Medien

So ist es um den Schutz von Whistleblowern bestellt

Fünf Jahre ließ ihn die US-Justiz schmoren, ehe Daniel Everette Hale im Mai dann doch die ganze Härte der Strafverfolgung zu spüren bekam. Ermittler legten Hale eine Anklageschrift vor, in der er der Weitergabe geheimer Geheimdienstinformationen an Journalisten des Mediums "The Intercept" beschuldigt wird. Bereits 2014 war das Haus des angeblichen Whistleblowers durchsucht worden, kurz nachdem "The Intercept" neue Informationen zum Drohnenkrieg der Amerikaner veröffentlicht hatte.

Die Newsroom-Frage

Das Unbehagen breitete sich langsam aus. Vielleicht fing es an, als die Kanzlerin 2006 ihren Video-Podcast startete, in dem sie die Bürger direkt ansprach. Es verstärkte sich, als Jahre später immer mehr Politiker twitterten, ab 2011 auch Regierungssprecher Steffen Seibert. Und es erreichte einen Höhepunkt, als die AfD Anfang 2018 ankündigte, einen Newsroom einzurichten. Sie wollte eine "Gegenöffentlichkeit" schaffen.

Wem folgt der Bundestag?

Medien und Journalisten, Politiker aus den eigenen Reihen und Partei- und Regierungsaccounts sind die wichtigsten Twitter-Quellen der MdBs. Erfolgreich ist vor allem, wer den Abgeordneten relevante News für die tägliche Arbeit bereitstellt. Aber auch Accounts, die mit reger Twitter-Aktivität, hohen Followerzahlen oder in aktuellen Debatten hervorstechen, erlangen die Aufmerksamkeit der Abgeordneten. Beispiele dafür sind Astronaut Alexander Gerst (83 MdB-Follower), Klima­aktivistin Greta Thunberg (28) und Fußballer Mesut Özil (26).

Mischt euch in die Debatte ein!

Die Zahl der Unternehmen, NGOs und Institutionen, die Redaktionen aufbauen, wächst. Der Zulieferer und Gerätehersteller Bosch zum Beispiel versteht sich seit einigen Jahren als "Publishing House“. Das Unternehmen bespielt eigene Kanäle und soziale Plattformen mit gut gemachten Geschichten über Menschen, Entwicklungen und Produkte aus dem eigenen Haus. Vermutlich spielt die Kommunikation über klassische Medien für Bosch immer noch eine Rolle. Aber das Grundverständnis lautet: Marken sind selbst Medien.

Wie die Bundeswehr mit einem Chatbot die Angst vor Auslandseinsätzen abbauen will

Die Youtube-Serie "Mali – der Auslandseinsatz der Bundeswehr" zeigt die Menschen im Auslandseinsatz und ihre Berufe. Das Besondere an der Serie ist ein Storytelling-Chatbot. Dieser spricht die User direkt über den Facebook-Messenger an und berichtet in Echtzeit. Über 35.000 User und eine Click-Through-Rate von cirka 18 Prozent machten den Serienbot über Nacht zum größten deutschsprachigen Chatbot.

Worin bestanden die größten Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Kampagne?

Wie man mit kleinem Budget junge Wähler anspricht

Authentisch und humorvoll junge Wähler ansprechen und Stimmen für die Landtagswahl gewinnen sollte Karl Frellers Wahlwerbespot im Kino und Internet. Der Spot generierte mehr als 40.000 Youtube-Klicks und deutschlandweites Presseecho. Freller verbuchte bei der Landtagswahl die geringsten CSU-Verluste aller bayerischen Stimmkreise.

Worin bestanden die größten Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Kampagne?

"Das Klima wird rauer, der Tonfall schärfer"

Herr Fuhst, Sie sind seit Januar dieses Jahres Programm­geschäftsführer von Phoenix und damit der jüngste TV-Chef des Landes. Was ist Ihr wichtigstes Ziel?

Was mein Alter betrifft, halte ich es mit Otto Rehhagel: "Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte." Auch als Medienmacher wird man am Ende an den Ergebnissen gemessen. Wir müssen uns weiterentwickeln, damit wir in der veränderten Medienwelt relevant bleiben und wiedergefunden werden, sowohl im Line­aren als auch im Digitalen.

Manchmal kommt es darauf an, Erster zu sein

Hätte man es kommen sehen können? Zwei Jahre lang hatten sich die UN-­Mitgliedsstaaten ausgetauscht, sechs Monate lang verhandelt. Im vergangenen Juli war das Papier fertig. Doch dann, wenige Wochen vor der Unterzeichnung, ging plötzlich eine Welle des Erstaunens durch die Medien: "Liebe Bundesregierung, warum sprechen Sie mit uns Bürgern nicht über den UN-Migrationspakt?", fragte der "Stern". Und der "Tagesspiegel" sprach von einem "Kommunikationsdesaster".

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