Plenum

Rhetorikcheck: Anton Hofreiter

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter schreitet nach der Regierungserklärung durch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit großen Schritten durch den Plenarsaal ans Rednerpult. In der Debatte geht es an diesem Tag um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und die Chancen des digitalen Wandels. Noch ein Schluck Wasser, das Pult angepackt, dann geht‘s auch schon los: "Sehr geehrter Herr Kollege Gabriel, Sie haben gesagt, das Land ist handlungsfähig. Ja, das Land ist handlungsfähig.

Rhetorikcheck: Niels Annen

Der Bundestag berät über die Fortsetzung der Operation Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias. Niels Annen (SPD) spricht sich in seinem Debattenbeitrag klar dafür aus, die Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte zu verlängern. Doch warum? Immerhin gab es 2014 lediglich vier versuchte Angriffe. "Entführungen konnten seit 2012 komplett verhindert werden und aktuell befindet sich kein Schiff mehr in der Hand somalischer Piraten." Ist die Mission damit nicht erfüllt?

Rhetorikcheck: Oliver Krischer

Endlich. Kurz vor Jahresende spricht Oliver Krischer (Bündnis90/Die Grünen) im Bundestag aus, was viele denken: Die Maut ist absurd. Sie ist unseriös, bringt keine zusätzlichen Einnahmen und schadet sogar, weil Nachbarländer dem Modell folgen werden. Doch der Reihe nach. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat 2013 als Generalsekretär seiner Partei zum Wahlsieg verholfen. Das geht am besten, indem man die ländlichen Gebiete Bayerns für sich gewinnt.

Rhetorikcheck: Cem Özdemir

Am dritten Jahrestag der Aufdeckung der NSU-Verbrechen herrscht im Deutschen Bundestag breiter Konsens: Schrecken und Anteilnahme; der Wille zum "Dranbleiben", wie Eva Högl (SPD) es formuliert, eint die Abgeordneten. Der vierte Redner in der Debatte ist Cem Özdemir. Welche Akzente wird der Bundesvorsitzende der Grünen setzen?

Rhetorikcheck: Heiko Maas

[no-lexicon]Heiko Maas, Justiz- und Verbraucherschutzminister der Bundesregierung, wirkt geradlinig, stimmlich kraftvoll und selbstbewusst, als er gegen Mittag an das Rednerpult tritt. Im Deutschen Bundestag geht es um die von ihm angestrebte Verschärfung des Sexualstrafrechts. Als Jurist eröffnet Maas die Aussprache mit einem klassischen Einstieg: Ein Fallbeispiel über einen Freispruch des Oberlandesgerichts Koblenz. Ein Vertretungslehrer hatte sein Vertrauensverhältnis zu einer 14-jährigen Schülerin ausgenutzt und sie verführt.

Rhetorikcheck: Ursula von der Leyen

Es ist nach 17 Uhr, als Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an das Rednerpult tritt. 38 Abgeordnete haben seit dem Morgen im Deutschen Bundestag zum Haushalt 2015 gesprochen. Die Reihen haben sich gelichtet. Kein Zweifel, auf viele wirkt Ursula von der Leyen routiniert und kompetent in der Sache. Und nicht wenige wünschen sich, ebenso energiegeladen und souverän zu wirken wie sie. Doch machen diese Eigenschaften allein einen guten Redner aus?

Die Flinke

Schwarz-weiß ist das Foto, an den Ecken schon etwas vergilbt: Es zeigt Kohl und Genscher nebeneinander auf der Regierungsbank, Oppositionsführer Hans-Jürgen Vogel mit erhobener Hand am Rednerpult. Davor an einem halbrunden Tisch: drei Männer und eine Frau, emsig schreibend.

Sechs goldene Regeln für Plenarreden

Die Sternstunden des Parlaments, in denen Plenarreden zu überzeugen und gesetzgeberische Entscheidungen herbeizuführen vermögen, sind selten. Die Würfel fallen außerhalb des Plenums – in Parteizentralen, in Ausschüssen. Wer im Plenum redet, braucht die Mitglieder der eigenen Fraktion beziehungsweise Koalition in der Regel nicht zu überzeugen – sie werden sowieso für das Gesetz stimmen. Die Mitglieder der Opposition sind auch nicht zu überzeugen – sie werden gemäß dem parlamentarischen Brauch sowieso dagegen stimmen.

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