Markus Söder

Rhetorikcheck: Markus Söder

Es ist Ende April. Deutschland hat sich in Quarantäne begeben. Auch das lebensfrohe und umtriebige Bayernland steht still, ist im Homeoffice seit die Après-Ski-Touristen das Virus aus China über die Alpen trugen. Vier lange Wochen kämpft das Gesundheitssystem um ausreichend Tests, Masken und Beatmungsgeräte. Vier lange Wochen gibt es nun schon Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, die verhindern sollen, was die Bilder aus Italien auch für Deutschland befürchten ließen: eine unkontrollierte Ausbreitung mit vielen Toten.

Das Machtsystem Söder

Die Maschine ist gelandet, Markus Söder wartet in der VIP-Lounge des Flughafens Sofia. Draußen flackern die Blaulichter der Kolonne, die ihn in die Stadt bringen soll. Drinnen müht sich eine Zollbeamtin ab, seiner Delegation nach der Kontrolle die Pässe zurückzugeben. Es dauert. Bis sich der Ministerpräsident persönlich den Stapel greift: Im Eiltempo klappt er die Ausweise auf, witzelt über zweite Vornamen, wirft den Besitzern in hohem Bogen ihre Pässe zu.

"Seehofer und Söder werden sich nicht halten können"

Die Wahl in Bayern steht unmittelbar bevor, die CSU ist in heller Panik angesichts von zuletzt nur noch 33 Prozent Zustimmung. Im letzten Interview vor der Wahl spricht Lars Rademacher mit dem Wahlkampfmanager Professor Markus Karp, der an der TH Wildau bei Berlin Personalmanagement und Politikwissenschaft lehrt und für Christian Wulff den Regierungswechsel in Niedersachsen vorbereitet hat, über die gescheiterte Wahlkampfstrategie der CSU und die Spätfolgen des Unionsstreits.

Die große Markus-Söder-Show

Der Wahlkampf werde ganz auf den Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten Markus Söder abgestellt, kündigte CSU-Generalsekretär Markus Blume gerade erst wieder an. Dazu passend tourte der Kandidat nun mit dem Format "Markus Söder persönlich" durch das Land – Ansbach, München, Rosenheim, Bayreuth – mit dem Versprechen, ihn einmal ganz anders kennenzulernen. In München war der Termin kürzlich ausgefallen, des Asylstreits wegen.

Wahlkampf mit Arroganz und Härte

Der bayerische Landtagswahlkampf hat kaum begonnen – und doch ist er schon jetzt reich an Anekdoten, Inszenierungen und Symbolik. Zugegeben: Diese Dynamik ist nicht nur der Agilität des neuen Ministerpräsidenten zu verdanken, sondern hat mit der politischen Großwetterlage zu tun, die in ganz Europa populistische Parteien in die Parlamente und ins öffentliche Bewusstsein spült. Andererseits wurde der frühe Start des Wahlkampfs durch die Ämterrochade an der Regierungsspitze verursacht.

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