Martin Schulz

Fünf Gründe für das Wahldebakel der SPD

Während es in der SPD seit dem Wahlsonntag darum geht, sich für die angestrebte Oppositionsführerrolle personell neu aufzustellen und die öffentliche Debatte wieder einmal von der AfD bestimmt wird, scheinen die Ursachen für die Wahlschlappe der SPD in den Hintergrund zu geraten. Doch auch wenn man in der Partei endlich verstanden zu haben scheint, dass Opposition nicht immer Mist ist, sei ihr dringend empfohlen, auch zurückzublicken, um zukünftig mit klarem Visier nach vorne schauen zu können.

Merkel "is a very learned fan"

Herne, Anfang Februar. Im Mondpalast hatte Martin Schulz, damals noch designierter Kanzlerkandidat seiner Partei, seinen bundesweit allerersten Wahlkampftermin bei der SPD-Parteibasis. Mitten im Ruhrgebiet, wo die Menschen entweder schwarz-gelb (Borussia Dortmund) oder weiß-blau (Schalke 04) sind, traut sich Schulz nach einigen begeistert aufgenommenen Sätzen zu Gerechtigkeit und seinen Ambitionen auf das Bundeskanzleramt auch an eine Grundsatz-Frage: "Ich bin bekennender Anhänger des 1.

"Das schwächt den Einfluss der CSU"

Herr Professor Korte, die Union hat die Europawahl in Deutschland zwar gewonnen, aber einen Dämpfer verpasst bekommen. War die Wahlkampfstrategie der CDU, voll und ganz auf Kanzlerin Merkel zu setzen, richtig?

Auf jeden Fall. Die Ergebnisse geben ihr doch Recht, die CDU hat eindeutig gewonnen, hat geradezu abgeräumt. Wer verloren hat, ist die CSU. Ihr europaskeptischer Populismus hat sich offensichtlich nicht ausgezahlt.

Warum nicht?

Ziemlich beste Freunde?

Über Sieg oder Niederlage in einem TV-Duell entscheiden nur zum Teil die Worte. Wenn es darum geht, wie die Zuschauer die Kontrahenten bewerten, geben Mimik und Körpersprache den Ausschlag. Gerade und noch mehr bei einem Duell zwischen Kandidaten, die der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt sind. Betrachtet man die schwache Medienpräsenz des Europäischen Parlaments und die niedrige Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009 (in Deutschland 43,3 Prozent), scheint das Interesse der Bevölkerung am Europawahlkampf doch eher gering zu sein.

Der Self-Made-Politiker

[no-lexicon]

Es gab einmal eine Zeit, da war Martin Schulz der Anti-Berlusconi. Da forderte er den Cavaliere mit hartnäckigen Fragen so lange heraus, bis der die Fassung verlor und seinem deutschen Kontrahenten die Rolle eines Kapo in einem KZ-Film empfahl. Das war 2003, es machte Schulz auf einen Schlag berühmt. „Ich hätte mir eine andere Profilierung gewünscht“, sagt er heute fast bedauernd.

RSS - Martin Schulz abonnieren