Kampagne

Zehn Lehren aus dem Wahlkampf von Hillary Clinton

Im berüchtigten Battleground State Ohio habe ich den US-Wahlkampf aus nächster Nähe erlebt. In Cleveland war ich von August bis November Teil der Graswurzelbewegung von Hillary Clinton, klopfte an tausende Türen, wählte zehntausende Telefonnummern und organisierte zahllose Events. In diesen Monaten habe ich nicht nur wunderbare US-Amerikaner kennengelernt, sondern für den deutschen Wahlkampf einige Lehren mitgenommen:

Jugendliche für die Themen Politik und Ausbildung begeistern

In der Kategorie "Kampagne von Nachwuchsorganisationen" hat die Junge Union 2016 den Politikaward gewonnen. Gemeinsam mit der Agentur Praxisnah Kommunikation hat die Jugendorganisation im vergangenen Jahr eine eigene Kampagne für Auszubildende gestartet. Der Hintergrund: In Deutschland gibt es weit über eine Million Auszubildende, in den Reihen der Jungen Union ist diese Gruppe aber unterrepräsentiert. Verbesserungen für Auszubildende zu erreichen und damit auch mehr Azubis für die Junge Union zu begeistern, war Ziel der Kampagne.

Einmaleins der Online‑­Kommunikation für ­Kandidaten zur #BTW2017 – Teil 2: die Kanäle

Eine persönliche Webseite lohnt sich vor allem dann, wenn der Bundesverband einer Partei nur beschränkte oder keine Möglichkeiten zur individuellen Eigendarstellung von Kandidaten bietet. Auf der eigenen Webseite sollten Kandidaten ihren Wählern folgende Informationen über ihre Arbeit zur Verfügung stellen: Was möchten sie erreichen, was haben sie schon erreicht? Welche öffentlichen Termine gibt es zukünftig? Wie und wann kann man den Kandidaten oder die Kandidatin persönlich erreichen?

Einmaleins der Online‑­Kommunikation für ­Kandidaten zur #BTW2017 – Teil 1: die Zielgruppe

Die Uhr tickt. Im September wird ein neuer Bundestag gewählt. Für den Wähler noch relativ weit weg, für Kandidaten schon jetzt Realität. Es gibt viel zu tun. Und dann gibt es da noch dieses Internet, das für die meisten Wähler längst kein #Neuland mehr ist. Um eine Fanbase aufzubauen und für den Wahlkampf zu mobilisieren, gilt für die Kandidaten somit: Der Wahlkampf im Netz findet immer und durch Smartphones überall statt. Aber wie können Kandidaten das Web für sich nutzen, auch wenn sie nicht zur Generation der Digital Natives gehören?

Kampagne zur Seniorenverpflegung der Zukunft

Pflegeeinrichtungen stehen zurzeit deutschlandweit auf dem Prüfstand. Der Großhändler Transgourmet Deutschland, der unter anderem Pflegeheime beliefert, hat mit "Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor" ein Projekt ins Leben gerufen, das dazu beitragen soll, die Lebensqualität für Senioren zu verbessern. Neue Verpflegungskonzepte sollen in den Einrichtungen für kulinarischen Genuss sorgen und dem Thema Essen eine emotionale Komponente verleihen.

So bewegt man Festivalbesucher zu ehrenamtlichem Engagement

In der Kategorie "Kampagne für kleine Budgets" wurden zwei Politikawards vergeben. Einer davon ging an Fischer Appelt und den Verein Hanseatic Help für Ihren Spendenaufruf "Ein Zelt kann ein Zuhause sein" auf dem Musikfestival Hurricane im Juni 2016 (den zweiten Preisträger, die dbb Jugend NRW und Giftgrün mit der Kampagne "Gefahrenzone öffentlicher Dienst", stellen wir zu einem späteren Zeitpunkt vor).

Wie man mit 2000 Euro Budget Millionen erreicht

Die Agentur Heimat Berlin räumte beim Politikaward 2016 gleich doppelt ab und wurde sowohl als "Agentur des Jahres" als auch in der Kategorie "Virale Kommunikation" zusammen mit der FDP ausgezeichnet. Mit der liberalen Partei gestaltete sie ein Plakat, das nach Bekanntwerden des "Brexit"-Votums Londoner Start-ups nach Deutschland locken sollte. Die provokante Botschaft: "Liebe Start-ups, bleibt gelassen und kommt nach Berlin" wurde auf einem Transporter quer durch die englische Hauptstadt gefahren.

­Reputation statt ­Paragrafen-Tetris

Wenn in den USA gewählt wird, wird in Deutschland das alte Lied von der Amerikanisierung der politischen Kommunikation gesungen: Das Mutterland des Lobbyings setze Themen und Trends und erprobe die Public-Affairs-Ins­trumente der Zukunft. Doch grelles Wahlkampfgetöse und ein übertriebener Glaube an kurzfristig bahnbrechende technologische Campaigning-Methoden verstellen den Blick auf die wirklich relevante Veränderung in der Branche: Neue Rollenbilder für Public-Affairs-Manager bilden sich als Antwort auf die transformativen Kräfte heraus.

2017 gilt im Wahlkampf "mobile first"

Im Bundestagswahlkampf sollten Parteien in ihrer Kommunikation der Maxime „mobile first“ folgen. Zu diesem Schluss kommt Stefan Hentschel, Industry Leader Tech-Industrial bei Google, der in Berlin auf der 14. Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation (#ikpk2016) der Konrad-Adenauer-Stiftung über die Lehren aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 für deutsche Wahlkampfstrategen sprach. Demnach reiche es nicht mehr, digitale Kanäle grundsätzlich in die eigene Kommunikationsstrategie mit einzubeziehen.

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