Medien

Was passieren muss, damit Uniklinika die "zweite Welle" stoppen

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. An diese Redewendung denkt, wer die Bilder der vergangenen Wochen sieht. Auf dem Berliner Landwehrkanal feierten rund 3.000 Menschen auf Gummibooten in Sichtweite zu einem Krankenhaus, wo Ärzte die Corona-Pandemie bekämpfen. Später kamen in vielen Großstädten Zehntausende zu Demonstrationen zusammen. Zwar trugen hier viele Maske, Mindestabstände konnten aber nicht eingehalten werden. Zu den sogenannten "Hygiene"-Demos erübrigt sich jedes weitere Wort.

Frauen an der Macht

Sollte das ein Thema sein? Nach der Entlassung von Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin im Schloss Bellevue löste ein Foto mit drei Frauen auf drei Stühlen große Emotionen aus. Da saßen sie: die Parteivorsitzende und baldige Verteidigungsministerin, die Noch-Verteidigungsministerin und baldige EU-Kommissionspräsidentin und die Bundeskanzlerin.

Wie man Authentizität inszeniert

Politik ist nicht nur Partei, Programm und Macht. Sie ist immer auch Vermittlung und mediale Inszenierung. Darum braucht sie ein Gesicht, das Gesicht des Politikers, der diese Macht verkörpert. Das ist insbesondere in Zeiten des Wahlkampfs vonnöten. Je differenzierter und plastischer Politik in den Medien abgebildet ist, desto eher haben Politiker, die besagte Politik verkörpern, die Chance, zu einem nahbaren Politiker zu werden.

Newsrooms: Notwendig oder nicht?

Schon lange vor Rezo war klar: Die Kommunika­tions­arbeit der Parteien muss sich verändern. Die Kanäle, die sie bespielen, sind immer zahlreicher geworden. Um die Themen über alle Plattformen hinweg zu koordinieren, haben einige Parteien Newsrooms eingerichtet, zuletzt CDU und CSU und die Fraktionen von CDU/CSU und SPD.

Zwischen Politik und Presse ist vieles Vertrauenssache

Es ist mehr als 15 Jahre her, dass ich gemeinsam mit einem Kollegen vom "Kölner Stadt-Anzeiger" eine sozialdemokratische Ministerin des damals rot-grünen Kabinetts interviewte. Das Gespräch war nicht besonders ergiebig. Wir versuchten jedoch, beim Redigieren das Beste daraus zu machen. Und dann warteten wir. Ja, wir warteten zum Nervöswerden lange – bis eine halbe Stunde vor Redaktionsschluss endlich der Text eintraf, bei dessen Anblick wir unseren Augen nicht trauten. Denn die Ministerin, ihre Pressestelle oder beide hatten keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Wie wir politische Diskussionen im Netz wieder erträglich machen

Meinungsblasen prägen den gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland. Das Phänomen ist nicht neu. Schon immer wurden Menschen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Ansichten und politischen Überzeugung durch ihr soziales Umfeld beeinflusst. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass mediale und technologische Entwicklungen diesen Trend beschleunigen und bestehende Abgrenzungen verfestigen. Die meisten Algorithmen sind so konzipiert, kognitive Dissonanzen zu vermeiden.

So ist es um den Schutz von Whistleblowern bestellt

Fünf Jahre ließ ihn die US-Justiz schmoren, ehe Daniel Everette Hale im Mai dann doch die ganze Härte der Strafverfolgung zu spüren bekam. Ermittler legten Hale eine Anklageschrift vor, in der er der Weitergabe geheimer Geheimdienstinformationen an Journalisten des Mediums "The Intercept" beschuldigt wird. Bereits 2014 war das Haus des angeblichen Whistleblowers durchsucht worden, kurz nachdem "The Intercept" neue Informationen zum Drohnenkrieg der Amerikaner veröffentlicht hatte.

Die Newsroom-Frage

Das Unbehagen breitete sich langsam aus. Vielleicht fing es an, als die Kanzlerin 2006 ihren Video-Podcast startete, in dem sie die Bürger direkt ansprach. Es verstärkte sich, als Jahre später immer mehr Politiker twitterten, ab 2011 auch Regierungssprecher Steffen Seibert. Und es erreichte einen Höhepunkt, als die AfD Anfang 2018 ankündigte, einen Newsroom einzurichten. Sie wollte eine "Gegenöffentlichkeit" schaffen.

Wem folgt der Bundestag?

Medien und Journalisten, Politiker aus den eigenen Reihen und Partei- und Regierungsaccounts sind die wichtigsten Twitter-Quellen der MdBs. Erfolgreich ist vor allem, wer den Abgeordneten relevante News für die tägliche Arbeit bereitstellt. Aber auch Accounts, die mit reger Twitter-Aktivität, hohen Followerzahlen oder in aktuellen Debatten hervorstechen, erlangen die Aufmerksamkeit der Abgeordneten. Beispiele dafür sind Astronaut Alexander Gerst (83 MdB-Follower), Klima­aktivistin Greta Thunberg (28) und Fußballer Mesut Özil (26).

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