Lobbying

Feiern, bis die Polizei kommt

"Was kostet ein Bier?" – "Nichts! Nimm so viel, wie du möchtest!" – Kein schlechter Start für eine Party. Es ist Sonntag im Anton-Saefkow-Park in Berlin-Prenzlauer Berg, und viele haben sich vom frühsommerlichen Wetter ins Grüne locken lassen: ein Paar mit Kinderwagen; ein Jogger, der die jungen Eltern mit angestrengtem Blick überholt; eine Gruppe Studenten, die auf der Wiese liegt. Das Wummern der schweren Bässe, das dumpf aus dem Unterholz dringt und der Szene einen unorthodoxen Soundtrack gibt, nehmen die Parkbesucher kaum wahr.

Auf einen Tweet mit den Lobbyisten

Die neue Transparenzoffensive begann Mitte Oktober mit einem Foto, auf dem eine blaue Wundertüte und ein Kugelschreiber zu sehen war. Und dazu der Kommentar: „#INSM, dein Geschenk geht zurück.“ An diesem Tag machte MdB Agnieszka Brugger (Bündnis 90/Die Grünen) das, was sie immer macht, wenn sie unaufgefordert Geschenke von Interessengruppen erhält: Sie sendete es zurück. Nur machte sie in diesem Fall ihren Unmut öffentlich. Ihre mehr als 2000 Follower nahmen daran teil. Auch „Die Welt“ griff ihren Tweet auf.

Warum verändert sich so wenig in der Beraterbranche, Herr Frevel?

p&k: Herr Frevel, Sie beschreiben die Beratungsbranche als wenig innovationsfreudig. Woran machen Sie das fest?

Sebastian Frevel: Die Beratungsbranche orientiert sich am Politikgeschäft. Und das ist People Business: Es geht um den Handel mit Informationen und darum, Vertrauen aufzubauen. Das machen Menschen immer auf eine ähnliche Art und Weise. Vertrauen bildet sich zudem nur sehr langsam. Es bedarf wiederkehrender Formate und persönlicher Beziehungen. Deshalb gibt es für das klassische Lobbying einige Grundkonstanten.

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