Großbritannien

Kampagnenstart im Endspiel um den Brexit

Die Fronten sind geklärt. Die britische Wahlkommission hat vor wenigen Tagen ihre Entscheidung darüber verkündet, welche zwei Gruppen offiziell für beziehungsweise gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU werben dürfen. Wenig überraschend ist dies "Britain Stronger In Europe" für die Gegner des sogenannten Brexit. Im Lager der Europaskeptiker kommt "Vote Leave" die Führungsrolle zu.

Bei Labour siegt Herz über Verstand

Deutlicher als erwartet – mit 59,5 Prozent – hat der als Außenseiter gestartete Sozialist Jeremy Corbyn die Wahl zum Vorsitzenden der britischen Labour Party gewonnen. Der Rebell setzte sich gegen das Partei-Establishment durch: auch Dank der rund 105.000 "registrierten Unterstützer", von denen beinahe 90.000 für ihn stimmten. Sie entrichteten drei Pfund und erkauften sich so ein Mitspracherecht bei der Wahl des Vorsitzenden. Unter ihnen befinden sich Grüne, Sozialisten und Konservative, die Corbyn gleichermaßen ins Amt tragen wollten.

Labour sucht Hoffnungsträger

Unter der Führung von Ed Miliband erzielten die britischen Sozialdemokraten bei den Parlamentswahlen im Mai ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Unterhauswahl seit 1983. Entsprechend kündigte Miliband unmittelbar nach Verkündung des Wahlergebnisses seinen Rücktritt an. Er hinterlässt eine Partei, in der Richtungs- und Flügelkämpfe toben. 

Camerons Drahtseilakt

Großbritannien hat gewählt. Und während die Wahlnacht entgegen allen Vorhersagen den Konservativen von Premierminister David Cameron eine absolute Mehrheit bescherte, kostete sie zwei Parteivorsitzende das Amt. Am Morgen nach der Wahl traten Ed Miliband (Labour) und Nick Clegg (Liberale) von ihren Ämtern zurück. David Cameron hat nun die Aufgabe, zwischen den Europhilen und den Euroskeptikern ein verlässliches Regierungsprogramm auf die Beine zu stellen.

Großbritannien vor der Wahl

Seit rund einem Jahr liefern sich Labour und Tories in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Parteien verharren auch im Wahlkampfendspurt bei etwas mehr als 30 Prozent und werden es wohl aus eigener Kraft nicht schaffen, die für eine Regierungsbildung benötigten 326 Mandate zu erzielen.

"Abstimmungen sind immer auch ein Glückspiel"

Ein Sieg Ihrer Partei, den Konservativen, bei den Parlamentswahlen am 7. Mai würde bedeuten, dass David Cameron 2017 eine Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten würde.

Kenneth Clarke: Das stimmt. Jedenfalls für den Fall, dass wir eine absolute Mehrheit gewinnen werden. Wenn dies so kommt, werde ich mich dem Schicksal ergeben, dass wir eine Volksabstimmung haben werden.

Sie halten nichts davon, das Volk zu befragen?

"Mein Hund wird die Fragestunde nicht vermissen und ich auch nicht"

Weshalb haben Sie sich gerade jetzt dazu entschlossen, nicht wieder für das Unterhaus zu kandidieren?

David Blunkett: Ich werde dieses Jahr 68 Jahre alt und bin jetzt seit 45 Jahren so etwas wie eine Mischung aus einem Politiker und einem Sozialarbeiter. Das ist eine ganz schön lange Zeit und das war ein ganz schön heftiges Arbeitspensum, das ich zunächst als Ratsmitglied und anschließend als Unterhausabgeordneter absolviert habe.

Sie machen aber noch einen fitten Eindruck.

Abstieg auf Raten

Beim Fernsehduell der Parteivorsitzenden im Wahlkampf 2010 schlug die große Stunde von Nick Clegg. Zwischen dem damaligen Premierminister Gordon Brown und seinem konservativen Herausforderer David Cameron wirkte der Vorsitzende der Liberalen ausgesprochen authentisch, spritzig und witzig. Clegg wurde von einer Sympathiewelle getragen, die damals von der britischen Presse "Clegg-Manie" getauft wurde.

Sensible Seitenwechsel

Douglas Carswell hat es geschafft: Der ehemalige Abgeordnete der Konservativen Partei wurde Anfang Oktober bei einer Nachwahl als erster Abgeordneter der UKIP ins britische Parlament gewählt. Dabei hätte sein Parteiwechsel aufgrund der Parlamentsstatuten gar keine Nachwahl erfordert. Carswell hatte sich bewusst für diesen Weg entschieden, um den Beweis anzutreten, dass seine Wiederwahl auch als UKIP-Kandidat gesichert ist.

Seiten

RSS - Großbritannien abonnieren