Kommunikation

Lasst auch mal Tränen zu!

Mein Freund weinte, als er seine Tochter in die Arme nahm. Sie war sieben Wochen zuvor in Berlin zur Welt gekommen. Er hatte sie drei lange Wochen nicht mehr gesehen. 800 Kilometer hatte er mit dem Auto in zwölf Stunden zurückgelegt, bei 37 Grad Celsius im Stau, die letzten 100 Kilometer durch die engen Täler Tirols. Es brach aus ihm heraus, als er in die weit geöffneten Augen blickte. Eine Eruption von Emotionen. Tränen kullerten über seine Wangen. Schluchzend drückte er das Baby an seine Brust.

Wie misst man Akzeptanz?

Gesellschaftliche Akzeptanz gehört heute zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren von Industrieunternehmen. Dabei geht es zum einen darum, die Bedeutung der Industrie für die deutsche Wirtschaft deutlich zu machen. Zum anderen wird eine weitere Dimension der Industrieakzeptanz evident, wenn industrielle Produktion und Wohnbebauung unmittelbar aufeinandertreffen. Denn einen Industriestandort wünschen sich die wenigsten als direkten Nachbarn.

Entblökt Euch!

Eigentlich sollte es in dieser Kolumne darum gehen, dass zu viele Politiker ihre Worte in Hülsen kleiden. Ohne Aussage. Ohne Emotion. Das war einmal. Zwischen dem ersten Brainstorming zu dieser Ausgabe und dem Redaktionsschluss ist etwas passiert. Politikersprech? Beinahe wünscht man ihn sich zurück! Denn der Trend, der sich seit Monaten schleichend, seit dem Jahreswechsel noch deutlicher abzeichnet, ist viel gravierender als ein paar Floskeln: Das Pöbeln ist salonfähig geworden. Ob in der digitalen oder analogen Welt: Es wird geschimpft, gekeift, geblökt.

Gefühltes Wissen

Ein kalter Februarmorgen in Berlin-Kreuzberg: Florian Artinger bestellt grünen Tee. Sencha oder Matcha, fragt die Bedienung. Artinger nimmt Sencha. Einfache Wahl. Mit Entscheidungen kennt sich der Verhaltensökonom aus: Er hat untersucht, wie und warum Menschen auch unter Unsicherheit und Zeitdruck richtige Entscheidungen treffen können.  

Herr Artinger, wann haben Sie zuletzt bei einer wichtigen Entscheidung auf Ihr Bauchgefühl gehört?

Das Morgen von Gestern

Von der Stadtrohrpost bis zum Flughafenprojekt BER: Vieles, was einst als zukunftsweisend galt, hat seinen Zenit schon bald wieder überschritten. Werfen wir einen Blick zurück nach vorn.

Die Stadtrohrpost Berlin ging 1876 für die Öffentlichkeit in Betrieb und entwickelte sich rasch zur größten Anlage der Welt. Im Ersten Weltkrieg hatten fast alle Regierungsstellen und der Admiralstab der Kaiserlichen Marine einen Anschluss. Im Bild: Installation im Kommunikationsmuseum Berlin.

Lobbyiert disruptiv!

Wer in der Kommunikationswelt nicht den Anschluss verlieren will, muss nicht nur mit den technologischen Veränderungen Schritt halten, sondern auch einen offenen Kanal für neue Ideen etablieren. Das gilt für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen. Doch neue Ideen zu entwickeln, klingt leichter, als es ist, denn der Mensch neigt dazu, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben und Fremdes erst einmal argwöhnisch zu beobachten. So verschließt er sich gegenüber der notwendigen Inspiration von außen.

Gandhis Gespür für Macht und Salz

Nein, sein Vorname war nicht "Mahatma". Auch sonst führt die Stilkone des sanften Friedensgurus, der das Empire beschämte und Indien gewaltlos frei protestierte, in Mythennebel. Das Kolonialregime des britischen "Raj" scheint St. Gandhi nur mit Moral, Charisma und Gesten abgeräumt zu haben. Der echte Mohandas Gandhi schwebte nie erhaben über dem Morast der Tagespolitik. Seine Großleistung war nicht der Abzug der Briten. Es war der Aufbau einer Massenpartei.

Mit einem Prakti ist es nicht getan

Der erfahrene Kommunikationsmanager weiß, wie viel klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kostet und was er dafür bekommt. Seit Jahren ist sie im Budget fest einkalkuliert. Eine "Spiegel"-Doppelseite kostet etwa 80.000 Euro, ein 30 Sekunden langer Spot in der Sportschau-Werbepause bis zu 60.000 Euro und wenn man auf dem SPD-Parteitag einen Stand bucht, werden 320 Euro pro Quadratmeter fällig. Anders sieht es bei Social Media aus: Viele Entscheider in Parteien und politischen Institutionen haben kein Gefühl für Aufwand und Ertrag.

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