Politik

Sieb- und stichfest

"Lügende Medien berichten über lügende Politiker" – so lässt sich das Weltbild einer wachsenden Gruppe von Menschen zusammenfassen. Die Dramatik der Situation aber ist vielen Adressaten offenbar nicht klar. Ja, wir stehen noch nicht am Abgrund: Laut einer repräsentativen Studie des Bayerischen Rundfunks (März 2016) halten drei Viertel der Befragten die Öffentlich-Rechtlichen und Tageszeitungen für glaubwürdig. Wahr ist aber auch: 60 Prozent der Leute denken, dass die Medien von Regierung und Parteien bevormundet und unerwünschte Meinungen ausgeblendet werden.

Wer Wahrheit will, muss diskutieren

Der amerikanische Philosoph Donald Davidson lehrt uns: Vernünftig ist man nicht alleine. Vielmehr müssen sich die Menschen auf „Das, was ist“, auf eine intersubjektive Wahrheit, erst in einem kommunikativen Austausch einigen. Dieser Prozess scheint in „post-faktischen“ Zeiten von komplexen politischen Fragestellungen auf der einen Seite und Facebook-Filterblasen und Social Bots auf der anderen immer schwieriger zu werden. Musterbeispiele für die missliche Lage des politischen Diskurses sind die Verhandlungen zu den Handels- und Investitionsabkommen TTIP und CETA.

NZZ, Economist und BBC bei Politikentscheidern vorn

Wer wissen will, wie die Welt tickt, wie im Ausland über deutsche Politik berichtet wird und welche Trends sich vielleicht bald auch bei uns durchsetzen werden, wird in internationalen Medien fündig. Welche außerhalb Deutschlands erscheinenden Zeitungen, Magazine und Blogs lesen Entscheider hierzulande? Welche Fernsehsender schalten sie ein? Zu diesem Thema haben wir im August eine Umfrage unter Kennern des politischen Betriebs durchgeführt. 400 Personen nahmen teil. Sie konnten unbegrenzt viele Medien ankreuzen.

Führungsstile im Kanzleramt

Wer im Pressesaalfoyer des Bundeskanzleramts steht und die Porträts der bisherigen Regierungschefs in der sogenannten Kanzlergalerie betrachtet, der denkt unweigerlich über die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Temperamente der sieben ehemaligen Bundeskanzler nach. Und dabei spielen auch die Struktur "ihres" Amts und das jeweilige Führungsverständnis eine zentrale Rolle – und zugleich eine gewissermaßen selbstdefinierte, die umso mehr über die jeweiligen Kanzler aussagt.

Wie man mit Schmeichlern umgeht

Die Kernfrage: Welche Selbstwahrnehmung ist realistisch, welche macht uns handlungsstark? Menschen suchen nach Konsonanz, dem Gleichklang von Kognitionen, Motiven und Handeln, auch von Selbst- und Fremdbildern, und genießen die Bestätigung günstiger Selbstwahrnehmungen. Schmeichelei ist also ein Tauschangebot: die gezielte Verstärkung günstiger Selbstwahrnehmungen einer Person, um Vorteile von ihr zu erlangen, vor allem Unterstützung oder Zustimmung.

Der Hartnäckige

Mit dem Begriff "Leadership", wohl erstmals von John P. Kotter 1982 gebraucht, ist eine Art der Führung gemeint, die sich nicht nur auf Management beschränkt, sondern auch Visionen entfaltet und dadurch andere mitreißt. Ist der Grüne Hans-Christian Ströbele ein Politiker, den Eigenschaften auszeichnen, die ihn als "Leader" erscheinen lassen?

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