Politiker

Spezialisten für alles

Einem Parteivorsitzenden, Ministerpräsidenten oder Bundesminister, geschweige denn einer Kanzlerin oder einem Bundespräsidenten widerspricht man nicht. Wer einmal erlebt hat, wie devot und alle Wünsche vorausahnend die Entourage eines Spitzenpolitikers diesem gegenüber häufig auftritt, der ahnt, dass dieses Verhalten langfristig zu einem Problem werden kann. Sicher ist es in den ersten Monaten traumhaft, wenn einen niemals jemand kritisiert. Aber dann?

Was haben Behörden aus dem Datenklau gelernt?

Natürlich zeigte Horst Seehofer sich ausgelassen, als er am Nachmittag des 8. Januars vor die Presse trat. Ein Datendiebstahl hatte die Bundesre­publik tagelang in Atem gehalten, jetzt zog der Bundesinnenminister die Mundwinkel nach oben, lobte die Sicherheitsbehörden, der Täter war schließlich rasch gefasst worden und sei sogar geständig. Die Betroffenen seien informiert worden, für die Zukunft soll das Cyber-Abwehrzentrum weiterentwickelt werden. Alles in Ordnung also?

Google Suggest und der Reiz des Privaten

Googelt man deutsche Spitzenpolitiker, wird schnell deutlich, dass Privates – medial stets die riskanteste Kategorie im Leben von Prominenten – hoch im Kurs steht. Tippt man den Namen von Bundes­außenminister Heiko Maas in das Suchfeld ein, poppt als automatisch ergänzender Begriff "twitter" auf, direkt danach folgen Stichworte wie "körpergröße", "größe", "frau", "freundin" und "kinder". Erst an siebter Stelle wird "russland" angeboten, was mit Maas’ (amtsbezogener) Einstellung zu tun haben dürfte – und damit der erste "politische" Vorschlag ist. 

Die Sache mit dem "ti-äitsch"

"I think … there will no ... it will not happen that there will be a Staatsbankrott in Greece", stammelte der sonst wortgewandte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble 2012 im Zuge der griechischen Finanzkrise. Entwicklungsminister Gerd Müller lieferte 2015 Jahr mit breitem Akzent eine wenig überzeugende Kurzansprache auf dem Earth Day in Washington. Günther Oettinger verhaspelte sich während seiner legendären Rede auf der siebten Jahreskonferenz der Columbia University in Berlin.

Schicksalhafte Skalen

Wer schon einmal vor der Datsche von Angela Merkel gestanden hat, der weiß, dass die Bundeskanzlerin einen Hang zum Schlichten hat. Ein bescheidenes, weißes Einfamilienhaus mit kargem Garten, etwa 20 Autominuten von Templin entfernt. Nichts schmückt Fassade oder Grundstück.

Ein Haus, selbst eine Datsche, sagt einiges über einen Menschen aus. Welcher rationale, extrem strukturierte Typ wohnt schon in einem Haus, in dem es vor Blümchen und Nippes wimmelt? Und welcher genügsame Mensch lässt in sein Bad goldene Wasserhähne einbauen? Eben!

Figuren der Macht

Unter den Linden, rund 500 Meter vom Reichstagsgebäude entfernt, befindet sich seit 2008 die Berliner Niederlassung von Madame Tussauds. Neben Sportlern, Künstlern und historischen Gestalten sind dort auch Politiker in Form lebensnah nachempfundener Wachsfiguren vertreten. Fotograf Laurin Schmid hat die Gesichter der Mächtigen in den Fokus genommen.

Unsichtbar im Hintergrund

Zu wenig welthaltig – freundlich, aber bestimmt kritisiert Stephan Steinlein in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt ein friedenspolitisches Papier der Evangelischen Akademien. Der Staatssekretär aus dem Auswärtigen Amt spricht dort nicht als Theologe. Er ist für seinen Chef eingesprungen. Der Außenminister reist in angewandter Friedensmission durch Nordafrika. Das macht aber nichts – des einen Gedanken sprechen aus des anderen Worten.

"Tierschutzkampagnen sind überall populär"

Bis vor Kurzem war das Sammeln von Pfandflaschen am Hamburger Flughafen streng verboten. 97 Strafanzeigen stellte der Betreiber gegen die meist obdachlosen Flaschensammler – bis der Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer eine Petition startete. Er forderte den Flughafen dazu auf, alle Strafanzeigen zurückzunehmen und das Pfandflaschensammeln auf dem Gelände zu erlauben. Innerhalb von drei Tagen unterstützten fast 60.000 Menschen die Petition. Die Masse an Unterstützern brachte den Betreiber zum Umdenken. Flaschensammeln wurde umgehend erlaubt.

Im Geschäft der Eitelkeiten

p&k: Frau Blohmann, weshalb heißt Ihr Fotostudio eigentlich "Die Hoffotografen"?

Christine Blohmann: Unser Studio, das wir vor 16 Jahren gegründet haben, liegt ja am Monbijouplatz und damit ganz in der Nähe der Hackeschen Höfe. Zudem mag ich das Höfische irgendwie und war schon immer recht anglophil. Da lag der Name "Die Hoffotografen" nahe.

@pundk gehört bei Politikern zu den beliebtesten Twitter-Accounts

Die Tweets von "politik&kommunikation" stehen bei Politikern hoch im Kurs. Das zeigt eine Untersuchung der Agentur "Spätschicht PR", in der die Twitter-Accounts von knapp 50 prominenten deutschen Politikern analysiert wurden. Ergebnis: Der Twitter-Account @pundk rangiert in der Kategorie "Twitter-Accounts von Nicht-Politikern, denen Politiker folgen" auf Platz 24. Die Top 3 bilden die Accounts des inzwischen verstorbenen "FAZ"-Herausgebers Frank Schirrmacher, "Spiegel Eilmeldungen" und "Zeit Online“.

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