Hobby

Der Bösewicht von der SPD

Wrestling – in Deutschland auch Catchen genannt – ist in erster Linie Schaukampf. Matthias Ilgen beschreibt es als "knallharten Vollkontakt-Kampfsport mit choreografischen Anteilen". Die Griffe, Tritte und Sprünge sind echt. Doch ganz anders als beim ­politischen Schlagabtausch geht es nicht unbedingt darum, dem Gegner zu schaden sondern darum, eine gute Show für das Publikum abzuliefern.

Lehrstunde bei Meister Hummel

Mit zehn Minuten Verspätung und etwas abgehetzt kommt Mahmut Özdemir zum Treffpunkt, einer auf Oldtimer spezialisierten Autowerkstatt in Berlin-Kreuzberg. "Es gab ein Missverständnis beim Fahrdienst", murmelt der SPD-Abgeordnete entschuldigend. Verwechslungen mit seinem grünen Namensvetter sieht der 27-Jährige gelassen.

Und sonst so?

Angeln, Trommeln, Golfen, Kickern, Auto schrauben, Tischtennis oder Wrestling: Es gibt viele Wege, sich von einer Sitzungswoche zu erholen. In diesem Jahr interessierte sich p&k für die private Seite der Abgeordneten. Wofür nutzen sie die Freizeit, die ihnen bleibt? Einige der 631 Bundestagsabgeordneten haben – teils überraschende – Hobbys.

Binninger hat den Beat

Da sind ja viele Zuhörer, die werden sich freuen“, sagt Clemens Binninger selbstironisch, als er an einem Montagnachmittag an der Berliner East Side Gallery aus dem Auto steigt. Er sei etwas aus der Übung, warnt er mit Blick auf das Sechziger-Jahre-Schlagzeug, das für den Fototermin mit p&k am Spreeufer steht. Dreißig Minuten später wird er bedauern, dass der schönste Termin der Sitzungswoche schon vorbei sei.

"Herr Kiesewetter, ist Ihr Alltag als Abgeordneter so ermüdend?"

p&k: Herr Kiesewetter, auf der Leipziger Buchmesse wird ein Gedichtband von Ihnen vorgestellt. Der Titel lautet „Auszeit“. Ist Ihr Alltag als Abgeordneter so ermüdend?

Roderich Kiesewetter: Nein. Seit 30 Jahren pflege ich eine literarische Ader. Wenn mir etwas einfällt, gönne ich mir eine Auszeit und mache Notizen. So sind 130 Gedichte entstanden, davon habe ich nun 18 veröffentlicht. Da die Gedichte mit meiner Arbeit nichts zu tun haben, habe ich den Band „Auszeit“ genannt.

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