Großbritannien

Die Durchstarterinnen

Lachend verlässt Elizabeth Truss am 23. Juli 2014 Number 10 Downing Street und winkt in Richtung der Journalisten. Sie hat allen Grund zur Freude – gerade hat Premierminister David Cameron sie zur Umwelt- und Landwirtschaftsministerin ernannt. Truss ist damit die jüngste Frau, die jemals einem Kabinett der britischen Konservativen angehörte – und das nach gerade einmal vier Jahren im Parlament. Nicht wenige im Londoner Politikbetrieb sehen in ihr eine neue Margaret Thatcher.

Keine Experimente!

Deutlicher als erwartet haben die Schotten im Referendum entschieden, das nunmehr 307 Jahre dauernde Bündnis mit England fortzuführen. Mehr als 55 Prozent der Wähler stimmten mit Nein und bescherten so der "Better Together"-Kampagne den Sieg.

Blair’s Babe

Mehr als 70 Jahre lang war Birmingham-Edgbaston ein sicherer Wahlkreis für die Konservativen. Doch 1997 war es damit vorbei. Beim Erdrutschsieg von Labour ging die Tory-Hochburg verloren – ausgerechnet an Gisela Stuart, eine gebürtige Deutsche.

Camerons Darling

Kwasi Kwarteng ist in Großbritannien der politische Senkrechtstarter der letzten zwei Jahre. Dabei fand der 1975 als Sohn ghanaischer Einwanderer geborene Wirtschaftshistoriker vergleichsweise spät zur Politik. Mitglied der Tories ist er zwar bereits seit Mitte der 1990er Jahre, doch während seiner Schulzeit und im Studium war er eher unpolitisch. Mit 14 Jahren besuchte er das renommierte Eton College, anschließend belegte er einen Bachelor-Studiengang britische Geschichte in Cambridge.

Clash der Clans

Das Oxford-Wörterbuch beschreibt Stammessysteme als „geprägt von starker Loyalität innerhalb der Gruppe.“ Gerne würde man den Autoren des Wörterbuchs eine gesonderte Definition für das schottische politische Stammessystem vorschlagen. Sie könnte lauten: „Siehe oben, nur sehr viel emotionaler.“ Ob Nationalist, Labour oder Konservativer – wenn man in Schottland zu einer dieser Gruppen gehört, gleicht das der Zugehörigkeit zu einem der alten Clans.

Zurück zu den Wurzeln

Wir sitzen in einem zugigen Kneipen-Hinterzimmer im Londoner Stadtteil Lambeth, der am Ufer der Themse gegenüber dem Regierungsviertel Westminster liegt. Sechzehn Menschen hören gespannt einer Frau zu, die eine Powerpoint-Präsentation zeigt. Zu sehen ist ein in waagerechte Segmente unterteiltes Dreieck. „Wir wollen innerhalb der Pyramide aufsteigen“, sagt die Frau, „und dabei Beziehungen entwickeln. Die Teilnehmer schreiben mit, manche nicken zustimmend.

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