Linke

Ist die SPD eine schwer führbare Partei, Herr Beck?

Herr Beck, was sagt Ihnen das Verhältnis acht zu eins?

Gar nichts.

Das ist die Anzahl der SPD-Vorsitzenden während der Amtszeit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel.

Ich hatte nicht mitgezählt, aber Sie haben recht. Das ist ein Teil der Herausforderung, vor der wir jetzt stehen: personelle Kontinuität und die inhaltliche Wiedererkennbarkeit der SPD-Werte in die eigenen Reihen zu bringen.

Was bedeutete das Amt des SPD-Vorsitzenden für Sie?

Wie informelle Gesprächskreise mögliche Koalitionen vorbereiten

Im Herbst machte Sigmar Ga­briel seinem Ruf der Unberechenbarkeit mal wieder alle Ehre. Völlig überraschend tauchte der damalige SPD-Chef bei einem Treffen sozialdemokratischer, linker und grüner Bundestagsabgeordneter im Jakob-Kaiser-Haus auf; dort haben zahlreiche Parlamentarier ihre Büros. Und auch wenn der 57-Jährige bald wieder weg war und angeblich nur zuhören wollte, so schien es doch, als werfe er sich für ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl in die Bresche.

Einen Tick zu selbstsicher

Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Deutschen Bundestag, war am Sonntag zu Gast im vierten ARD-Sommerinterview. Wie ein Politiker in einem Interview oder in einer Rede auf uns wirkt, entscheidet sich zu einem Großteil dadurch, was er oder sie nonverbal transportiert – also was Mimik, Körpersprache und Stimme ausdrücken. Die Worte spielen selbstverständlich auch eine Rolle. Studien haben aber gezeigt, dass sie das Gefühl, das eine Person bei uns auslöst, nur geringfügig beeinflussen.

Wie macht man Wahlkampf, wenn man in Europafragen uneins ist, Herr Höhn?

p&k: Herr Höhn, in den Wahlkampf ist die Linke mit der Großfläche „Passt auf“ gestartet. Online und auf Wahlkampfmaterialien findet sich der Spruch „Hier und in Europa – die Linke“. Gibt es keinen zentralen Claim zur Europawahl?

Nein. Bei der Bundestagswahl lautete der zentrale Claim „100 Prozent sozial“. Dieses Mal verzichten wir darauf. Durch eine durchgängige URL „hier-und-in-europa.de“ verbinden wir jedoch die Wahlen in den Kommunen und für das Europaparlament.

Warum verzichten Sie auf einen Claim?

Rhetorikcheck: Sabine Leidig

"Wer nimmt da eigentlich in wessen Interesse Einfluss auf die Deutsche Bahn?" Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (Die Linke) meint, der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla sollte nach einem Gespräch zwischen Kanzlerin Angela Merkel und DB-Chef Rüdiger Gruber belohnt werden: mit einem Posten im Aufsichtsrat eines Unternehmens, dessen Aktionäre zu hundert Prozent die Bürger sind.

Was ist denn ein Mitarbeiter-Sharing, Herr Movassat?

Herr Movassat, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl! Mussten Sie am Wahlabend lange zittern?

Nein, es gab ja vom WDR für die Linkspartei in NRW relativ bald eine Prognose von 6,5 Prozent. Und dann war es eigentlich klar.

Und wie fühlt man sich mit zwei Sternen im Kürschner?

Ich freue mich natürlich riesig über die Wiederwahl. Langsam fallen die Last und die Unsicherheit mit Blick auf den Wahlausgang von mir ab. Ich kann immer noch nicht ganz realisieren, dass der Wahlkampf jetzt zu Ende ist.

RSS - Linke abonnieren