Parlament

"Abgeordnete sollten nicht poltern"

Frau Zypries, weshalb haben Sie die Entscheidung zum Abtritt aus dem Bundestag getroffen?

Ich habe die Entscheidung bereits nach der vergangenen Wahl getroffen. Immer, wenn ich darüber nachdachte, hat es sich richtig angefühlt – und das tut es auch jetzt. Ich war zwölf Jahre im Parlament. Das ist eine relativ lange Zeit. Es ist dann auch für den Wahlkreis gut, wenn jemand Neues kommt, mit neuen Ideen, neuem Engagement. Bei mir schlich sich nach zwölf Jahren Routine ein.

Nie wieder Endlosdebatten ohne Ergebnis

Herr Bosbach, Sie geben persönliche und politische Gründe dafür an, dass Sie im September nicht wieder für den Bundestag kandidiert haben. Welche haben überwogen?

Ohne die politischen Gründe vernachlässigen zu wollen, sind es sicherlich in erster Linie private, sehr persönliche Gründe, die mich dazu bewogen haben, nicht erneut für den Deutschen Bundestag zu kandidieren.

Wann haben Sie denn entschieden, nicht erneut zu kandidieren und was gab den Ausschlag?

"In Berlin stellen viele Menschen Macht über Inhalt"

Herr van Aken, Sie haben mal gesagt: "Acht Jahre in dem Zirkus sind genug".

Zirkus kann man sicher auch sagen, trifft es aber vielleicht nicht so richtig. Mein Vorgänger aus Hamburg, Norman Paech, hat es immer "Raumschiff Berlin" genannt. Da ist auch etwas dran. Ich finde, dass für mich persönlich acht Jahre genug sind. Länger möchte ich es nicht machen. Das hat politische aber auch private Gründe.

Was wäre denn ein privater Grund?

Warum das deutsche Wahlsystem besser ist als sein Ruf

1. Das deutsche Wahlsystem sorgt dafür, dass die Anzahl der Abgeordneten im Parlament die Stimmanteile abbildet. Die Zweitstimme (die wichtigere von beiden) macht es möglich. Die Partei mit den meisten Kreuzen bekommt die meisten Sitze. Wer das in einer Demokratie für selbstverständlich hält, hat die Rechnung ohne das amerikanische Wahlmänner-­System gemacht. Donald Trump ist Präsident, obwohl er fast drei Millionen Stimmen weniger hatte als seine Gegenkandidatin. Er ist damit bereits der fünfte US-Präsident, der die Mehrheit beim Popular Vote verfehlt hat.

"Abstimmungen sind immer auch ein Glückspiel"

Ein Sieg Ihrer Partei, den Konservativen, bei den Parlamentswahlen am 7. Mai würde bedeuten, dass David Cameron 2017 eine Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten würde.

Kenneth Clarke: Das stimmt. Jedenfalls für den Fall, dass wir eine absolute Mehrheit gewinnen werden. Wenn dies so kommt, werde ich mich dem Schicksal ergeben, dass wir eine Volksabstimmung haben werden.

Sie halten nichts davon, das Volk zu befragen?

"Mein Hund wird die Fragestunde nicht vermissen und ich auch nicht"

Weshalb haben Sie sich gerade jetzt dazu entschlossen, nicht wieder für das Unterhaus zu kandidieren?

David Blunkett: Ich werde dieses Jahr 68 Jahre alt und bin jetzt seit 45 Jahren so etwas wie eine Mischung aus einem Politiker und einem Sozialarbeiter. Das ist eine ganz schön lange Zeit und das war ein ganz schön heftiges Arbeitspensum, das ich zunächst als Ratsmitglied und anschließend als Unterhausabgeordneter absolviert habe.

Sie machen aber noch einen fitten Eindruck.

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