Landtagswahlen

Eine Zäsur im Parteiensystem

Erstens: Die AfD avancierte in Sachsen-Anhalt auf Anhieb mit 24,2 Prozent zur zweitstärksten, in Baden-Württemberg (15,1 Prozent) und in Rheinland-Pfalz (12,6 Prozent) zur drittstärksten Kraft. Diese Ergebnisse hatte die erst im Frühjahr 2013 ins Leben gerufene Partei bisher nirgendwo erreicht. Das muss ein Weckruf für die etablierten Kräfte sein. Auch wenn die akute Flüchtlingskrise zu diesem Erfolg maßgeblich beigetragen hat, wäre die Annahme eines vorübergehenden Protests wenig zutreffend.

Die Merkel aus der Provinz

[no-lexicon]Manchmal bedarf es nur weniger Sätze, um einen lauwarmen Wahlkampf ein wenig anzuheizen. "Ich muss nicht Ministerpräsidentin sein", sagte Christine Lieberknecht in das Sommerloch hinein. "Nach 25 Jahren soll man doch auch mal leben dürfen." Prompt spekulierte die örtliche Presse über Amtsmüdigkeit, derweil die Konkurrenz mutmaßte, dass die Regierungschefin aufgegeben habe.

"Keine Sau braucht die FDP" - oder etwa doch?

Mit dem Mut der Verzweiflung kämpft die FDP Brandenburg ums Überleben. "Keine Sau braucht die FDP" lautet der selbstironische Slogan der Kampagne, die die Liberalen bei der Landtagswahl am 14. September über die Fünf-Prozent-Hürde retten soll. Auf mehreren Großplakaten und der Webseite der FDP prangt der Spruch in blauen Großbuchstaben vor gelbem Hintergrund. Tagelang hatte FDP-Landeschef Gregor Beyer zu der eigenwilligen Aktion geschwiegen. Auf dem Anrufbeantworter seines Handys hieß es lediglich: "Keine Sau braucht die FDP!

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