei Lager gespalten hat. Ein Wahlkampf, in dem sich ungewöhnliche Allianzen gegenüberstanden.

"Beide Seiten spielen die Angst-Karte aus"

Herr Whiteley, werden die Briten für den Austritt aus der EU stimmen?
Das ist schwer zu sagen, aktuell liefern sich die Kampagnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Vieles wird von der Wahlbeteiligung abhängen. Wenn diese gering ausfällt, werden die Befürworter des Brexit stärker an die Urne strömen, da unsere Studien ergeben haben, dass es unter ihnen mehr Menschen gibt, die das Thema stark bewegt.

Wo verläuft denn der Graben?

Keine Experimente!

Deutlicher als erwartet haben die Schotten im Referendum entschieden, das nunmehr 307 Jahre dauernde Bündnis mit England fortzuführen. Mehr als 55 Prozent der Wähler stimmten mit Nein und bescherten so der "Better Together"-Kampagne den Sieg.

Schotten stimmen über Unabhängigkeit ab

Ein tiefer Riss geht durch Schottland. Zwei politische Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber: auf der einen Seite die Separatisten von "Yes Scotland" – einem Bündnis aus schottischen Nationalisten, Grünen und Sozialisten –, die ein unabhängiges Schottland fordern. Ihnen gegenüber steht die "Better Together"-Kampagne, eine Allianz der drei großen britischen Parteien: Conservatives, Labour und Liberal Democrats, die eine Abspaltung Schottlands unbedingt verhindern möchten.

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