Porträt

Zwei Vögel

Sie sind Brüder, Hans-Jochen heißt der eine Vogel und Bernhard der andere Vogel. Hans-Jochen ist Jahrgang 1926; er hat den Zweiten Weltkrieg erlebt und geriet als Soldat am Ende in Gefangenschaft. Der jüngere Bernhard ist Jahrgang 1932 und zitterte in einem Bunker vor den Bombenangriffen. Hans-Jochen hat Jura studiert, Bernhard Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaft, beide wurden promoviert. Der eine hat in der SPD Karriere gemacht, der andere beim schwarzen Konkurrenten, der CDU, viele Stufen der Leiter erklommen.

Im Geschäft der Eitelkeiten

p&k: Frau Blohmann, weshalb heißt Ihr Fotostudio eigentlich "Die Hoffotografen"?

Christine Blohmann: Unser Studio, das wir vor 16 Jahren gegründet haben, liegt ja am Monbijouplatz und damit ganz in der Nähe der Hackeschen Höfe. Zudem mag ich das Höfische irgendwie und war schon immer recht anglophil. Da lag der Name "Die Hoffotografen" nahe.

Der Self-Made-Politiker

[no-lexicon]

Es gab einmal eine Zeit, da war Martin Schulz der Anti-Berlusconi. Da forderte er den Cavaliere mit hartnäckigen Fragen so lange heraus, bis der die Fassung verlor und seinem deutschen Kontrahenten die Rolle eines Kapo in einem KZ-Film empfahl. Das war 2003, es machte Schulz auf einen Schlag berühmt. „Ich hätte mir eine andere Profilierung gewünscht“, sagt er heute fast bedauernd.

Roter Kämpfer

Wer behauptet, Linke hätten mit Gott nichts im Sinn, der kennt Bodo Ramelow nicht. Der Thüringer Fraktionschef der Linken ist bekennender Christ. Danach gefragt, ist der 57-Jährige zunächst überrascht. „Ich gehe damit nicht hausieren. Aber mein Glaube begleitet mich durch das Leben.“ Es ist nicht das einzig Bemerkenswerte an ihm.

Pragmatischer Taktiker

Wenn es um das Spitzenpersonal der Grünen geht, fallen vielen Beobachtern oft erst andere Namen ein. Vielleicht liegt es daran, dass Reinhard Bütikofer nicht so laut und eindringlich wirkt. Er hat seine eigenen Stärken. „Die Welt“ beschrieb ihn einmal als „listigen Buddha der Grünen“. Bütikofer hat seine Partei stark geprägt. Und tut es weiter. Als Bütikofer am 26. Januar 1953 in Mannheim geboren wird, gibt es die Grünen noch nicht. Mutter Dora ist Hausfrau, Vater Ernst Postbeamter.

Beherzte Powerfrau

Mit Facebook, Twitter und Co hat sie kein Problem. Im Gegenteil. Dass das Saarland unter Politikern eine besonders hohe Social-Media-Quote aufweist, liegt wohl auch an Nadine Schön. „Soziale Medien gehören einfach dazu“, sagt die 30-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete aus Tholey. „Wer sich für Politik interessiert, bekommt in Echtzeit mit, was passiert. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Prozess.“ Der letzte Satz ist typisch für Nadine Schön. Und er verrät einiges über sie.

RSS - Porträt abonnieren