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Von der Schwierigkeit, kommunikativ Vertrauen aufzubauen

Der 24. September 2017 wird in die Geschichtsbücher als ein Einschnitt in Bezug auf das deutsche Parteiensystem nach dem zweiten Weltkrieg eingehen. Nach einem zugegebenermaßen mauen Wahlkampf gab es lange Gesichter auf Seiten der Volksparteien, während kleinere Parteien triumphierten und sogar wieder oder neu in den Bundestag eingezogen sind. Weder der 2013 noch so erfolgreiche Wahlspruch "Sie kennen mich" von Amtsinhaberin Angela Merkel noch die kumpelhaft-freundliche Art ihres Herausforderers Martin Schulz wurden im erhofften Maße von den Wählern goutiert.

Wie wird die Briefwahl hip?

In einem Meeting Mitte Juni hätte die Kollektiv-Einschätzung eindeutiger nicht ausfallen können: Für einen Briefwahlkampagnen-Claim samt Hashtag war "Sonntag hab ich was Besseres vor" nicht geeignet. Zu lang, zu unpolitisch, ohne klaren Zielbezug – und überhaupt: Welcher Sonntag? Niemand würde wissen, dass es um den Wahlsonntag geht. Manch einer gar denken, hier würde zur Nichtwahl aufgerufen!

Am Demokratisch mit Siri und Volker

"Hey Siri, wer ist das Volk?", fragt die junge Frau. Sprachassistentin Siri antwortet so monoton wie unmissverständlich: "Du bist das Volk! Du bist das Volk! Du bist das Volk! Du bist das Volk!" So gehört in diesem Sommer im Privatradio, tausendfach zwischen Aachen und Zittau. Der Spot schließt mit einer klaren Botschaft: "Also, gib der Demokratie Deine Stimme!"

Einer muss entscheiden und dafür geradestehen

Wie Radio Eriwan könnte man antworten: "Im Prinzip ja, aber im Einzelfall wissen sie alles sowieso besser!" Im Ernst: Es kommt auf den Typ und auf das Setting an. In Deutschland bestimmen die zur Verfügung stehenden Mittel, Personen und Programme der Parteien, welches Beratungsumfeld der Spitzenkandidat hat. Ist man schon im Amt, kommen die Rahmenbedingungen des Regierungsapparats und der dort verfügbaren Personen und Ressourcen dazu – auch wenn das stets abgestritten wird (siehe die Causa Altmaier).

Fünf Gründe, warum auch 2017 die Wahlkampf-Revolution ausbleibt

Woche für Woche werden dies- und jenseits des Atlantiks neue Tools präsentiert, die Wahlkämpfe revolutionieren sollen. Es wird suggeriert, dass Wahlen ohne "Microtargeting" und andere Wunderwaffen nicht mehr zu gewinnen seien. Ist Wahlkampf zu einem Spiel geworden, das man nur noch mit einem Team aus lauter Techies gewinnen kann? Nein. Gewiss: Sie sollten in einem interdisziplinären Team heute ebenso vertreten sein wie politische Strategen.

Mit diesen Tools kommen Sie sicher durch den Wahlkampf!

Im Wahlkampf kommt es in den sozialen Medien vor allem auf Folgendes an: gelebter Dialog mit der Community, Schnelligkeit und verifizierte Quellen. Für die Kandidaten muss ein Tool deshalb möglichst einfach zu bedienen sein und gleichzeitig so viele Social-Media-­Kanäle abdecken wie möglich, damit man sich das Ein- und Ausloggen in den verschiedenen Apps und auf Plattformen sparen kann. Außerdem ist es in dieser Zeit unabdingbar, dass die Social­-Media-Kommunikation auch über das Smartphone funktioniert, also beispielsweise über eine App.

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